Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Der Räuchermann grüßt schon von Weitem

Walter Hieber und Manfred Krautter sowie ihr Team laden am Wochenende wieder zur Mühlenweihnacht nach Kirchenkirnberg ein. Das Angebotspaket für Familien und Entschleunigungshungrige hält Mitmachaktionen, sinnliches Erleben und weihnachtliches Wissen bereit.

Manfred Krautter, Walter Hieber und Timo Hübner (von links) bei ihrem Mühlenweihnachtsbotschafter, dem wohl größten Räuchermann im Schwäbischen Wald. Foto: Stefan Bossow

© Stefan Bossow

Manfred Krautter, Walter Hieber und Timo Hübner (von links) bei ihrem Mühlenweihnachtsbotschafter, dem wohl größten Räuchermann im Schwäbischen Wald. Foto: Stefan Bossow

Von Christine Schick

Kirchenkirnberg. Auf der Wiese rechts vor dem Eingang zur Glattenzainbachmühle am Ortsrand von Kirchenkirnberg steht ein mächtiger, freundlicher Geselle, der mit einem kleinen Trick eine Runde weißen Rauch in die Landschaft bläst. „Letztes Mal hatten wir den größten Adventskranz, jetzt den größten Räuchermann im Schwäbischen Wald“, sagt Walter Hieber. Das Brainstorming mit Manfred Krautter für die fünfte Auflage der Mühlenweihnacht reicht schon rund ein halbes Jahr zurück. Für den an die vier Meter großen Kerl gab es einige Modelle – von einem aus Holz gesägten Körper bis hin zu einer gezimmerten, beheizten Variante mit integriertem Ofenrohr. Der weihnachtliche Repräsentant hat bei der Umsetzung von Timo Hübner, der mit seiner Frau Anja in der Mühle lebt, schließlich noch ein paar moderne Elemente abbekommen und geht mit Fässern und einer von Hiebers Neffen geliehenen Nebelmaschine als Upcycling-Vorbild durch.

Das Original ist den beiden Naturparkführern vor allem aus dem Erzgebirge bekannt, das Räuchern aber auch in der Region verankert, wozu Kräuterpädagogin Anette Siegle am Samstag Hintergrundwissen sowie die Anleitung bereithält, wie man sich selbst eine Mischung zusammenstellen kann. Dies ist eines der Mitmachangebote, auf welche die Waldmeister und ihr ehrenamtliches Helferteam setzen. Zudem gibt es Bastelaktionen, die Möglichkeit, Bäume mit mitgebrachtem und bereitgestelltem Weihnachtsschmuck in Szene zu setzen und Spiele wie beispielsweise ein Weihnachtsmemory mit Düften. Aha?! Das Döschen mit dem Bratapfelaroma muss mit dem zweiten desselben Dufts zusammengebracht werden. „Wir möchten möglichst alle Sinne ansprechen“, sagt Walter Hieber.

Adventlich-weihnachtliche

Genüsse aus der Region

Auch für Auge, Ohr und leiblichen Genuss ist gesorgt: Mühle, Rad und Umgebung sind mit (Kerzen-)Lichtern geschmückt und Feuerjonglagevorführungen sind eingeplant, Weihnachtsgeschichten werden vorgelesen, an der Feuerstelle lässt sich Stockbrot backen und an Holzbüdchen warten regionale Köstlichkeiten von der Weihnachtswurst mit Spekulatiusaroma bis hin zum Zimtgebäck auf die Gäste. Die Verpflegung in dieser Hinsicht kommt aus der unmittelbaren Umgebung und der Region, darauf legen die Veranstalter großen Wert. „Ebenso auf bezahlbare Preise“, sagt Manfred Krautter und denkt dabei vor allem an Eltern und Alleinerziehende mit Kindern, die das ehrenamtliche Team mit der Mühlenweihnacht auch ansprechen möchte. Knirpse haben den Vorteil, dass es sich auf dem Gelände weitab von größeren Straßen entspannt wandeln lässt. An die Erwachsenen ist genauso gedacht – sie können eine Entschleunigungsrunde im Gedichtewald oder bei den Weihnachtslegenden drehen, die beispielsweise über die Geschichte der Christrose oder die des Federkleids eines Rotkehlchens aufklären.

Dass Manfred Krautter und Walter Hieber im Schulterschluss mit Anja und Timo Hübner sowie ihrem ehrenamtlichen Team nach coronabedingter Pause wieder eine Mühlenweihnacht ausrichten, war schon früh klar. Die positive Resonanz und die frühen Nachfragen vonseiten der Gäste, der Stadt Murrhardt als Mitveranstalter und nicht zuletzt aus den Reihen der Helferinnen und Helfer selbst haben mit dazu beigetragen. Schon vor rund zwei Wochen stand ein Paar aus dem Raum Backnang vor den Mühlentüren und musste feststellen, dass es zu früh für das Event dran war, erzählt Timo Hübner. Will heißen, aus dem ehemaligen Geheimtipp ist mittlerweile eine begehrte vorweihnachtliche Veranstaltung geworden. Zwar könnte das mit sich bringen, dass sich ziemlich viele Entschleunigungswillige am Wochenende in und um die Glattenzainbachmühle tummeln. „Die Menschen sind schon ausgehungert“, sagt Manfred Krautter. Gleichzeitig bringen die Besucherinnen und Besucher nach Erfahrung der Naturparkführer schon auch eine gute Portion Geduld mit und finden ein Gelände vor, auf dem sich von Angebot zu Angebot wandeln beziehungsweise ausweichen lässt. „Langweilig wird es auf keinen Fall“, sagt Walter Hieber. Auch darauf, dass es am Wochenende durchaus schneien und es nasskalt bis frostig werden könnte, sind die Gastgeber vorbereitet. Es stehen eine Menge überdachte Plätze – Scheune, Vordach und Pavillons – und beheizte Tische zur Verfügung.

Die Naturparkführer empfehlen die Anreise zur Glattenzainbachmühle mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

Samstag, 10. Dezember Die Mühlenweihnacht beginnt um 14 Uhr. Rund ums Feuer können Stockbrot, Würstle und Bratäpfel zubereitet werden und es lässt sich mit Naturmaterialien basteln. In und um die Mühle herum gibt es Mitmach- und Spielangebote. Kräuterpädagogin Anette Siegle führt ins Thema Räuchern ein (Gäste können ihre eigene Mischung herstellen), der Weihnachtsgedichtewald und Interessantes zu weihnachtlichen Legenden lassen sich entdecken. Um 15 Uhr spielen Mitglieder der Musikschule Schwäbischer Wald/Limpurger Land Advents- und Weihnachtslieder, zur selben Zeit öffnet die Mahlstube, in der Weihnachtsgeschichten erzählt werden. Ab 16 Uhr wird die Mühle mit Lichtern ins Szene gesetzt, um 17 Uhr präsentiert Raphael Seyfang seine Licht- und Feuerjonglage und um 17.30 Uhr steht eine Fackelwanderung auf dem Programm.

Sonntag, 11. Dezember Gestartet wird um 11 Uhr. Zu Besuch ist die Waldfee in der Mahlstube, in der wieder Weihnachtsgeschichten und Mühlenmärchen Thema sind. Mitmachangebote, Spiele, Naturwerkstatt, Gedichtewald und Weihnachtslegenden laden zum Aktivsein und Entdecken ein, regionale Leckereien zum Genießen (beide Tage). Die Musikschule spielt ab 14 Uhr adventliche und weihnachtliche Weisen. Mit Walter Hieber geht es um 14.30 Uhr auf eine geführte Tour zum Thema „Waldweihnacht der Tiere“. Ab 16 Uhr wird die Mühle mit Lichtern ins Szene gesetzt, um 17 Uhr zeigt Raphael Seyfang nochmals seine Licht- und Feuerjonglage. Zum Abschluss wird um 17.30 Uhr eine Fackelwanderung angeboten. Detaillierte Programminfos unter www.waldentdecker.de.

Anreise Walter Hieber und Manfred Krautter empfehlen, Fahrgemeinschaften zu bilden oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Letztere haben den Vorteil, keinen Parkplatz im Dorfkern ausfindig machen zu müssen (an der Mühle kann nicht geparkt werden). Ihr Tipp: mit R3 von Stuttgart oder Backnang nach Murrhardt, von dort weiter mit dem Bus (VVS Linie 375) nach Kirchenkirnberg oder mit dem Bus von Welzheim über Kaisersbach nach Kirchenkirnberg fahren. Von der Haltestelle „Gemeindehalle“ sind es zu Fuß etwa zehn Minuten bis zur Mühle.

Zum Artikel

Erstellt:
9. Dezember 2022, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Murrhardt und Umgebung

Von Familienstreit und Machtkämpfen

Historiker Ortwin Köhler zeichnet in seinem Volkshochschulvortrag über die Karolinger ein facettenreiches Bild von der Politik, den Lebens-, Sozial- und Gesellschaftsverhältnissen im frühmittelalterlichen West- und Mitteleuropa.

Murrhardt und Umgebung

Auf dem portugiesischen Jakobsweg

Herbert Soukopp aus Welzheim berichtet bei seinem Vortrag im Zimmertheater der Volkshochschule Murrhardt über seine Tour, die als bereits erfahrener Pilger auf sich nimmt. Zwar hat er mit dem nassen Frühjahrswetter zu kämpfen, wird aber mit blühenden Landschaften belohnt.

Murrhardt und Umgebung

Jonglieren mit DNA und englischen Vokabeln

Im Heinrich-von-Zügel-Gymnasium Murrhardt ist der bilinguale Zug in seinem dritten Jahr. Für die Neuntklässler, die sich für ihn entschieden haben, heißt das, im Biologieunterricht möglichst selbstverständlich und unverkrampft mit den englischen Fachbegriffen umzugehen.