Mentale Gesundheit

Deshalb suchen junge Erwachsene immer häufiger Therapieplätze

Junge Erwachsene suchen heutzutage öfter therapeutische Hilfe auf als frühere Generationen. Woran liegt das? Welche Gründe spielen eine übergeordnete Rolle?

Immer mehr junge Menschen suchen sich therapeutische Hilfe.

© IMAGO/Zoonar

Immer mehr junge Menschen suchen sich therapeutische Hilfe.

Von Bennet Rothfuss

Das Bewusstsein für psychische Krankheiten steigt immer mehr an. Viel mehr junge Erwachsene suchen inzwischen nach Therapieplätzen. Doch woran liegt das? Wieso gehen junge Erwachsene inzwischen offener mit psychischen Krankheiten um als frühere Generationen?

„Die Notfälle nehmen vor allem bei jungen Menschen zu“, sagt Professor Martin BürgyHier fehlt noch der Titel von Herrn Bürgy. Bitte noch ergänzen. Er ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Spezielle Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Stuttgart. Bei dieser Altersgruppe steigen vor allem depressive Störungen und Angststörungen an. Der ambulante Psychotherapiebedarf und der Bedarf an psychosomatischen Betten steige somit auch im Klinikum Stuttgart an, so Bürgy.

Psychische Störungen wachsen in Akzeptanz bei jungen Erwachsene

Der Leiter des Zentrums für Seelische Gesundheit sieht einen klaren Zusammenhang zwischen der wachsenden Akzeptanz psychischer Störungen bei jungen Menschen und den deutlich höheren Impuls, sich Hilfe zu suchen. „Bei dieser Akzeptanz spielen Unsicherheiten in der beruflichen und sozialen Entwicklung, in Partnerschaften und der Sinnfindung eine stärkere Rolle.“, sagt Bürgy.

Ähnlich sieht es auch Doktor Friederike Echtler-GeistHier würde ich einfach dahinter schreiben, dass sie Psychotherapeutin aus Degerloch ist. Einen Doktortitel o.ä. schreiben wir nicht dazu . Die psychologische Therapeutin des Praxiszentrums für Psychotherapie in Stuttgart meint: „Wir beobachten einen deutlichen Anstieg psychischer Belastungen bei jungen Erwachsenen, besonders seit der Pandemie.“ Diese Altersgruppe steht vor wichtigen Entscheidungen, welche ihren weiteren Lebensweg maßgeblich beeinflussen. Ob Ausbildung, Studium oder Berufseinstieg, alles bringt viel Unsicherheit, Leistungsdruck und fehlende Planungssicherheit. Finanzielle Sorgen wirkten zusätzlich belastend.

Viele junge Erwachsene berichten über fehlender emotionaler Unterstützung

Gleichzeitig fehlen häufig stabile soziale Strukturen, die in früheren Zeiten entlastend wirken konnten. Hinzu kommt der Einfluss sozialer Medien, die durch permanente Vergleiche, Leistungsdarstellung und Erwartungsdruck das Gefühl verstärken können, nicht zu genügen. „Viele junge Erwachsene berichten von Vereinzelung, brüchigen sozialen Netzwerken oder fehlender emotionaler Unterstützung, was psychische Belastungen weiter verstärkt“, sagt die psychologische Psychotherapeutin Echtler-Geist.

Symptome, die dabei häufig im Vordergrund stehen, sind breit gefächert. Angststörungen, Depressionen, Erschöpfungssyndrome, psychosomatische Beschwerden, Selbstwert- und Identitätsprobleme, oder auch neurodivergente „Störungen“ wie ADHS oder Autismus beeinträchtigen den Alltag der Betroffenen deutlich und machen eine fachliche Begleitung notwendig.

Psychische Gesundheit sollte bereits in Schulen im Fokus sein

„Langfristig wäre es sinnvoll, psychische Gesundheit bereits in Schulen stärker in den Fokus zu rücken. Niedrigschwellige Angebote, Präventionsprogramme und eine feste Verankerung im Curriculum wären hilfreich“, so Echtler-Geist. Frühzeitige Aufklärung kann dadurch dazu beitragen, Belastungen früher zu erkennen und späteren Erkrankungen vorzubeugen.

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Erstellt:
30. Januar 2026, 19:58 Uhr

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