Razzia drückt den Kurs
Deutsche-Bank-Aktie fällt um 3 % - Der Hintergrund
Die Aktie der Deutschen Bank muss zur Mitte der Woche Federn lassen. Grund dürfte die groß angelegte Razzia sein, die in den Geschäftsräumen des größten deutschen Geldhauses durchgeführt wurde. Doch was steckt hinter den Ermittlungen?
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Die Deutsche-Bank-Aktie fällt zur Mitte der Woche um 3 Prozent. Eine Razzia wegen des Verdachts auf Geldwäsche sorgt für Unsicherheit bei den Anlegern.
Von Matthias Kemter
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundeskriminalamt (BKA) sollen laut Medien berichten seit Mittwochmorgen die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt sowie weitere Räumlichkeiten in Berlin durchsuchen. Der Verdacht: Geldwäsche. Laut den Ermittlern soll die Deutsche Bank in der Vergangenheit Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften unterhalten haben, die möglicherweise für Geldwäsche genutzt wurden.
Verbindung zu Roman Abramowitsch
Besonders brisant ist die mögliche Verbindung der Ermittlungen zu dem sanktionierten russischen Oligarchen Roman Abramowitsch. Medienberichten zufolge soll die Deutsche Bank verdächtigt werden, Geldwäsche-Verdachtsmeldungen zu Firmen des Oligarchen verspätet abgegeben zu haben. Abramowitsch steht seit 2022 auf der EU-Sanktionsliste aufgrund seiner Nähe zur russischen Regierung. Diese Vorwürfe werfen erneut ein kritisches Licht auf die Kontrollmechanismen der Bank im Umgang mit Geldwäsche.
Ein Rückschlag zur Unzeit
Die Razzia kommt für die Deutsche Bank zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Bereits morgen wollte der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing den höchsten Gewinn seit Jahren präsentieren. Doch die aktuellen Ereignisse könnten das Vertrauen der Anleger erschüttern und den Fokus auf die anhaltenden Compliance-Probleme der Bank lenken. Bereits in der Vergangenheit war die Deutsche Bank wegen unzureichender Maßnahmen gegen Geldwäsche in die Kritik geraten.
Anleger reagieren nervös
Die Nachricht von der Razzia hat die Märkte aufgeschreckt. Die Aktie der Deutschen Bank verlor im Tagesverlauf rund 3 Prozent und notierte zuletzt bei 32,30 Euro. Die Unsicherheit über mögliche finanzielle und rechtliche Konsequenzen der Ermittlungen dürfte die Aktie auch in den kommenden Tagen belasten.
