Verleihung in Berlin
Deutscher Filmpreis geht an „In die Sonne schauen“
Es ist der große Abräumer des Abends: Das Drama „In die Sonne schauen“ von Mascha Schilinski hat die Goldene Lola gewonnen. Auch Senta Berger und Wim Wenders werden geehrt.
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Die Produzenten Lucas Schmidt (l-r), Lasse Scharpen ·und Maren Schmitt werden für den Film „In die Sonne schauen“ mit der Goldene Lola geehrt.
Von red/dpa
Beim Deutschen Filmpreis hat das Drama „In die Sonne schauen“ von Mascha Schilinski gleich zehn Auszeichnungen gewonnen, darunter die Goldene Lola für den besten Spielfilm. Das gab die Deutsche Filmakademie in Berlin bekannt.
Der Film erzählt von mehreren Frauen, die in unterschiedlichen Zeitebenen auf einem Bauernhof leben, und war auch mit den meisten Nominierungen ins Rennen gegangen. Er wurde unter anderem für die beste Regie, das beste Drehbuch und die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Wer noch gewonnen hat
Der Politthriller „Gelbe Briefe“ von İlker Çatak gewann die Lola in Silber. Der Film erzählt von einem Künstlerpaar, das politischen Repressionen ausgesetzt ist. Die Lola in Bronze ging an „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joachim Meyerhoff. Regie führte Simon Verhoeven, der Sohn von Senta Berger.
Die 85-Jährige wurde als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in der Tragikomödie ausgezeichnet. Sie sei aufgeregt, sagte Berger. „Ich bin erst morgen glücklich. Heute ist es einfach zu viel.“ Bergers Filmpartner Michael Wittenborn wurde als bester Nebendarsteller geehrt.
August Diehl bester Hauptdarsteller
Als bester Hauptdarsteller wurde August Diehl für seine Leistung in „Das Verschwinden des Josef Mengele“ ausgezeichnet. Ähnlich wie bei den Oscars in den USA konnten die rund 2.400 Mitglieder der Deutschen Filmakademie über viele der Preisträgerinnen und Preisträger abstimmen.
Zum besten Dokumentarfilm wurde „Siri Hustvedt - Dance Around the Self“ gekürt. Die Lola für den besten Kinderfilm ging an „Zirkuskind“. Als besucherstärkster Film wurde in diesem Jahr „Das Kanu des Manitu“ von Michael „Bully“ Herbig ausgezeichnet. Regisseur Wim Wenders („Perfect Days“, „Paris, Texas“) erhielt für seine Verdienste um den deutschen Film den Ehrenpreis.
Zur Gala am Berliner Funkturm waren rund 1.900 Gäste geladen, darunter war auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos). Moderator Christian Friedel kommentierte mit Seitenhieben unter anderem die kulturpolitischen Debatten der vergangenen Monate. Die Akademiechefs Florian Gallenberger und Vicky Krieps riefen zum Zusammenhalt auf. Kultur verbinde und sei ein Raum, in dem alle Platz hätten, sagte Gallenberger. Kultur helfe auch gegen die AfD und sie widersetze sich jeder Bevormundung.
