Die besten Restaurants unserer Tests 2025

Es gibt einen klaren Sieger bei den Tests der neu eröffneten Restaurants. Und weitere sechs Mal wurde die Bestnote in der Küche vergeben. Ein Überblick.

Von Anja Wasserbäch

Stuttgart - Es gibt einen ganz klaren Testsieger: das Christopherus im Porsche-Museum erreicht in allen drei Kategorien bei den wöchentlichen Restauranttests dieser Zeitung die Bestnote. In der Küche, im Service und im Ambiente wurde das Restaurant mit fünf Sternen bewertet. Beachtlich aber auch, dass die Bestnote beim Essen im Jahr 2025 sechs Mal vergeben wurde. Berechnet man die durchschnittliche Bewertung der Restaurants, so schneiden weitere vier Lokale sehr gut ab, die im Schnitt der drei Bewertungskriterien auf beachtliche 14 von 15 möglichen Punkten kommen: Das Laesa am Wilhelmsplatz, das Tamère im Heusteigviertel, das Vegane Gold sowie Das Philippin in Rutesheim von Koch-Aufsteiger Tim Striegel. Und damit gänzlich unterschiedliche Konzepte.

Die Gründe für die Bewertungen sind vielfältig zu verorten. Ist insgesamt etwa das Niveau gestiegen? Da die Redaktion den neuen Restaurants Minimum sechs Wochen Zeit gibt, bevor sie das Lokal zum ersten Mal testet, sind manche da auch schon wieder geschlossen. Man muss jedoch bedenken: Jede Kritik ist nur eine Momentaufnahme, meist an einem einzigen Abend entstanden. Die Testerinnen und Tester geben das wider, was sie bei ihrem Test inkognito erlebt haben. An einen Imbiss werden andere Maßstäbe als ein Fine-Dining-Restaurant angelegt.

An der Spitze nach der Auswertung aller Tests des Jahres 2025 ist das Christopherus im Porsche-Museum. Die Gastrokritikerin Kathrin Haasis zeigt sich von der neuen kulinarischen Ausrichtung des Restaurants unter Küchenchef Fabian Seher überzeugt. Bei ihrem ersten Besuch im Juni begeisterten sie französische Klassiker wie das butterweiche Lammfilet im Teigmantel und der Saint Pierre mit Kaviar, sowie die optisch beeindruckende Walderdbeere als Dessert. Die herbstliche Qualitätskontrolle fiel gemischt aus: Während die elegante Pastinakensuppe mit Trüffeltortellini und das hochwertige Rib Eye Steak vom Infrarotgrill überzeugten, enttäuschte der Rehrücken durch zu viele konkurrierende Akzente. Insgesamt attestiert sie dem Restaurant mit seinem Neun-Gang-Menü für 227 Euro eine deutliche kulinarische Weiterentwicklung gegenüber früher und so erhielt es die Bestwertung (Essen: 5, Service: 5, Atmosphäre: 5).

Gleich vier Restaurants schaffen es auf eine durchschnittliche Bewertung von stolzen 14 Punkten. Beim Essen erhielt das Tamère im Heusteigviertel die volle Punktzahl. Das wundert nicht bei all der Leidenschaft für gute Produkte, zeitgemäße Kulinarik und tolle Weine. Ein Lokal, in das man am liebsten einziehen möchte (Essen: 5, Service: 4, Atmosphäre: 5).

Ebenfalls volle Punktzahl für das Essen erreichte Das Philippin in Rutesheim. Bei Tim Striegel ist jedes Gericht ein großer Genuss. Der 24-Jährige hat der Konditorei seiner Familie ein Restaurant hinzugefügt – und überzeugt mit seiner Gourmetküche (Essen: 5, Service: 5, Atmosphäre: 4).

Das Laesâ am Wilhelmsplatz ist eine der spannendsten Neueröffnungen des Jahres. Und der Gastrokritiker Michael Weier attestiert nach dem Testabend: „Der Besuch im ehemaligen Murrhardter Hof ist ziemlich große Oper.“ Sechs Gänge kosten 165 Euro, die Weinbegleitung 120 Euro. Das ist mutig, so ganz ohne Meriten, aber im edlen Ambiente des Lokals wirkt es angemessen (Essen: 4, Service: 5, Atmosphäre: 5).

Überraschend auch der Spitzenplatz für ein veganes Restaurant. Im Veganen Gold war unsere Testesserin begeistert von der Vorspeise („Eine überzeugende Wucht aus Aromen und Texturen“) bis zum Nachtisch (Ein Mousse au Chocolat mit einer herrlich fruchtigen Kirschsoße). Das Ergebnis: Küche 4, Service, 5, Atmosphäre 5).

Das Jahr hatte aber noch weitere kulinarische Höhepunkte zu bieten. Bens Weinstube beispielsweise wurde mit 5 Punkten beim Essen bewertet. Der bekannte Koch Ben Benasr musste sein Sternerestaurant – das Ritzi in der Innenstadt – schließen und setzt jetzt auf eine kleine Karte in einer altbekannten Adresse in Degerloch.

Ebenfalls die Höchstwertung in Sachen Essen erhielt das 2am in Esslingen und überzeugte unsere Testerin mit feinen Sushi-Kompositionen und flottem Service. Außerhalb von Stuttgart, nämlich in Ludwigsburg, wird ebenfalls top gekocht: Das Scala, das vom Wirt Pascal Fetzer betrieben wird, tischt Außergewöhnliches auf. Testerin Bettina Hartmann war angetan von der saisonalen, regionalen Küche.

Es gibt aber noch weitere Lokale, die sehr gut bewertet wurden: wie etwa die Schmitte in Fellbach (Essen: 4, Service: 5, Atmosphäre: 4), das österreichische Lokal Brunner (4, 5, 4) am Rotebühlplatz, das George’s Restaurant (4, 5, 4) in Schorndorf, das Mira (4, 5, 4) am Rand des Stuttgarter Bohnenviertels und das Ulrichs (4, 5, 4), ein außergewöhnliches Vereinslokal in Herrenberg. Und mit den 5 Punkten für das Essen im Jojo’s, Stuttgarts einzigem indonesischen Restaurant, zeigt sich, dass es kein Fine Dining braucht, um hier bestens bewertet zu werden.

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Erstellt:
6. Januar 2026, 22:10 Uhr
Aktualisiert:
7. Januar 2026, 21:57 Uhr

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