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Die Chorallen unter neuer Leitung

Gregor Jenne ist der Dirigent des Backnanger Jazz- und Popchores. Sein Können, Charisma und seine Musikauswahl überzeugten.

In der aktuellen Situation, in der Gregor Jenne nicht mit den Chorsängerinnen bei einer gemeinsamen Probe üben kann, schickt er den Chormitgliedern Übe-Files nach Hause. Foto: privat

In der aktuellen Situation, in der Gregor Jenne nicht mit den Chorsängerinnen bei einer gemeinsamen Probe üben kann, schickt er den Chormitgliedern Übe-Files nach Hause. Foto: privat

Von Thomas Roth

BACKNANG. Seit Beginn dieses Jahres ist Gregor Jenne Leiter des Backnanger Jazz- und Popchores Chorallen. Der Anfangs-Flow der gemeinsamen Arbeit ist Mitte März wegen des Lockdowns jäh unterbrochen worden. Doch hindert dies den jungen Vollblutmusiker nicht daran, von zu Hause aus mit den Sängerinnen weiterzuarbeiten.

Gleich nach dem Musikabitur am Stuttgarter Eberhard-Ludwigs-Gymnasium beginnt Gregor Jenne im Sommersemester 2019 das Studium der Schulmusik an der Stuttgarter Musikhochschule. Und im Herbst vergangenen Jahres absolviert der heute 19-Jährige („Das wollte ich eigentlich verschweigen“) ein Probedirigat bei den Chorallen und beeindruckt dabei auch durch die Musikauswahl. Beispielsweise durch „Mirror“ von Madison Ryann Ward.

Schon als Siebenjähriger sang er im Collegium Juvenum.

Gregor Jennes musikalische Prägung ist aus mindestens zwei Richtungen gespeist. Seine Mutter spielt (1.) Geige beim Radio-Sinfonie-Orchester des SWR, der Vater ist Obi Jenne, vielen als Jazzdrummer und Programmmacher der Backnanger Bürgerhausreihe bekannt.

Als Siebenjähriger beginnt Gregor Jenne ernsthaft zu singen, unter anderem beim Collegium Juvenum in Stuttgart, und beginnt dann mit 16 Saxofon und Klavier. Stilrichtung? Jazz.

Seine Schulzeit am EbeLu-Gymnasium ist ebenfalls geprägt von musikalischer Vielfalt, und so wird aus dem kleinen Jungen, der später auch in der EbeLu-Jazzband spielt, ein vielen Musikstilrichtungen offen gegenüberstehender, junger Mann. Eine Eigenschaft, die bei den Choristinnen offenbar gut ankommt. Jenne dazu: „Der Chor ist sehr aufgeschlossen und lernt gerne andere Musikstile kennen.“ So arbeitet Jenne gerade an einer Latinjazz-Fassung von „Criminal Tango“. Aber auch Schlager in neuem Harmonie- und Rhythmusgewand stehen jetzt auf der sängerischen Agenda.

Schon als Schüler gründet Gregor Jenne immer wieder mal kleine Projektensembles zu kirchlichen oder weltlichen Anlässen, um öffentlich aufzutreten. In dieser Lebensphase entdeckt er auch seine Liebe zur Chorleitung und schreibt passende Arrangements. Ein Riesenvorteil auch für die Arbeit mit den Chorallen. Natürlich lernt man als Chorleiter im Laufe der Proben den Chor und seine Stimmen immer besser kennen und kann dem Chor dann sozusagen „Arrangements auf den Leib schneidern. Ich möchte einen eigenen Chorsound, der für sich steht, kreieren“, sagt das Multitalent, und „alle aus der gemischten Truppe gut mitnehmen. Ein Grund, warum ich die Chorallen gerne übernommen habe, ist, dass ich schon früh die ganze Bandbreite der Musik auch durch meine Eltern mitbekommen habe, durch die Mutter Klassik, den Vater Jazz, aber auch Soul, R&B und Pop und was es da alles gibt. Dadurch bin ich sehr aufgeschlossen in der musikalischen Ausrichtung. Die Repertoireausrichtung bei Jazz-Pop-Chören ist sehr offen, und man hat viele Möglichkeiten.“

Berufswunsch: Musiklehrer an einem Gymnasium

Gregor Jennes derzeitiger Berufswunsch ist, wie sein Großvater mütterlicherseits, Musiklehrer an einem Gymnasium zu werden. Dies biete ihm die Möglichkeit, diverse Ensembles zu leiten wie Chöre oder Big Bands oder, wie er sagt, „einfach alles. Dadurch kann ich viele Leute positiv erreichen. Das ist ein ganz wichtiger Beruf. Das weiß ich auch aus meiner eigenen Erfahrung als Schüler.“ Eine Gesangssolokarriere schließt Jenne aber auch nicht aus. Die will er ebenfalls verfolgen mit einem Bachelor-Gesangsabschluss. Nun aber hofft er zunächst einmal auf eine baldige Wiederaufnahme der Proben mit seinem Chor. Selbst wenn es nur in kleineren Gruppen wäre. Er bekommt immer wieder Anrufe, in denen die Menschen das Fehlen des musikalischen Gemeinschaftserlebnisses beklagen. Bis es so weit ist, verschickt Jenne an die Sängerinnen Übe-Files, sodass sie sich zu Hause mit Stimme und Songs auseinandersetzen können. Eine Art Homeschooling. Natürlich kein adäquater Ersatz, aber besser als nichts.

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Erstellt:
22. Mai 2020, 06:00 Uhr

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