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Die Henderwäldler-Studios halten die Fasnet hoch

Ein filmreifes Moderatorenteam, Sketche, Rückblicke und die Möglichkeit, ein digitales Schwätzchen zu halten: Der virtuelle Narrenball bot ein umfangreiches Programm.

Gleich beißt er zu: Matthias Schlichenmaier als Graf Dracula mit Diana Spreu als weiblichem Gegenpart. Die beiden sind das Moderatorenteam des Abends. Foto: Murreder Henderwäldler

Gleich beißt er zu: Matthias Schlichenmaier als Graf Dracula mit Diana Spreu als weiblichem Gegenpart. Die beiden sind das Moderatorenteam des Abends. Foto: Murreder Henderwäldler

Von Christine Schick

MURRHARDT. Vorhang auf für Graf Dracula und die Schöne: „Wir begrüßen euch aus den Henderwäldler-Studios“, sagt Matthias Schlichenmaier in edlem Vampirgewand mit langen, vornehm ergrauten Haaren, blass geschminkt und mit kajalverstärkten Augenbrauen. Neben ihm steht Diana Spreu in dunkelrotem Abendkleid und mit leicht gelocktem Haar. Das Zunftmeisterduo meldet sich aus der Henderwäldler-Traumfabrik und erklärt ganz bodenständig noch ein paar technische Details des virtuellen Narrenballs – Programmablauf, die digitalen Tische, an denen man sich in den Pausen zum Plausch treffen kann, Chat und Einstellungsmöglichkeiten. Einfach anders feiern, zusammenhalten und die verrückten Zeiten auch mal mit einem Augenzwinkern betrachten, so lassen sich die zentralen Anliegen des virtuellen Narrenballs beschreiben. Die Murreder Henderwäldler haben sich jedenfalls von den nicht ganz einfachen Umständen der diesjährigen Fasnet keinesfalls entmutigen lassen. Zum Programmpaket gehören beispielsweise Work-outs für die von Isolation und Bewegungsarmut geplagten Mitglieder, Freunde und Gäste, bei denen sich der Zunftmeister als Trainer mit einem imaginären Springseil und zwei, drei Liegestützen verausgabt („Sonst werdet ihr zu breit fürs Häs!“), oder eine Tanzversion mit Diana Spreu und einer Mitstreiterin. Die beiden aerobicen in ihrem Trainingsräumchen, das nichts für Leute mit Platzangst ist, mit Biergläsern als Hantelersatz. Die eigentliche Herausforderung: (Bier-)ernst bleiben.

Apropos verkleiden und Selbstironie: In dieser Hinsicht ist auch ein Beitrag im Zusammenhang mit dem Kostümwettbewerb charmant, bei dem sich die Mitglieder der Henderwäldler mit Fasnetsoutfits ins Zeug legen konnten und über den am Abend auch abgestimmt wurde. Der Abriss (2016 bis 2020) zeigt Kreationen eines Mitglieds, das das ganze Jahr über im produktiv-kreativen Fasnetsfieber zu sein scheint. Die Kostüme strotzen vor Freude am Spiel mit Formen, Stoff und Figuren: Auf ein Fischkostüm mit wedelnden Flossen folgt eine Großqualle auf zwei Beinen mit unzähligen blau-weißen Tentakeln, und ein Spitzenkleid kontrastiert mit einem extrem bärtigen Wikingeroutfit. Letzteres befeuert auch das familiäre Posing enorm. Neben den eigenen Produktionen (auch nett: Henderwäldler-Figuren werden in einer Kasperletheateraufführung erklärt) servieren Dracula und die Schöne auch Beiträge professioneller Unterhalter, befreundeter Vereine und einen Rückblick auf die Aufführung des Stücks „Die kleine Maus sucht die Fasnet“ beim Landesnarrentreffen.

Die Bilanz: „Wir sind wirklich sehr zufrieden mit dem Abend, haben sehr viele positive Rückmeldungen erhalten“, sagt Matthias Schlichenmaier. Klar sei, dass Mitglieder genauso wie Vorstand die Fasnet lieber wie gewohnt gefeiert hätten. Aber das Ziel, sich zumindest digital zu verbinden und gemeinsam den Narrenball zu erleben, ist aufgegangen. Über persönliche Vernetzung ließ sich auch teilen, wie es sich die Mitglieder zu Hause gemütlich gemacht, sich verkleidet und in Fasnetsstimmung gebracht haben. „Es war unter diesen Umständen, so denken wir, der einzig richtige Weg, um auch mal abzuschalten und auf andere Gedanken zu kommen.“

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Erstellt:
17. Februar 2021, 06:00 Uhr

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