Die Natur zu Hause im Museum

Am Karfreitag, 3. April, ist Saisoneröffnung im Carl-Schweizer-Museum: Ab 10 Uhr sind wieder alle Abteilungen geöffnet.

Das Carl-Schweizer-Museum in Murrhardt ist wieder geöffnet. Fotos: CSM

Das Carl-Schweizer-Museum in Murrhardt ist wieder geöffnet. Fotos: CSM

Murrhardt. Jedes Jahr beginnt im Carl-Schweizer-Museum die Tourismussaison am Karfreitag, heuer am 3. April ab 10 Uhr. Dann sind alle Abteilungen, auch die über Winter geschlossene zoologische, wieder uneingeschränkt geöffnet. Besonderes Augenmerk legt die Familie Schweizer auf die Neudekoration der großen Habitatdioramen in der zoologischen Abteilung mit frischen Pflanzen. „Diese Schaugruppen sind die größten, die es in einem naturkundlichen Museum in Baden-Württemberg gibt. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie unterschiedliche Biotope und Lebensräume mit dem darin vorkommenden vielfältigen Artenspektrum an Vögeln und Säugetieren naturgetreu wiedergeben und mit originalen Ästen heimischer Baumarten, Gräsern und Moosen bestückt sind“, hebt Museumsleiter Christian Schweizer hervor.

„Diese Neudekoration ist sehr aufwendig und erfordert etwa vier Wochen intensive Arbeit, von der Beschaffung der Naturmaterialien bis zu deren detailgenauer und sorgfältig gestalteter Einarbeitung in die Dioramen“, erläutert Schweizer. „Wir sind dankbar, dass uns dafür Pflanzen aus privaten Gärten zur Verfügung gestellt werden. Aber auch die Forstämter unterstützen das Museum.“ So erhielt der Museumsleiter heuer Materialien aus der ganzen Region vom Stöckenhof bei Winnenden bis Wolfenbrück. „Diese Pflanzen halten etwa ein gutes Jahr und müssen in jedem Frühjahr ausgetauscht werden, vor allem die großen Äste, da es keine künstlichen Nachbildungen in der für uns erforderlichen Menge und Größe gibt“, verdeutlicht Schweizer.

Bekannt ist es für seine Schaudioramen.

Bekannt ist es für seine Schaudioramen.

Anders ist dies bei manchen kleineren Pflanzen wie Gräsern, Blumen und Büschen, dafür gebe es inzwischen sehr gute Imitationen aus Seide oder Kunststoff. Das „Haus für Natur und Geschichte“ ist bekannt für die Schaudioramen der heimischen Tier- und Vogelwelt. In der zoologischen Abteilung erfahren die kleinen und großen Besucherinnen und Besucher, welche Singvögel in den Landschaften Deutschlands sowie in unserer Region vorkommen oder in früherer Zeit heimisch waren.

Darunter sind wahre „Edelsteine“ wie der Eisvogel oder der Uhu, deren Bestände sich wieder vergrößert haben, ebenso der Schwarzstorch aus Südosteuropa, der auch im Schwäbischen Wald eine neue Heimat gefunden hat. Überdies aber auch Arten, die stark gefährdet sind und deren Bestände immer weiter zurückgehen, wie der Kiebitz oder das Rebhuhn, der Vogel des Jahres 2026.

Das größte Schaudiorama zeigt die Gebirgstierweltgruppe mit dem Auerwild im Zentrum, das im Schwarzwald und im Alpenraum vom Aussterben bedroht ist. Besondere Exemplare sind auch der frei fliegende Bartgeier, der an das aktuelle Wiederansiedlungsprojekt in den Berchtesgadener Alpen erinnert, und die drei Waldrappen, die ebenfalls im südwestdeutschen Raum wieder angesiedelt werden.

Jedes ausgestellte Tier und jeder Vogel ist ein Präparat aus der Präparationswerkstatt der Familie Schweizer, die eine Säule der Museumsarbeit ist. „Einige unserer Präparate sind zum Teil sehr alt, bis über 120 Jahre, aber keine Jagdtrophäen, sondern natürlich abgegangene Exemplare aus Vogelschutzwarten, zoologischen Gärten und Wildparks“, betont er.

„Jüngst erhielt unsere Präparationswerkstatt einen Kranich, der den Bestand der Vogelpräparate verstärkt. Dieses alte Handwerk, die Neuanfertigung und Restauration von Tier- und Vogelpräparaten, wird beim Internationalen Museumstag thematisiert. Solche Präparate sind nämlich auch wertvolle, unwiederbringliche Dokumente über Tierarten, die ausgestorben sind, und Naturräume, die heute nicht mehr existieren.“

Museumsleiter Christian Schweizer weist noch auf die Familienführungen an Sonn- und Feiertagen ab 14 Uhr hin. Ebenso auf Sonderöffnungsaktionstage in Verbindung mit dem Tourismusprogramm der Stadt Murrhardt. So zum Karfreitag, zum Murrhardter Frühling am 24. April, am 1. Mai, zum Internationalen Museumstag am 17. Mai sowie zum Welterbetag am 7. Juni: An diesen Tagen ist der Eintritt frei.

Zusätzlich bietet die Familie Schweizer verschiedene Führungen für Gruppen nach Voranmeldung an, auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten: im Museum, aber auch Stadt-, Nachtwächter- und Limes-Führungen für Schulklassen, Vereine, Senioren und andere. Weitere Informationen zu Führungen und Veranstaltungen gibt es unter www.carl-schweizer-museum.de. pm

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Erstellt:
24. März 2026, 06:00 Uhr

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