Die Rivalen legen vor und die SG Sonnenhof Großaspach zieht nach

Nach den Siegen des FC 08 Villingen und des 1. Göppinger SV am Vortag ist der hart erkämpfte 2:0-Heimerfolg der Oberliga-Fußballer aus dem Fautenhau gegen den abstiegsgefährdeten VfR Mannheim noch einmal umso wichtiger. Sie verteidigen damit Rang zwei und bleiben am Tabellenführer dran.

Großaspachs rechter Außenverteidiger Elias Rahn wird für seinen Vorwärtsdrang mit dem Treffer zum 1:0 belohnt. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Großaspachs rechter Außenverteidiger Elias Rahn wird für seinen Vorwärtsdrang mit dem Treffer zum 1:0 belohnt. Foto: Alexander Becher

Von Steffen Grün

Spitzenreiter Villingen hatte sein Heimspiel gegen Reutlingen mit 3:0 gewonnen und das Polster auf die SG fürs Erste auf vier Punkte ausgebaut. Zudem hatte sich Göppingen in Offenburg beim Schlusslicht letztlich doch mit Ach und Krach mit 2:1 behauptet und den Sonnenhof damit sogar von Platz zwei verdrängt. Selbstredend waren den Großaspachern diese Ergebnisse der Konkurrenten im Titelrennen nicht verborgen geblieben und sie wussten, dass sie unter Druck standen, aber „wir haben das nicht groß thematisiert“, sagte SG-Trainer Pascal Reinhardt nach dem Schlusspfiff über die ausgebliebenen Steilvorlagen. „Wir wollten unsere Aufgabe erledigen und das ist uns gelungen.“

Wenn auch mit gewissen Anlaufschwierigkeiten, die nicht zuletzt mit der Spielweise der Gäste zu tun hatten. Die Mannheimer, die als Elfter mit 35 Punkten im Kampf gegen den Abstieg längst noch nicht auf der sicheren Seite sind, taten dem Titelaspiranten trotz ihres 3:0-Hinspielsiegs nicht den Gefallen, ins offene Messer zu laufen. Vielmehr standen sie tief und stellten die Hausherren vor die Aufgabe, Lösungen zu finden, um den Riegel zu knacken. Das klappte zunächst nicht, „weil wir kein so gutes Positionsspiel hatten“, bemängelte Pascal Reinhardt, der allerdings im selben Atemzug zu Recht darauf hinwies, dass seine Defensive überhaupt nichts zugelassen hatte.

Elias Rahn sorgt mit seinem ersten Tor in der Oberliga für das erlösende 1:0

Als Reaktion auf Mannheims Mauertaktik habe man bereits in der ersten Halbzeit mehr Personal nach vorne beordert. Dieser Mut wurde belohnt, denn das 1:0 in der 33. Minute ging aufs Konto eines Außenverteidigers. „Das ist noch nicht so oft passiert“, stellte der SG-Trainer lachend fest. Nach einer Linksflanke wehrte der VfR zuerst noch ab, doch Anthony Mbem-Som Nyamsi setzte energisch nach und der Abpraller landete vor den Füßen von Elias Rahn. Der 21-Jährige, der vorrangig dafür zuständig ist, die rechte Abwehrseite zu beackern, hielt aus zehn Metern und halbrechter Position entschlossen drauf. Die Kugel sauste zum 1:0 ins linke Eck. „Ich habe den Ball perfekt getroffen, auch wenn er noch ganz leicht abgefälscht wurde. Es ist mein erstes Oberliga- Tor“, zeigte sich Rahn nach der Partie stolz, „zwei Jahre hat es gedauert.“ Dafür war es gleich ein wegweisendes, denn „wenn der Gegner tief steht, ist es umso wichtiger, in der ersten Hälfte noch ein Tor zu machen, damit die Räume etwas größer werden“.

Mit Rahns Treffer zog Großaspach in der Livetabelle wieder an Göppingen vorbei und ging als Zweiter mit einem Punkt Rückstand auf Tuchfühlung zu Villingen. Dabei sollte es aus SG-Sicht bleiben und es war ein kleiner Zwischenschritt, dass sich an der knappen Führung bis zum Pausenpfiff nichts änderte. Esblieb auch in der zweiten Halbzeit ein hartes Stück Arbeit für den Favoriten, der dem zweiten Treffer aber immer näher kam. Nach einem Konter über Luca Wöhrle und Anthony Mbem-Som Nyamsi kam Dominik Salz gegen den herauseilenden VfR-Torwart noch einen Schritt zu spät (54.), der erst wenige Sekunden vorher eingewechselte Konrad Riehle wurde vom Mannheimer Kapitän Max Denefleh im letzten Moment am möglicherweise erfolgreichen Abschluss gehindert (65.). Richtig Pech hatte Großaspach in der 68. Minute: Salz erkämpfte den Ball an der Torauslinie und während der dabei nicht gefoulte Gästespieler dennoch liegen blieb, machte Mert Tasdelen weiter. Er bediente Mbem-Som Nyamsi, dessen Schuss aus etwa 14 Metern an die Latte klatschte.

Michael Kleinschrodts 2:0 bedeutet die Entscheidung zugunsten der SG

Die Partie wurde hitziger und wilder. „Zu wild“ für den Geschmack von Pascal Reinhardt, der einigen seiner Schützlinge zum Ende der Englischen Woche mit den vorherigen Duellen in Pforzheim (3:0) und Villingen (1:1) auch zunehmend „schwere Beine“ attestierte. Er reagierte mit weiteren Wechseln und die Joker hätten „das Spiel noch einmal belebt und Schwung reingebracht“. Einer von ihnen war Michael Kleinschrodt, der mit dem 2:0 (89.) für die Entscheidung sorgte. Fast noch größeren Anteil an diesem Treffer hatte aber Anthony Mbem-Som Nyamsi, der den Ball eroberte, als Mannheims linker Verteidiger „indisponiert war und ich den vollen Willen hatte, mit dem 2:0 den Sack zuzumachen. Er hat zu lange gewartet und ich dachte: ‚Jetzt entscheiden wir das Ding.‘“ So kam es, denn Kleinschrodt musste im Zentrum nur noch den Fuß hinhalten und den Ball über die Linie bugsieren.

Fertig war der Dreier der Marke „Arbeitssieg“, mit dem Großaspach im Titelrennen nicht locker lässt. Weiter geht es bereits am Freitag um 18.15 Uhr beim FC Denzlingen.

SG Sonnenhof Großaspach Reule – Rahn (64. Landwehr), Frölich, Nuraj, Mohr – Celiktas (78. Kunde) – Mbem-Som Nyamsi, Lukas Stoppel (64. Riehle), Wöhrle, Tasdelen (89. Mistl) – Salz (83. Kleinschrodt).

VfR Mannheim Tayar – Becker, Franz, Vrella, Denefleh – Szarka, Ulusoy – Pander (77. Titsch-Rivero), Maloku (87. Arthee), Sahiti (62. Neuner) – Wooten.

Tore 1:0 (33.) Rahn, 2:0 (89.) Kleinschrodt. – Schiedsrichter Lalka (Schönaich). – Zuschauer 328.

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Erstellt:
22. April 2024, 06:00 Uhr

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