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Die Wichtigkeit von Sozialkontakten wird mehr als sichtbar

Evangelische Kirchengemeinde Murrhardt, nach ihrer Klausur eigentlich voller Tatendrang, muss die vielen Ideen nun erst einmal ruhen lassen

Die Aufnahme mit Pfarrer Hans Joachim Stein (hinten Mitte), Pfarrer Achim Bellmann (rechts) und den Kirchengemeinderatsmitgliedern stammt noch aus der Zeit, in der noch ganz selbstverständlich miteinander getagt werden konnte. Foto: privat

Die Aufnahme mit Pfarrer Hans Joachim Stein (hinten Mitte), Pfarrer Achim Bellmann (rechts) und den Kirchengemeinderatsmitgliedern stammt noch aus der Zeit, in der noch ganz selbstverständlich miteinander getagt werden konnte. Foto: privat

MURRHARDT (pm). Die Coronakrise legt auch das Leben der evangelischen Kirchengemeinde Murrhardter lahm. Pfarrer Hans Joachim Stein erinnert sich, wie noch vor einiger Zeit fast im Stundentakt E-Mails mit neuen Anweisungen vom Oberkirchenrat aus Stuttgart in seinem Postfach eintrafen. Nachdem erst nur die Gruppen und Kreise eingestellt werden mussten, die Gottesdienste zunächst aber weiterhin stattfinden konnten, sind nun auch diese nicht mehr möglich und untersagt. Da auch die Kindergärten geschlossen sind, sei es still und einsam im Klosterhof geworden.

Fast schon eine Ewigkeit her zu sein scheint die Kirchengemeinderatsklausur am ersten Märzwochenende auf dem Schönenberg in Ellwangen. Dort herrschte noch keine Krisen-, sondern Aufbruchstimmung, schreibt Stein weiter. Der im Dezember neu gewählte Kirchengemeinderat nutzte das Wochenende, um sich besser kennenzulernen. Jeder hatte Raum, um von sich zu erzählen – von prägenden Erfahrungen, von der Frage nach Gott und dem, was ihm wichtig ist. Es wurde deutlich: „Wir haben einen großen Schatz an Geschichten, aus denen wir schöpfen können.“

Die Mitglieder stellten auch Weichen für die Gemeindearbeit. Nachdem in den letzten Jahren viel Zeit, Kraft und Geld in die Baumaßnahmen geflossen sei, bestand nun der dringende Wunsch, „auch wieder in lebendige Steine, in die Menschen zu investieren“. Die Bauarbeiten für den neuen Kindergarten und die Sanierung an der Stadtkirche gehen weiter und doch lässt sich noch nicht abschätzen, welche Folgen die derzeitige Krise für den Baufortschritt hat. „Aber wir wollen uns davon nicht vereinnahmen lassen, sondern wieder verstärkt nach den Menschen schauen. Im Moment erleben wir ja sehr drastisch, wie wichtig Sozialkontakte für die eigene Stabilität und Lebensfreude sind“, so Hans Joachim Stein. Der Kirchengemeinderat will die Kinder- und Jugendarbeit nach dem Ende des Projekts „Brückenschlag“ ehrenamtlich neu beleben. Dazu muss die Gemeinde den Ehrenamtlichen die Ressourcen zur Verfügung stellen, die sie für ihren Einsatz brauchen. Auch soll die Erwachsenenarbeit ausgebaut werden. Erste Ideen wurden gesammelt: Ausflüge, Themenabende oder kulinarische Treffen. Schließlich soll auch in der Öffentlichkeitsarbeit etwas geschehen. Der Gemeindebrief braucht ein neues Gesicht, die Kirchen müssen wieder zuverlässig geöffnet haben und dazu einladend gestaltet werden. Zurzeit sei zu spüren: Gerade in Krisenzeiten sind offene Gotteshäuser notwendig. Ein weiterer Punkt: als Kirchengemeinde mehr Präsenz zeigen. In der Klausur wurde deutlich, dass schon vieles gut läuft, aber noch nicht gut in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. „Unsere zentrale Lage zwischen Innenstadt und Stadtgarten ist ein großer Pluspunkt. Wir müssen ihn stärker nutzen, um auf uns aufmerksam zu machen und Begegnungen zu ermöglichen“, stellt Stein fest.

Jetzt ruhen die Ideen erst einmal, weil sich das ganze Land im Krisenmodus befindet. Aber sobald wieder Normalität einkehrt, wollen die Mitglieder wieder mit Motivation und Einsatz an die Arbeit gehen.

Aktuelle Informationen auch über die Situation während der Coronakrise finden sich auf der Homepage der Gemeinde www.evangelisch-in-murrhardt.de.

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Erstellt:
24. März 2020, 06:00 Uhr

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