Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Domizil für Gruppen und Familien

Petra und Markus Roß am Schmuckstück des Freizeitzentrums – der Kletterwand, die 2018 mithilfe des Fördervereins „Murrheardt friends“ angeschafft werden konnte. Foto: E. Klaper

Petra und Markus Roß am Schmuckstück des Freizeitzentrums – der Kletterwand, die 2018 mithilfe des Fördervereins „Murrheardt friends“ angeschafft werden konnte. Foto: E. Klaper

Von Elisabeth Klaper

Murrhardt. Idyllisch am Ufer der mäandrierenden Murr liegt das Philadelphia-Freizeitzentrum in der Lutzensägmühle auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerks Bunz im Murrhardter Teilort Alm. Seit 1980 ermöglicht es Kinder- und Jugendgruppen sowie Familien Freizeiten genauso wie Tagesveranstaltungen, Tagungen oder Treffen zu anderen Anlässen. Seit den 1980er-Jahren ausgebaut, bieten vier nach den Evangelisten benannte Gästehäuser 132 Betten in 30 Zimmern. Sie sind unterschiedlich ausgestattet und für Selbstversorger eingerichtet. Zudem gibt es ein Häuschen, das als Ferienwohnung für eine Familie vermietet wird. Es stehen ein Versammlungssaal, Aufenthalts- und Gruppenräume, zwei voll ausgestattete Küchen und Speisesäle sowie ein Tischtennis- und Billardraum (Untergeschoss des Haupthauses) zur Verfügung. Die große Außenfläche verfügt über Spielplatz, Kletterwand, Bolzplatz und Grillstelle. Freier Träger des Freizeitzentrums und der benachbarten, seit 1955 bestehenden Philadelphia-Kinderheimat ist der 1945 gegründete Philadelphia-Verein mit Sitz in Leonberg. In der christlichen, überkonfessionellen Lebensgemeinschaft engagieren sich Mitglieder verschiedener Konfessionen und Kirchen. Sie ist ans Diakonische Werk der Evangelischen Landeskirche Württemberg angeschlossen.

Seit 2015 ist das Ehepaar Petra und Markus Roß fürs Freizeitzentrum verantwortlich. „Wir haben ganzjährig geöffnet, aber die meisten Gäste kommen von März bis Anfang November, im Winter manchmal kleinere Gruppen, die Seminare oder ähnliche Veranstaltungen machen“, erläutert Markus Roß. „Schon in der Kinderheimat gab es Freizeiten, die jedoch aus allen Nähten platzten“, so sei der Verkauf des Sägewerks wie ein Geschenk gewesen, erzählt der handwerklich geschickte Theologe über die Anfänge. 1979 erwarb der Verein vom Besitzer Wilhelm Bunz ein Gebäude und baute es mit viel Eigenleistung von Vereinsmitgliedern und ehrenamtlichen freiwilligen Helfern um.

Der Verein hat 1979 ein erstes Gebäude des ehemaligen Sägewerks Bunz gekauft.

Im Sommer 1980 feierte der Verein die Einweihung des Versammlungssaals, und im Lauf der 1980er-Jahre kamen die weiteren Gebäude und das Gelände hinzu. Seitdem haben Vereinsmitglieder und Ehrenamtliche mithilfe von Handwerksbetrieben die gesamte Einrichtung und Ausstattung der Gebäude und des Geländes verbessert. „Eine Gebäudereinigungsfirma sorgt dafür, dass die Räume rasch wieder belegt werden können, Installationen von Gas, Wasser und Strom übernehmen Profihandwerker. Viele kleine Reparaturen erledigt Markus, ein idealer Hausmeister“, freut sich die gelernte Hauswirtschafterin Petra Roß.

In den Anfangsjahren habe der Trägerverein das Freizeitzentrum für eigene Veranstaltungen genutzt, dann entdeckten es auch andere christliche Gruppen wie Jungscharen, Konfirmanden, Ministranten, Gemeinschaften und Familien als Feriendomizil. „Um die Auslastung zu verbessern, haben wir eine eigene Homepage gestaltet und begannen mit Marketing auf speziellen Internetportalen für Freizeitzentren und Gästehäuser“, so Markus Roß. Mit Erfolg: „Zu uns kommen Gruppen aus ganz Deutschland, die uns übers Internet finden. Doch Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert nach wie vor am besten.“ 2019 sei mit über 6000 Übernachtungen das bisher beste Jahr gewesen, in dem mehr als doppelt so viele Gäste wie vor der Marketingoffensive den Weg ins Freizeitzentrum gefunden haben. „Wir haben uns auch für nicht kirchliche Gruppen geöffnet, die über den Träger informiert werden, da wir eine gemeinnützige Einrichtung sind und uns bewusst von kommerziellen Anbietern unterscheiden. Unsere Preise sind mit Jugendherbergen vergleichbar“, erklärt Petra Roß. 2017 gründeten Freunde des Freizeitzentrums den Förderverein „Murrheardt friends“. Dieser unterstützt die Arbeit mit diversen Projekten. So ermöglichte er 2018 die Aufstellung einer Kletterwand.

Wegen Corona musste das in 2020 geplante Jubiläumsfest zum 40-jährigen Bestehen auf dieses Jahr verschoben werden. „Wir hatten von März bis Juli 2020 geschlossen, von Juli bis Oktober geöffnet, dann wieder ab November geschlossen. Erst seit Juni dieses Jahres können wieder Gäste kommen. Wir haben diese Zeit genutzt, um einige Umbauten vorzunehmen und die sanitäre Ausstattung zu verbessern“, berichtet Markus Roß. Die Gästehäuser haben weitere Duschen erhalten, und zurzeit läuft ein Spendenprojekt, um drei weitere im Haupthaus installieren zu können. Ziel ist, auf eine Dusche für zehn Gäste zu kommen. Bei den Toiletten und Waschbecken sei man gut aufgestellt.

Kleiner Wermutstropfen: Das Freizeitzentrum ist nicht barrierefrei. „Bei Familienfreizeiten ist es möglich, auch mit den Großeltern zu kommen, einzelne Zimmer sind dafür geeignet, aber unsere Ausstattung erfüllt die Voraussetzungen für Seniorengruppen nicht“, stellt Petra Roß klar. Für die Zukunft plant das Ehepaar, die Gebäudeausstattung weiter zu optimieren. So sollen im Markushaus der Gruppen- und Veranstaltungsraum vergrößert und Sanitäranlagen eingebaut werden. Und das Johanneshaus soll ein behindertengerechtes WC bekommen, „damit wenigstens ein Rollstuhlfahrer auch an Freizeiten und Veranstaltungen teilnehmen kann“, betont Markus Roß.

So sieht die Anlage heute aus. Fotos: Philadelphia-Freizeitzentrum

So sieht die Anlage heute aus. Fotos: Philadelphia-Freizeitzentrum

Die historische Aufnahme zeigt das Sägewerk Bunz im Jahr 1919.

Die historische Aufnahme zeigt das Sägewerk Bunz im Jahr 1919.

Das Jubiläumswochenende

Einladung Am Wochenende feiert das Freizeitzentrum sein 41-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsfest. Es beginnt am Samstag, 17. Juli, mit einem Jubiläumsflohmarkt von 11 bis 17 Uhr. Im Angebot ist eine bunte Mischung von Hausrat und Möbeln bis zu Spielen und Büchern. Der Sonntag, 18. Juli, beginnt um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst, wenn möglich im Freien. Anschließend gibt es ein Mittagessen. Nachmittags erwartet die Besucher Kaffee und süßes Gebäck, eine Spielstraße sowie diverse Angebote und Aktionen für die ganze Familie.

Weitere Informationen Die Homepage des Philadelphia-Freizeitzentrums gibt Auskunft über Angebote, Buchungsmöglichkeiten, Einrichtung und Team. Auch zum Jubiläum finden sich dort detailliertere Programmpunkte. Die Adresse im Internet lautet: www.philadelphia-freizeitzentrum.de.

Zum Artikel

Erstellt:
14. Juli 2021, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!