Weniger Reichweite bei Kälte
E-Auto im Winter: Wie lang hält der Akku?
Eisige Temperatur, hohe Geschwindigkeit: Für Elektroautos sind das widrige Bedingungen, unter denen die Reichweite leidet. Wir erklären, welche Folgen das hat.
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Selbst Staus stellen für E-Autos kaum ein Problem dar. Ein gut geladenes Auto kann mehrere Stunden im Stau stehen, so der ADAC. Die Batterie arbeitet selbst bei besonders niedrigen Temperaturen energieeffizient.
Von dpa/Markus Brauer
Bei kaltem Wetter um den Gefrierpunkt herum sinkt die Reichweite des E-Autos um etwa 15 bis 25 Prozent, heißt es seitens des ADAC.
Geheizt wird per Strom
Das liegt überwiegend daran, dass die Heizung stärker arbeiten muss und dadurch mehr Energie verbraucht. Beim Verbrennerauto ist das kein Problem, denn die Abwärme vom Motor kann zum Heizen verwendet werden.
Auf längeren Strecken ist der Energieverlust weniger spürbar. Der Grund: Ist das Auto einmal aufgeheizt, muss nur noch die Temperatur gehalten werden.
Am besten heizt man das Elektroauto also noch an der Wallbox, rät der ADAC. Denn fast alle E-Autos besitzen eine Standheizung. Dadurch werden der Innenraum und die Batterie vorgewärmt, ohne die Reichweite groß zu beeinträchtigen.
Staus sind für E-Autos kein großer Energieschlucker
Selbst Staus stellen kaum ein Problem dar. Ein gut geladenes Auto kann mehrere Stunden im Stau stehen, so der ADAC. Die Batterie arbeitet selbst bei besonders niedrigen Temperaturen energieeffizient.
Wer aber noch extra Energie sparen will, für den hat der ADAC einen Tipp: Statt der Hauptheizung, die Sitz- und Lenkradheizung verwenden. Durch ihre Nähe zum Fahrer wärmen schnell und effektiv. Und das, ohne viel Strom für das Aufheizen des gesamten Innenraums verwenden zu müssen.
Wie lange können E-Autos laufen?
Laut ADAC-Test verbrauchen E-Autos rund 1,5 bis 2 Kilowattstunden (kWh), um den Innenraum im Stand bei minus 10 Grad Außentemperatur eine Stunde lang konstant auf 20 Grad zu erwärmen. Im Extrembeispiel eines zehnstündigen Staus wäre so mit einem Stromverbrauch von 15 bis 20 kWh zu rechnen.
Aber die meisten Elektroautos verfügen heute über Akkus mit deutlicher größerer Kapazität. Das reicht demnach auch in einer staureichen Winternacht ohne Sparmaßnahmen dafür, das Auto mehrere Stunden auf Wohlfühltemperatur zu halten.
Ganz wichtig: Akku muss ausreichend voll sein!
Ganz entscheidend aber dabei ist: Der Akku muss ausreichend voll sein. Daher nie auf den letzten Drücker nachladen. Denn E-Autos verbrauchen im Winter im Schnitt beim Fahren rund 20 bis 30 Prozent mehr Energie. Die Reichweite sinkt.
Auf der Kurzstrecke kann sie sich nach ADAC-Angaben im Extremfall um die Hälfte reduzieren, da Stromer ja keine Motorabwärme für das Heizen des Innenraums nutzen können. Auch der Antriebsakku muss auf Betriebstemperatur gebracht werden. All das kostet Energie.
Rechtzeitig nachladen
Übrigens: Auch Autos mit Verbrenner benötigen bei kalten Temperaturen mehr Energie. Sie verbrauchen im Winter dementsprechend mehr Kraftstoff – Benziner im Schnitt um plus 15 Prozent, Diesel plus 24 Prozent, so der Autoclub.
Daher gilt auch hier: Rechtzeitig deutlich vor Erreichen der Reserve tanken. Hier liegt der Verbrauch im Stand bei etwa 1 bis 1,5 Liter pro Stunde. Also reicht der Vorrat im Tank in der Regel für viele Stunden.
