Tourismus im Weltraum
Ein Hotel auf dem Mond
Ein junger Amerikaner träumt von einem Tourismus auf fernen Himmelskörpern. Als erstes will er ein Hotel auf dem Mond bauen.
© IMAGO/UPI Photo
Ein Foto von der Rückseite des Mondes, aufgenommen von der Artemis-I-Mission der Nasa
Von Rainer Pörtner
Buchungen sind ab sofort möglich: Für eine Anzahlung zwischen 250 000 und einer Million Dollar kann jedermann bei der amerikanischen Firma „GRU Space“ einen Flug inklusive Landung auf dem Mond buchen. Die erste Reise ist für 2029 geplant, nur drei Jahre später soll dann ein mehrtägiger Aufenthalt in einem Mond-Hotel möglich sein.
Ein Hotel auf dem Mond? Klingt zunächst einmal verrückt – und das ist es auch. Eugene Cernan war der bislang letzte Mensch, der den Mond betreten hat. Er kam mit der Apollo-17-Mission im Dezember 1972, fuhr ein bisschen mit seinem Mondauto herum und verschwand dann schnell wieder in Richtung Erde. Seitdem gab es nur noch unbemannte Mondmissionen.
Baumaterial aus Mondstaub
Aber Skyler Chan, Gründer der Drei-Mann-Firma „GRU Space“, scheint es ernst zu meinen mit seinen Hotel-Plänen. Der 22-Jährige hat vor kurzem sein Studium an der Universität Berkeley beendet und verfolgt einen großen Traum: Er will nicht nur selbst Astronaut werden, sondern potenziell allen Menschen ermöglichen, den Mond zu besuchen – durch Aufbau einer Raumfahrttourismusindustrie. Eine erste Finanzspritze hat er sich durch das Gründerzentrum „Y Combinator“ bereits gesichert. Dort glaubt man offensichtlich an diesen Traum.
Die Baustoffe für das Hotel sollen nicht per Rakete von der Erde auf den Mond gebracht werden. Chan will den Staub auf der Oberfläche, den Mondregolith, durch Bindemittel in stapelbare Ziegel verwandeln. Roboter würden diese Arbeit erledigen. „Und wenn wir erst einmal ein Hotel auf dem Mond haben, können wir weitere Strukturen errichten – Straßen, Lagerhäuser, Basen“, sagt Chan voller Begeisterung. „Und dann können wir das Ganze auf dem Mars wiederholen.“
