Ein Sportfestival für den Rems-Murr-Kreis

Im Sportkreistag präsentiert Gerd Lamsfuß seine Idee der Olympischen Spiele im schwäbischen Miniformat, die er auf den gesamten Landkreis ausweiten kann. Sie stößt dort auf viel Anklang, nun gilt es allerdings sich die sportpolitische Unterstützung der Stadt Backnang zu sichern.

Der Einfluss des Sports auf die Kinder und Jugendlichen liegt Gerd Lamsfuß spätestens seit seiner Zeit als Judotrainer besonders am Herzen. Aus diesem Engagement heraus ist auch der Gedanke von Olympischen Spielen für den Rems-Murr-Kreis entstanden. Archivfoto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Der Einfluss des Sports auf die Kinder und Jugendlichen liegt Gerd Lamsfuß spätestens seit seiner Zeit als Judotrainer besonders am Herzen. Aus diesem Engagement heraus ist auch der Gedanke von Olympischen Spielen für den Rems-Murr-Kreis entstanden. Archivfoto: Alexander Becher

Von Carolin Aichholz

Ein großes Sportfest mit Wettbewerben, Spiel und Spaß, diese Idee spukt schon seit vielen Jahren im Kopf von Gerd Lamsfuß. Ganz losgelassen hat sie ihn nie. Für Lamsfuß ist ein für den Sport vereintes Backnang sehr erstrebenswert. Für ihn ist es eine Art sportliche Ausgabe des Straßenfests, das kleine und große Gäste gleichermaßen beeindruckt und begeistert, ein echter Traum.

Seine Idee hat der Backnanger bereits dem Sportkreis Rems-Murr präsentiert. In dessen Präsidiumssprecher und laufbegeisterten Althütter Bürgermeister Reinhold Sczuka hat er auch einen Unterstützer gefunden. Nicht nur das. „Der Zuspruch im Sportkreis war von vielen Seiten sehr groß. Wir werden sehen, wer noch dabeibleibt, wenn es an die Geldfragen und richtig an die Arbeit geht“, sagt Lamsfuß und lacht.

Bislang ist es nur eine fixe Idee, aber der Elder Statesman des Judos im Murrtal würde gerne Nägel mit Köpfen machen. Mit den Verantwortlichen der Stadt Backnang hat er sich bislang lediglich kurz ausgetauscht, erste Gespräche sind für Anfang April anberaumt. Dann soll geklärt werden, ob die Vorstellungen übereinstimmen und ob Lamsfuß sich mit einem Team an detailliertere Planungen machen kann.

Das Projekt liegt Gerd Lamsfuß sehr am Herzen

Dazu zählt zunächst das Festlegen eines Datums, denn die Umsetzung eines solchen Events benötigt einiges an Vorlaufzeit, das weiß Gerd Lamsfuß aus seinem bisherigen Engagement nur zu gut. Schließlich ist er im Judo nicht nur in Backnang zu Hause, sondern engagiert sich auch im Landesverband schon viele Jahre. Dort sammelte er schon viele Erfahrungen im Organisieren und Umsetzen von Großveranstaltungen. Eine Ausweitung von Olympia in Backnang hin zu einem kreisweiten Event kann er sich gut vorstellen, wenn auch andere Vereine mitwirken und Städte ihre Sporthallen zur Verfügung stellen. „Dann hätten wir eine noch größere Vielfalt der Sportarten.“

Ein Anlass für ein solches Sportfestival könnte die Einweihung der neuen Sporthalle (ehemals Karl-Euerle) sein, die aber bereits zu Beginn des kommenden Schuljahres stattfinden soll. Das könnte für Gerd Lamsfuß’ geplante Veranstaltung jedoch knapp werden. Er rechnet eher mit einem Termin im Jahr 2025. Zeitdruck soll bei diesem Projekt, dem er sich gerne mit Herzblut widmen möchte, kein Faktor sein.

Das Ziel soll sein, Kinder und Jugendliche in die Sportvereine zu holen

Viel wichtiger ist ihm, den Stellenwert des Sports wieder zu stärken und vor allem Kinder und Jugendliche zurück in die Vereine zu bringen. In all den Jahren seines Engagements hat er den positiven Einfluss des Sports auf die Jugendlichen, die er trainiert hat, selbst bemerkt. Gerd Lamsfuß ist überzeugt: „Sport gibt Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein und bringt dich immer im Leben weiter, auch in der Schule oder im Beruf. Gerade beim Judo oder bei vielen anderen Kampfsportarten werden die Kinder immer auch mit erzogen.“ Auch dafür sieht er bei solch einer Großveranstaltung Potenzial: Unbekanntere Randsportarten sollen eine Plattform bekommen. Sie sollen sich präsentieren und Interesse bei Jugendlichen wecken können, die von der Sportart möglicherweise noch nichts gehört haben. „Man kann die Kinder heute noch genauso für Sport begeistern, wie das früher der Fall war. Vielleicht müssen wir sie nur anders ansprechen und abholen“, sagt Gerd Lamsfuß, der bei der TSG noch immer junge Judokas trainiert.

„Wir haben eine große und tolle Vereinslandschaft, der so ein Sportfestival gut zu Gesicht stehen würde. Mir schwebt dann noch eine Sportgala eher für die Erwachsenen vor, die mit Showeinlagen punkten könnte und auf der auch die Sportprominenz unserer Region einen Raum für Gespräche finden könnte“, sagt der 68-Jährige. Nicht zuletzt würde er auch gerne den Sportkreistag als Institution stärken und seine Sichtbarkeit verstärken. „Der Sportkreis ist unser Bindeglied zum württembergischen Landessportverband, wird oft aber nicht so genutzt, wie er es verdient hätte.“

Eine besondere Bedeutung hat für das Backnanger Urgestein dabei das Motto der Olympischen Spiele: „Dabei sein ist alles. Das passt sehr gut zum Ziel, wirklich alle ansprechen zu wollen. Denn auch Integration und Inklusion müssen ein Anliegen sein, worum sich der Sport kümmern muss.“

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Erstellt:
28. Februar 2024, 06:00 Uhr

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