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Ein zweiter Kandidat tritt auf den Plan

Bürgermeisterwahl Murrhardt: Neben Amtsinhaber Armin Mößner hat nun auch Roland Anton Krojer seine Bewerbung abgegeben

Die Kommunal- und Europawahlen sind noch nicht lange vorbei. In der Walterichstadt kündigt sich nun bereits die nächste Wahl an. Am Sonntag, 21. Juli, entscheiden die Murrhardter darüber, wer in den kommenden acht Jahren die Geschicke im Rathaus lenkt. Neben Bürgermeister Armin Mößner hat nun auch Roland Anton Krojer aus Murrhardt Interesse bekundet.

In Murrhardt wird bald wieder gewählt. Am 21. Juli steht die Entscheidung darüber an, wer als Bürgermeister in den kommenden acht Jahren die Geschicke im Rathaus lenkt. Archivfoto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

In Murrhardt wird bald wieder gewählt. Am 21. Juli steht die Entscheidung darüber an, wer als Bürgermeister in den kommenden acht Jahren die Geschicke im Rathaus lenkt. Archivfoto: J. Fiedler

Von Christine Schick

MURRHARDT. In größeren Städten hätte Roland Anton Krojer eine Liste von Bürgern benötigt, die seine Kandidatur unterstützen. Dies gilt für Kommunen mit über 20000 Einwohnern, da Murrhardt aber deutlich darunterliegt, ist dies nicht nötig, erläutert Hauptamtsleiter Matthias Kircher. Die Bewerbung von Amtsinhaber Armin Mößner, CDU-Mitglied, liegt im Rathaus vor. Der 35-jährige Diplom-Verwaltungswirt hatte beim Bürgerempfang der Stadt im Januar bereits erklärt, dass er nach seiner ersten Amtsperiode wieder zur Wahl antritt, was in die Stellenausschreibung (Staatsanzeiger für Baden-Württemberg und Murrhardter Zeitung) miteingeflossen ist.

Nun hat auch der parteilose Roland Anton Krojer seine Unterlagen abgegeben. Der 53-jährige Murrhardter ist als Projektmanager für alternative und erneuerbare Energien tätig. Im Zentrum seiner Motivation, sich für das Amt des Bürgermeisters zu bewerben, steht der Umwelt- und Klimaschutz, berichtet er. Das, wofür sich die „Fridays for Future“-Bewegung starkmacht, würde er gerne für die Walterichstadt in konkrete Maßnahmen umsetzen. Sein Schlagwort dazu: „Engery for Future“.

Die vier Fraktionen im Murrhardter Gemeinderat konnten nach dem Wahlkampf jetzt ein wenig durchatmen und wurden von der Bewerbung Krojers überrascht. „Wir haben uns bisher von der Fraktion aus auch noch nicht getroffen“, sagt Andreas Winkle (CDU-FWV). Insofern kann der Fraktionschef nur für sich sprechen. Dies geht den drei anderen Vorsitzenden genauso.

Eine Kandidatensuche sei für die CDU-FWV kein Thema gewesen. Generell sei es gut, bei einer Wahl auch eine Wahl zu haben. Allerdings gibt Andreas Winkle zu Bedenken, dass es für jemand ohne Verwaltungserfahrung nicht ganz einfach sei, das Aufgabenspektrum abzudecken und zu stemmen. „Das ist vielleicht in einer größeren Stadt einfacher, wo man seine Fachbürgermeister hat und stärker repräsentative Aufgaben übernehmen kann.“ Winkle kennt Roland Anton Krojer von seinem Engagement bei der Energiegenossenschaft Murrhardt. „Regenerative Energien sind sein Steckenpferd“, sagt er. Auch für ihn ein wichtiges Thema, aber bei einer Stadt von der Größe Murrhardts kämen viele andere Projekte und Themen hinzu, wie Hochwasserschutz, Breitbandausbau, Baurecht oder Finanzen. Sollte Murrhardt den Gürtel wieder enger schnallen müssen, so seien auch – in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat – konzeptionelle Strategien gefragt, wie man sich ausrichte. Insgesamt findet er, sei Murrhardt im Moment auf einem guten Weg. Zu Klimaschutz und Energiefragen merkt er an, dass, sehe man genauer hin, es keine einfache Lösungen gebe und auch wichtig sei, dass jeder Einzelne sein Tun und Lassen hinterfrage.

Auf den neuen Kandidaten angesprochen, sagt UL-Fraktionschef Wolfgang Hess: „Ich kenne ihn nicht.“ Insofern falle es ihm schwer, schon jetzt etwas zu dessen Kandidatur zu sagen. Man müsste mehr über die genauen Beweggründe erfahren. „Wir haben ja zwei neue Mitglieder in der Fraktion“, so Hess, und bei einem ersten Treffen werde die Kandidatur Krojers neben Fragen wie Besetzung der Ausschüsse sicher auch Thema sein. Die Unabhängige Liste habe von sich aus niemanden gesucht. Der Fraktionsvorsitzende lässt auch durchblicken, dass er mit der Arbeit von Bürgermeister Armin Mößner nicht unzufrieden ist.

Beim ersten Treffen nach der Wahl wird der neue Kandidat Thema sein

„Ich finde es interessant, dass da jemand den Mut gefasst hat, gegen den amtierenden Bürgermeister anzutreten“, meint Gerd Linke, Vorsitzender der Murrhardter Demokraten Alternative Liste/Die Grünen. Dies sage er aber ohne eine Wertung für oder gegen die beiden Kandidaten Roland Anton Krojer und Armin Mößner. Nach einem eigenen Bewerber habe man sich nicht umgetan. Er habe nicht das Gefühl gehabt, dass es eine völlige Kehrtwende braucht. „Es sind viele Projekte angestoßen worden“, sagt Linke. Auch in puncto Klimaschutz sei Murrhardt mit den Stadtwerken, allem voran mit dem Nahwärmenetz, wichtige Schritte gegangen. Der Fraktionschef stellt fest, dass er den sachlichen und gleichzeitig respektvollen Umgang mit Bürgermeister Armin Mößner schätzt. Spannend und gut fände er es, wenn sich beide Kandidaten – oder je nach späterer Lage weitere – bei einer städtischen Veranstaltung beziehungsweise Diskussionsrunde vorstellen, was in letzter Instanz der Wahlausschuss nach Bewerbungsschluss am 24. Juni entscheidet.

Edgar Schäf (SPD) hat sich mit seinen zwei neuen Fraktionsmitgliedern nur kurz getroffen, sodass auch er nur für sich sprechen kann. Er kennt Roland Anton Krojer, hat aber nicht mit seiner Kandidatur gerechnet. Einen eigenen Bewerber zu suchen, war für die Fraktion kein Thema, mit einem SPD-Kandidaten tue man sich hier auch nicht ganz einfach. Gleichsam sei eine Bürgermeisterwahl keine klassisch politische. Zu Bedenken gibt er, dass ein Stadtoberhaupt viele Aufgaben hat, gegebenenfalls auch mit wenig Mitteln auskommen muss. Mit Blick auf Krojers Stoßrichtung sagt er, dass sich Maßnahmen für den Klimaschutz in der Praxis bewähren müssten. Eine zentrale Frage sei, wie man es schaffe, die Erde zu schützen und gleichzeitig die Errungenschaften des geschaffenen Wohlstands nicht völlig abbauen zu müssen.

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Erstellt:
6. Juni 2019, 06:00 Uhr

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