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Eine Identifikationsfigur hört auf

Handballerin Dorothea Csauth beendet ihre Laufbahn, bleibt dem Sport und dem Verein aber weiterhin verbunden. Die 29-Jährige hat in den vergangenen zwei Jahren mit dem HC Oppenweiler/Backnang zwei Aufstiege und den Bezirkspokalsieg gefeiert.

Dorothea Csauth blickt auf interessante Jahre als Handballerin zurück. Foto: A. Hornauer

© Alexander Hornauer

Dorothea Csauth blickt auf interessante Jahre als Handballerin zurück. Foto: A. Hornauer

Von Alexander Hornauer

Dorothea Csauth übernahm Verantwortung auf dem Spielfeld, war aber auch eine Identifikationsfigur innerhalb der Mannschaft. Nun beendet die Handballerin des HC Oppenweiler/Backnang ihre sportliche Laufbahn. Der Doppelaufstieg in den vergangenen beiden Jahren war schön, doch die 29-Jährige sagt aber auch: „Auch in allen anderen Jahren hat es viel Spaß gemacht.“

Csauth begann im Alter von sieben Jahren mit dem Handball. „Anne-Catherine Wolf hat mich mitgenommen“, erinnert sich die Sportlerin aus Oppenweiler. Das Training machte Spaß und sie kam gern wieder. Das Team des Jahrgangs 1991 spielte oft auf HVW-Ebene, meist unter Trainer Gerhard Doll. Csauth erinnert sich an dessen „eingeschweißte Übungskärtchen, mit denen er uns alles genau erklärt hat“. So wichtig wie der sportliche Erfolg war für die Handballerin auch der Zusammenhalt. „Wir waren eine Gruppe von etwa acht Spielerinnen, die viel gemeinsam gemacht haben. Die Sommerferien-Übernachtung in der Gemeindehalle und die Sporttage waren die absoluten Höhepunkte.“

Mit einem guten Gespür für Konter war sie häufig bei den besten Torwerferinnen ihres Teams dabei.

Als es aufgrund eines Personalmangels nicht zur Meldung einer A-Jugend reichte, trug sich Csauth kurzzeitig mit dem Gedanken an einen Wechsel zur TSG Backnang. Sie schnupperte einige Wochen beim Nachbarverein rein, entschied sich dann aber für einen vorgezogenen Direkteinstieg bei der Erwachsenenmannschaft des TV Oppenweiler. „Gemeinsam mit Yella Marquardt und Jessica Wolf habe ich das Trio auf Linksaußen gebildet“, erinnert sich Csauth. Mit einem guten Gespür für Konter war sie häufig bei den besten Torwerferinnen ihres Teams dabei. Nach und nach rückte sie dann auch vom Flügel ins Zentrum und lenkte das Spiel der TVO-Handballerinnen aus dem Rückraum.

Nicht nur auf dem Feld übernahm sie mehr Verantwortung. Auch ihre Rolle im Gefüge des Teams änderte sich. „Am Anfang war ich das Küken und musste nur mitziehen“, erinnert sich Dorothea Csauth. „Aber mit 25 war ich plötzlich die Älteste.“ Sie kümmerte sich um organisatorische Dinge und war als Identifikationsfigur für die Mannschaft wichtig. „Ich habe immer ein offenes Ohr für alles und jeden“, sagt sie über sich selbst, und es ist nicht geschwindelt. Als aus TSG und TVO der HCOB wurde, brachte sie sich wesentlich für das Zusammenwachsen ein. „Sie war der Kopf der Mannschaft“, sagt Carina Fischer, eine der jüngeren Spielerinnen im Team. Sie schätzt die „fürsorgliche, motivierende und ehrliche Art“ von Dorothea Csauth.

Sportlich ging es durch die Bildung der Spielgemeinschaft bergauf. Csauth durfte sich in den letzten beiden Jahren ihrer sportlichen Laufbahn nicht nur über den Gewinn des Bezirkspokals, sondern auch über zwei Aufstiege freuen: von der Bezirksliga über die Landesliga direkt in die Verbandsliga. „Das war großartig, so etwas miterleben zu dürfen“, sagt die Sportlerin. Auch weil sie noch mal ein Jahr mit Rosalie Belz zusammenspielen konnte, wie einst in der Jugend. Einziger Wermutstropfen: dass der Aufstieg nicht auf dem Spielfeld bejubelt werden konnte, sondern formalistisch per Rundschreiben mitgeteilt wurde. Und bei aller Freude über Pokale und Meisterschaften, die beiden finalen Spielzeiten über die anderen stellen, das will Dorothea Csauth nicht: „Denn eigentlich hat es immer Spaß gemacht.“

Sportlich will es die Handballerin künftig ruhiger angehen lassen. „Ich mach jetzt erst mal nichts“, sagt sie, „vielleicht ein bisschen Fitness“. Dem Sport will Csauth verbunden bleiben, sie engagiert sich in der Jugendarbeit, und als Zuschauerin wird sie dabei sein. Bruder Johannes spielt im Drittliga-Team, ihr Ehemann Sebastian Forch ist Spielertrainer der Zweiten. „Beim Frauenteam werde ich schauen, wie sich die Mannschaft entwickelt.“ Spätestens ab Januar 2021 wird Dorothea Csauth wohl auch wieder zum Handball greifen. Da wird sie 30 – und dann hat sie das Mindestalter für die Ü 30 erreicht, in der einige ihrer früheren Mitspielerinnen aktiv sind.

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Erstellt:
9. Juli 2020, 06:00 Uhr

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