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Eine weite Fahrt zum Auftakt des Jahres

Für die Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach ist die kurze Winterpause beendet. In der Regionalliga steht am morgigen Samstag um 14 Uhr die Partie beim Tabellenzehnten KSV Hessen Kassel an. Die Schwaben wollen punkten, um einen Abstiegsplatz zu verlassen.

Jonas Brändle (rotes Trikot) steht wieder zur Verfügung und will mit den Großaspachern in Kassel viel Einsatz zeigen. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Jonas Brändle (rotes Trikot) steht wieder zur Verfügung und will mit den Großaspachern in Kassel viel Einsatz zeigen. Foto: A. Becher

Von Heiko Schmidt

Die weiteste Fahrt in der Regionalliga-Saison steht für die Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach an. Die Mannschaft von Trainer Hans-Jürgen Boysen tritt am morgigen Samstag beim KSV Hessen Kassel an. Los geht es um 14 Uhr im Auestadion. Über 330 Kilometer sind es zum Rivalen aus Nordhessen. Es wird also für die Schwaben ein knackiger Start ins Fußballjahr 2021. Deshalb machen sich die Großaspacher schon am heutigen Freitag nach einer Trainingseinheit im heimischen Fautenhau auf den Weg. In der Nähe von Kassel übernachtet die Mannschaft, um gut ausgeruht fürs Spiel zu sein. Schließlich soll das Fußballjahr besser beginnen, als das alte beendet wurde. Denn im letzten Match in 2020 gab es gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart II eine 0:3-Heimpleite.

Diese Niederlage soll nun vergessen gemacht werden. Erste gute Ansätze gab es in der zweiten Halbzeit beim Testspiel am vergangenen Sonntag beim Regionalliga-Aufstiegsaspiranten Kickers Offenbach, als aus einem 0:3-Rückstand noch ein 3:3 gemacht wurde. Das Unentschieden ist umso höher zu bewerten, da die Großaspacher mit einem Rumpfkader angetreten waren. „Bei unserem Testspiel in Offenbach hatten wir aufgrund von mehreren angeschlagenen Spielern nur einen kleinen Kader mit an Bord“, sagt SG-Coach Hans-Jürgen Boysen. Er schiebt aber nach: „Für die Partie am Samstag werden wir aber wieder über ein gutes Aufgebot verfügen.“ Jonas Brändle, Jan Ferdinand, Jonas Meiser und Torhüter David Nreca-Bisinger haben ihre kleinen Wehwehchen auskuriert und sind wieder einsatzbereit. Hingegen steht nach wie vor Schlussmann Oliver Schnitzler (Achillessehnenriss) nicht zur Verfügung. Ebenfalls nicht mit nach Kassel reisen wird Sandro Sirigu (Muskelfaserriss). Fraglich ist zudem der Einsatz von Darius Held (Adduktorenprobleme). Mohamed Diakite hingegen befindet sich wieder im Mannschaftstraining, ein Einsatz am morgigen Samstag kommt für ihn allerdings noch zu früh.

Trotz der personellen Ausfälle wird Coach Boysen genügend Alternativen für ein schlagkräftiges Team haben. Schließlich ist für den 63-Jährigen und seine Mannschaft die Begegnung in Kassel sehr wichtig. Zugleich wird es der Auftakt für einen stressreichen Januar sein, denn im ersten Monat des Jahres stehen für die SG gleich sechs Partien auf dem Programm. Fünf Begegnungen davon finden in der Fremde statt. Da heißt es, von Anfang an hellwach zu sein. „Wir hatten bis auf die drei freien Tage über Weihnachten und den Neujahrstag durchtrainiert und intensiv weitergearbeitet, um für den Start am kommenden Samstag in Kassel auch gut gerüstet zu sein“, macht Boysen klar. Das sollte der Dorfklub auch, denn im Kampf gegen den Abstieg zählt jeder Punkt. „Die Mannschaft war fleißig und ich glaube, dass wir auch jetzt wieder ein gutes Stück vorangekommen sind“, erklärt Boysen. Der Trainer hat Respekt vor dem morgigen Kontrahenten. „Hessen Kassel hat aus meiner Sicht einen guten Start hingelegt, war in den letzten Wochen jedoch auch starken Schwankungen ausgesetzt.“ Ähnliche Schwankungen gab es auch bei den Großaspachern.

Boysen verspricht aber: „Wir haben Kassel ausgiebig analysiert und werden die Reise gut vorbereitet und optimistisch antreten. Durch die Pause ist es aber natürlich schwer einzuschätzen, in welcher Verfassung sich die Mannschaft momentan befindet. Wir werden eine sehr gute Leistung benötigen, um unserem Gegner Paroli bieten zu können.“ Schließlich soll etwas Zählbares aus der Documenta-Stadt mitgenommen werden. Die bisherige Bilanz zwischen den beiden Mannschaften spricht für den Sonnenhof. Zehn Spiele gab es in den Regionalliga-Jahren von 2009 bis 2014. Fünf Siege landeten dabei die Großaspacher, während die Hessen viermal die Nase vorne hatten. Eine Begegnung endete mit einem Unentschieden. In Kassel haben die SG-Fußballer bislang drei Siege gelandet, mussten sich aber auch zweimal geschlagen geben. Wenn die Großaspacher eine starke Leistung abliefern, könnte auch ein Dreier möglich sein.

Das Auf und Ab der Fußballer aus Kassel

Der KSV Hessen Kassel hat eine Geschichte, die vom Auf und Ab gekennzeichnet ist, wurde am 3. Februar 1998 gegründet und hat die Vereinsfarben Rot und Weiß. Der heutige KSV Hessen ist der inoffizielle Nachfolgeverein des FC Hessen Kassel, der seinerseits der Nachfolgeverein des alten KSV Hessen Kassel war. Der alte KSV Hessen spielte zwischen 1980 und 1990 acht Jahre lang in der Zweiten Bundesliga und verpasste mehrfach knapp den Aufstieg in die Erste Bundesliga. Nach dem Konkurs im Jahr 1993 wurde der inoffizielle Nachfolger FC Hessen gegründet, der Ende 1997 ebenfalls in Konkurs ging und aus dem Vereinsregister gelöscht wurde. Daraus entstand wieder der KSV Hessen Kassel. Der stürzte zwischenzeitlich in die Fünftklassigkeit ab. Inzwischen sind die Hessen in der Regionalliga, der vierthöchsten Klasse, angekommen.

Im Laufe seiner Geschichte stellte Kassel mehrere Nationalspieler. Karl-Heinz Metzner spielte zweimal für die deutsche Nationalelf. Weitere Nationalspieler während ihrer Zeit in Kassel waren der Afghane Harez Habib, der Schwede Mats Nordgren, der Burkiner Kassoum Ouédraogo und der Finne Tommi-Björn Paavola. Der Coach beim KSV Hessen ist seit 2019 Tobias Damm. Frühere Trainer beim KSV waren unter anderem Matthias Mink, Mirko Dickhaut, Hans-Ulrich Thomale und Lorenz-Günther Köstner.

Die Heimspielstätte des KSV Hessen Kassel beziehungsweise seiner Vorgänger ist seit 1953 das Auestadion mit einer heutigen Kapazität von 18737 Plätzen, davon etwa 8700 Sitzplätze. Der Zuschauerrekord wurde am 6. Juni 1964 aufgestellt, als 37000 Zuschauer das Aufstiegsrundenspiel zur Bundesliga gegen Hannover 96 sahen.

Aufgrund der aktuellen Hygieneverordnungen findet der Spielbetrieb der gesamten Regionalliga Südwest ohne Zuschauer statt. Das trifft somit auch auf die morgige Partie der Großaspacher in Kassel zu. Wer jedoch bestens über die um 14 Uhr beginnende Begegnung informiert werden möchte, der sollte den Liveticker unserer Zeitung im Internet unter www.bkz.de/sg-sonnenhof verfolgen. Außerdem will der KSV Hessen Kassel die Partie gegen die Schwaben im kostenlosen Livestream übertragen. Dieser wird auf dem vereinseigenen YouTube-Kanal des Gastgebers mit dem Namen „KSV Hessen Kassel – Löwen.tv“ zu sehen sein.

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Erstellt:
8. Januar 2021, 06:00 Uhr

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