Wetter
Eisheilige bringen Schnee auf dem Feldberg
Winter-Intermezzo im Mai: Die Eisheiligen schlagen zu und hüllen den Feldberg-Gipfel in eine Neuschneedecke. Auf 1493 Metern kehrt der Winter zurück.
© IMAGO/Jan Eifert
Schneebedeckte Tannenzweige (Symbolbild).
Von mic/red
Eigentlich hatten wir den Wintermantel schon tief im Schrank vergraben und uns auf den ersten Eiskaffee in der Sonne gefreut. Doch pünktlich Mitte Mai 2026 machen die Eisheiligen ihrem Namen alle Ehre.
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Während im Rheintal der Regen peitscht, ist auf dem Feldberg Neuschnee angesagt. Zumindest für eine überzuckerte Gipfellandschaft dürfte es in der Nacht auf Dienstag reichen.
Mamertus und Kalte Sophie
Vom 11. bis zum 15. Mai ziehen traditionell die „fünf Eisheiligen“ – Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die „Kalte Sophie“ – übers Land. Was früher eine wichtige Orientierungshilfe für Landwirte war, sorgt heute bei Wanderern und Outdoor-Fans für Staunen.
Auf dem Gipfel des Feldbergs (1.493 m) sind die Temperaturen in diesen Tagen drastisch gesunken. Statt Frühlingserwachen heißt es dort oben nun womöglich: Neuschnee. Während es in tieferen Lagen wie Freiburg bei einstelligen Werten ungemütlich nasskalt ist, soll die Pracht auf dem höchsten Berg Baden-Württembergs liegen bleiben.
Eisheilige in Baden-Württemberg mit Ansage
Meteorologisch lässt sich das Ganze einfach erklären: Im Mai erwärmt sich die Landmasse schneller als das Meer. Das führt oft zu Tiefdruckgebieten, die eiskalte Polarluft direkt nach Mitteleuropa schaufeln. Trifft diese auf das Mittelgebirge, bleibt am Feldberg manchmal genau die weiße Schicht hängen, die wir im Flachland längst vergessen hatten.
Was bedeuten die Eisheiligen am Feldberg?
- Wanderer & Mountainbiker: Vorsicht ist geboten! Die Wege können spiegelglatt sein. Wer eine Tour plant, sollte unbedingt auf festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung setzen.
- Gärtner: Die „Kalte Sophie“ am 15. Mai ist die letzte Hürde. Bevor sie nicht vorbei ist, sollten Balkonpflanzen in höheren Lagen nachts lieber noch einmal rein geholt werden.
- Fotografen: Jetzt ist die Zeit für seltene Kontraste – blühende Frühlingswiesen im Tal und winterliche Tannen auf dem Gipfel.
Die Temperaturen am Gipfel bewegen sich um den Gefrierpunkt, mit weiteren Schneeschauern ist bis Mitte der Woche zu rechnen.
