Hantavirus
El País: Böse Erinnerungen an Corona – aber „kein Grund zur Panik“
Es gebe „enorme Unterschiede zwischen dem Hantavirus und dem Coronavirus, das vor sechs Jahren eine weltweite Katastrophe ausgelöst hat“, meint das bekannte Medium „El País“.
© Peter Dejong/AP/dpa
Ankunft von kranken Passagieren in Amsterdam.
Von Michael Maier
Zur Lage auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“, das vom gefährlichen Andenvirus betroffen ist, und sich aktuell auf dem Weg von Kap Verde Richtung Kanaren befindet, kommentiert die spanische Tageszeitung „El País“ einordnend: „Derzeit sind bereits acht Fälle von der WHO registriert. (...) Wieder einmal beschäftigen wir uns mit der Notwendigkeit der Kontaktverfolgung, von Gesundheitsprotokollen und Eindämmungsmaßnahmen.
Es ist jedoch wichtig, die enormen Unterschiede zwischen dem Hantavirus und dem Coronavirus zu betonen, das vor sechs Jahren eine weltweite Katastrophe ausgelöst hat. Das Hantavirus ist zwischen Menschen weitaus weniger übertragbar als das Coronavirus, und es gibt mehr Informationen über seinen Ursprung. Es gibt keinen Grund zur Panik, aber durchaus Lehren, die aus früheren Erfahrungen gezogen werden können.“
„Ansteckungsrisiko zwischen Menschen gering“
Weiter heißt es bei „El País“: „Die Krise aufgrund des Ausbruchs des Andesvirus auf dem Antarktis-Kreuzfahrtschiff MV Hondius begann am 20. März, als etwa 170 Personen in Ushuaia (Argentinien) an Bord gingen, um eine Expedition durch die Gewässer der Antarktis auf einem eisverstärkten Schiff zu unternehmen. Eineinhalb Monate später hat sich daraus ein Problem der öffentlichen Gesundheit entwickelt, das sich bislang auf ein Schiff konzentriert und bei dem das Ansteckungsrisiko zwischen Menschen gering ist. Dies sollte keinen Raum für nationalen Egoismus in Fragen der öffentlichen Gesundheit lassen und dazu dienen, die Koordination bei Ausbrüchen wie diesem zu verbessern.“
Quarantänepflicht für Passagiere der MV Hondius?
Unterdessen gibt es in Spanien Unstimmigkeiten über die Aufnahme der Passagiere von der MV Hondius auf Teneriffa. Regionalpräsident Fernando Clavijo von der Kanaren-Koalition (CC) will nur eine Landung in Booten erlauben und das Kreuzfahrtschiff selbst nicht anlegen lassen. Auch ist noch umstritten, ob die Passagiere freiwillig oder verpflichtend in Quarantäne sollen. Die Ankunft im Hafen von Granadilla wird erst am Wochenende erwartet. Laut der spanischen Gesundheitsministerin Mónica García sind zunächst umfangreiche Untersuchungen in einem Militärkrankenhaus vorgesehen.
