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Endspurt fürs große Krabbeln

Die Aktions- und Rätseltouren rund um die Tierwelt in Murrhardt, Oppenweiler, Auenwald und Berglen, die im Rahmen des KJR-Projekts „Outdoor inklusiv“ entstanden, haben sich großer Beliebtheit erfreut. Die Auenwaldtour kann noch in den Herbstferien besucht werden.

Waldschrat Jan Vogel (Zweiter von rechts) hat sich zum Team Katharina Schönemann (Zweite von links) und Nico Dollmann (links) – die Macher der Familienrallyes – gesellt, um aus dem Korb mit den Postkarten der Teilnehmer, den er vorher noch mal gut durchgeschüttelt hat, die Gewinner zu ziehen. Sibylle Uebele (rechts) ist als Vertreterin der Gemeindeverwaltung Auenwald ebenfalls dazugestoßen. Dort können Familien die Erlebnistour „Das große Krabbeln“ am Schloss Ebersberg auch in den Herbstferien noch besuchen. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Waldschrat Jan Vogel (Zweiter von rechts) hat sich zum Team Katharina Schönemann (Zweite von links) und Nico Dollmann (links) – die Macher der Familienrallyes – gesellt, um aus dem Korb mit den Postkarten der Teilnehmer, den er vorher noch mal gut durchgeschüttelt hat, die Gewinner zu ziehen. Sibylle Uebele (rechts) ist als Vertreterin der Gemeindeverwaltung Auenwald ebenfalls dazugestoßen. Dort können Familien die Erlebnistour „Das große Krabbeln“ am Schloss Ebersberg auch in den Herbstferien noch besuchen. Foto: A. Becher

Von Christine Schick

MURRHARDT. Schon längere Zeit vor den Sommerferien hatte sich abgezeichnet, dass die meisten Städte und Gemeinden auf Ferienprogramme verzichten würden, und so kam die Idee von Katharina Schönemann und Nico Dollmann vom Projekt „Outdoor inklusiv“ des Kreisjugendrings Rems-Murr genau richtig. Die beiden sind dort als bewährtes Zweierteam engagiert, das sich fachlich und persönlich ergänzt – Katharina Schönemann ist Waldpädagogin, Nico Dollmann arbeitet bei den Backnanger Werkstätten der Paulinenpflege Winnenden. Die beiden erkunden, wie inklusive Outdoorangebote gestaltet sein müssen, um möglichst vielen Menschen einen guten Zugang zu bieten, und entwickeln dazu eigene Konzepte. Letzteres ist ihnen mit den vier Familienrallyes in Murrhardt, Oppenweiler, Auenwald und Berglen nicht nur gelungen, sie haben an den Standorten mit ihren Erlebnis-, Aktions- und Rätseltouren rund um die Tierwelt auch für Angebote gesorgt, die sehr gut besucht waren und Anklang gefunden haben. In Murrhardt verlief die Rallye entlang des Trimm-dich-Pfads und umfasste 20 Stationen, bei denen Familien, Kinder und Erwachsene ihr Wissen über Waldtiere spielerisch testen und erweitern konnten. Für Gäste des Schlossparks in Oppenweiler haben die beiden eine Rundtour mit zwölf Stationen aufgebaut, die typische Parktiere wie zum Beispiel Ente, Igel, Eichhörnchen oder Pfau vorstellten. Der dritte Standort Berglen entlang des Streuobstlehrpfads thematisierte an 17 Stationen entsprechend Tiere, die besonders in diesen Gefilden zu finden sind – Buntspecht, Schmetterling, Maus und Reh. Und in Auenwald sind es vor allem die ganz kleinen Mitgeschöpfe, die erkundet werden können, wie Ameise, Mistkäfer, Kellerassel oder Regenwurm. Die zehn spannenden Stationen dort führen um die Burg Ebersberg, helfen, wie Angelika Roth als Projektleiterin beim Kreisjugendring es ausdrückt, auch den letzten Aufstieg zu erklimmen. Zudem gibt es vier weitere Mitmachstationen dort am Spielplatz. Das Präsenz ist bewusst gewählt: Die Familienrallye in Auenwald „Das große Krabbeln“ kann noch in den Herbstferien besucht werden und wird erst dann abgebaut.

Zu einer Rallye gehört logischerweise auch Rätselspaß, der bei den vier Pfaden anhand von Fragen zu Wald-, Wiesen- und Parktieren sowie Krabblern mit eingewebt war. Verbunden mit ihnen war ein Gewinnspiel, bei dem man per ausgefüllter Postkarte teilnehmen konnte. Insgesamt sind 732 Karten bei den Rathäusern der vier Kommunen eingegangen, was Angelika Roth beachtlich findet. „Das heißt, es waren sicher viele darüber hinaus auf den Aktionswegen unterwegs“, sagt sie. Am Teilnehmerfeld lassen sich noch ein paar weitere Hinweise ablesen – Murrhardt war mit 392 eingesendeten Karten der bestbesuchte Standort, gefolgt von Oppenweiler (150), Berglen (131) und Auenwald (59). Zudem können sich die Projektbeteiligten und ihre Partner – die Kommunen sowie der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald – darüber freuen, dass nicht nur zahlreiche einheimische Besucher, sondern auch Gäste aus einer Reihe anderer Bundesländer und in einem Fall sogar aus Italien das Angebot genutzt haben.

Angelika Roth haben außerdem zahlreiche positive Rückmeldungen erreicht. „Viele fanden das Konzept klasse“, erzählt sie. Die Idee, mit einem Rätselthemenpfad rund um die Tierwelt Wege und einen Park wie in Oppenweiler beim Schloss zu beleben, sei auf positive Resonanz gestoßen. Im Gespräch mit Vertretern der Stadt Backnang sei beispielsweise die Überlegung aufgetaucht, ob das im kommenden Jahr nicht möglicherweise ein Projekt für den Landschaftserlebnisweg ’s Äpple entlang der Backnanger Bucht sein könne.

Aber zurück zu den Teilnehmern: Für das Team ging es nun daran, die Preise zu vergeben, die der Kreisjugendring mit den Projektunterstützern (Aktion Mensch, Heidehof-Stiftung und Katharina-WittStiftung), der Naturpark und die vier Kommunen gemeinsam stellen. Dabei war es Katharina Schönemann und Nico Dollmann wichtig, dass diese Gaben wiederum einen Anker in der Region haben – sprich es sind Gutscheine von Geschäften und Institutionen vor Ort sowie ein Wanderführer mit Karte aus dem Naturpark.

Als männliches Pendant zu einer Glücksfee konnten die beiden den Waldschrat Jan Vogel gewinnen. Der hat den großen Korb mit den vielen Postkarten noch mal gut durchgeschüttelt, um dann die sechs Hauptpreise zu ziehen. Die Gewinner werden von den jeweiligen Rathäusern benachrichtigt, dort können sie ihre Preise auch abholen, in Murrhardt hält sie das Naturparkzentrum am Marktplatz bereit.

Katharina Schönemann und Nico Dollmann sind hochzufrieden mit diesem Etappenabschluss. „Mir hat die Arbeit an den Rallyes unheimlich viel Spaß gemacht“, sagt Nico Dollmann. „Jede Station war anders.“ Er und seine Tandempartnerin können sich gut vorstellen, an die Konzeption möglicherweise für weitere Strecken anzuknüpfen. „Durch die Arbeit mit Nico ist es gelungen, die Stationen auch nicht so verkopft zu gestalten. Er hat die Dinge auf seine Art hinterfragt und dadurch einen spielerischeren Zugang geschaffen“, sagt die Waldpädagogin.

Übrigens: Der Kurzbeitrag von Aktion Mensch über eine weitere Aktion des KJR-Projekts „Outdoor inklusiv“ – der Rems-Murr-Cross mit Rad- und Wandertouren – ist über die Homepage www.jugendarbeit-rm.de abrufbar.

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Erstellt:
23. Oktober 2020, 06:00 Uhr

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