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Entscheidend ist der Mut, weiterzumachen

Die Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2022 am Heinrich-von-Zügel-Gymnasium Murrhardt haben sich trotz der Einschränkungen wegen der Coronapandemie motiviert und die Prüfungen erfolgreich gemeistert, zwei sogar mit der Traumnote 1,0.

Geschafft: Der Abijahrgang 2022 hat sich nicht durch die schwierigen Umstände unterkriegen lassen. Foto: Jörg Fiedler

© Jörg Fiedler

Geschafft: Der Abijahrgang 2022 hat sich nicht durch die schwierigen Umstände unterkriegen lassen. Foto: Jörg Fiedler

Von Elisabeth Klaper

Murrhardt. „Never gonna give you (up) Abi“ – „ich werde dich niemals aufgeben, Abitur“ lautet das treffende Motto der Abigala des Abiturjahrgangs 2022 am Heinrich-von-Zügel-Gymnasium Murrhardt. Dessen Schülerinnen und Schüler wählten Rick Astleys Song-Titel, um wortspielerisch zu zeigen, dass sie sich trotz aller Widrigkeiten der Coronapandemie voll auf ihr Ziel Abitur fokussierten. „Ihr habt euch nicht unterkriegen lassen“, sondern die Prüfungsvorbereitungen motiviert und erfolgreich „durchgezogen“, lobt Schulleiter und Oberstudiendirektor Henning Zimmermann die 34 Abiturientinnen und Abiturienten bei der Feier in der Festhalle. Maike Ellinger und Finn Haiplik erreichten sogar die Traumnote 1,0. Doch der Erfolg komme häufig nicht ohne Fehlschläge oder gar Scheitern zustande, wie berühmte Beispiele bewiesen. Nun gelte es für die jungen Frauen und Männer, ihre Lebensentwürfe zu realisieren. „Legt den Fokus auf das Wesentliche, setzt euch Ziele. Wichtig ist, dass ihr euren eigenen Weg findet im Bewusstsein, dass Erfolg und Scheitern nicht endgültig sind und das Entscheidende der Mut ist, weiterzumachen“, betont Henning Zimmermann.

Scheffelpreisträgerin Eva Charlotte Buchner knüpft noch einmal an die Prüfungen an: Kritisch analysiert sie das Deutsch-Abiturthema, Johann Wolfgang von Goethes Literaturklassikerdrama „Faust“. Darin werde Faust nicht für seine Taten verantwortlich gemacht, stattdessen tauche Mephisto, der Teufel, als Verursacher und Verantwortlicher auf. So werde Faust nicht als Täter gegenüber Margarete (Gretchen), sondern als Mephistos Opfer wahrgenommen. „Absurd“ sei auch die Frauendarstellung als „einfältig und emotional“. Scharfsinnig zeigt Buchner Parallelen zu heute auf – Fausts Verhalten umschreibe den Begriff „toxische Männlichkeit“: Für die Bestätigung durch Frauen seien Männer bereit, deren Leben zu zerstören. Der Ukrainekrieg sei laut Boris Johnson „durch Putins gekränktes männliches Ego eskaliert“: Dessen Angst, zu verlieren, verhindere Russlands Truppenrückzug. „Beängstigend“ findet Eva Charlotte Buchner, dass das oberste US-Gericht Frauen das Recht auf körperliche Selbstbestimmung unter dem Deckmantel der Religion aberkannte, um „irrationale und impulsive“ Abtreibungen zu verhindern. Darum gelte es, die Menschen- und Frauenrechte vor undemokratischen Kräften zu verteidigen. „Wir müssen für unsere Ziele kämpfen“, um „die Gesellschaft nach unseren Idealen“ zu formen: „Weg von frauenfeindlichen Strukturen, hin zu einer fortschrittlichen Zukunft, in der alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht das gleiche Ansehen genießen“, fordert die Scheffelpreisträgerin.

Eine positive Bilanz der Schulzeit zieht Galamitorganisatorin Bahar Bayram: Sie habe viele Erfahrungen gesammelt, Freunde fürs Leben gefunden und aus Fehlern gelernt. „Geduld und Disziplin zu bewahren ist das A und O“, um „sich etwas einzuprägen und Neues anzueignen“, verdeutlicht die junge Frau. „Ihr habt euch durchs G8 durchgebissen, zu Persönlichkeiten entwickelt und das Wissen für die Studierfähigkeit erworben“, nun „könnt ihr durchstarten“ in Richtung Ausbildung oder Studium, sagt Bürgermeister Armin Mößner. „Bleibt offen und neugierig, hört nie auf zu lernen“, rät Elternvertreterin Marion Scheib den Abiturientinnen und Abiturienten. Diese danken Lehrerinnen und Lehrern, Schulleitung und Schulsekretärin Daniela Kiefer mit Geschenken und sorgen mit einem Babyfotoratespiel und dem Abifilm für viel Spaß.

Der Schulleiter und seine Stellvertreterin Annette Zickler-Maier übergeben ihnen die Zeugnisse und die Lehrkräfte, der Bürgermeister und Freundeskreisvorsitzender Marc Millenet die Preise (siehe unten stehende Infobox).

Der Notendurchschnitt des Abiturjahrgangs 2022 liegt bei 2,3

Jahrgang Mit einem Gesamtnotendurchschnitt von 2,3 haben ihr Abitur am Heinrich-von-Zügel-Gymnasium Murrhardt bestanden (in Klammern sind die Preise genannt): Suzan-Sümeyra Altuner (Preis des Freundeskreises), Morris Ben Ammon, Bahar Bayram, Ebubekir Bicer, Lars Sandor Bohn, Eva Charlotte Buchner (Belobigung, Scheffel- und Ethikpreis), Maike Sophie Ellinger (Schul-, Chemie- und Mathematikpreis, Preis des Freundeskreises, e-fellows.net-Stipendium), Eilin Fischer, Julian Fuchs, Wiebke Geyer (Schulpreis, Preis des Freundeskreises), Finn Haiplik (Schul-, Chemie- und Mathematikpreis, Europapreis, Vorschlag Studienstiftung des deutschen Volkes, e-fellows.net-Stipendium), Alexander Haug, Leander Severin Heil, Mika Christian Hölz (Schul- und Geschichtspreis, e-fellows.net-Stipendium), Tobias Kalmbach (Schul- und Physikpreis), Björn Lucas Klatt, Tom Kugler, Ayden Arvid Mazur, Julian Noller, Antonia Bernadette Obermeier, Daniel Premakumar (Schul- und Physikpreis, Paul-Schempp-Preis, e-fellows.net-Stipendium), Alina Amelie Sattler (Belobigung), Richard Schaper (Physikpreis), Daniel Scheib, Isabell Schieber, Luca Schoch, Delia Schramm (Preis des Vereins Deutsche Sprache), Sila Simsek, Evelyn Sudermann, Jenny Terrazzino (Heinrich-von-Zügel-Preis), Valentin Weiß (Schulpreis, Preis des Kirchenbezirks Backnang, e-fellows.net-Stipendium), Tobias Wiese, Melissa Sara Wörsinger und Luís Zaar Monteiro.

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Erstellt:
8. Juli 2022, 06:00 Uhr

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