Erfolgreiche Entschärfung von Fliegerbombe

Eine britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg sorgte in Stuttgart-Degerloch für Aufregung.

Auf der Ladefläche eines Transporters gesichert: Die Fliegerbombe aus dem Hospitalwald.

© Fotoagentur Stuttgart

Auf der Ladefläche eines Transporters gesichert: Die Fliegerbombe aus dem Hospitalwald.

Von Janina Link

Stuttgart - Es ist ein denkwürdiges Bild, das sich zwei Spaziergängerinnen am frühen Sonntagnachmittag im Hospitalwald bei Stuttgart-Degerloch bietet. Ihr Blick fällt auf einen zylindrischen Metallkörper, der auf der Ladefläche eines Transporters festgeschnallt ist. Zögernd treten sie näher. „Ist das etwa eine Bombe?“, fragt eine der Frauen. Ein Polizist beim Transporter nickt. „Von der geht aber keine Gefahr mehr aus“, sagt er. Doch da sind die beiden schon einen Schritt zurückgewichen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Einsatz des Kampfmittelbeseitigungsdienstes längst abgeschlossen.

Gegen 13.15 Uhr hat ein Team von Experten die Fliegerbombe britischer Herkunft, die bei Sondierungsarbeiten im Hospitalwald entdeckt worden war, entschärft. Sie hatte seit rund 80 Jahren im Erdreich im Stadtbezirk Degerloch geschlummert. Dem waren umfangreiche Evakuierungen vorausgegangen: Rund 1000 Menschen im Stadtteil Hoffeld mussten in einem Umkreis von 600 Metern in Sicherheit gebracht werden. Insgesamt sind an diesem Sonntagmorgen rund 100 Kräfte der Polizei sowie etwa ebenso viele von Feuerwehr und Bevölkerungsschutz im Einsatz, dazu zahlreiche Ehrenamtliche. Aufwendig gestaltete sich die Räumung der Seniorenwohnanlage Lothar-Christmann-Haus innerhalb der Sicherheitszone.

Dort begannen zahlreiche Einsatzkräfte bereits ab 8 Uhr mit der Evakuierung. Viele Bewohnerinnen und Bewohner konnten das Gebäude nicht eigenständig verlassen und wurden mit Krankentransportwagen in umliegende Pflegeeinrichtungen gebracht. Auch mehrere Busse der SSB waren dazu im Einsatz. Nachdem der Sperrbereich kurz nach 11 Uhr vollständig geräumt war, begannen Christoph Rottner und sein Team des Kampfmittelbeseitigungdienstes mit der Entschärfung der Bombe. Zunächst sei man von einer kleineren Bombe von etwa 250 Kilogramm ausgegangen. Doch dann habe sich gezeigt, dass es sich um einen etwa 500 Kilogramm schweren Sprengkörper handele. Die Entschärfung selbst habe mit der Freilegung zwei bis drei Stunden gedauert, so Rottner, und sei „relativ unspektakulär“ verlaufen.

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Erstellt:
29. März 2026, 22:04 Uhr
Aktualisiert:
29. März 2026, 23:59 Uhr

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