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Eventuell steigt die Hälfte der Liga ab

Mit 22 Mannschaften wartet auf Großaspachs Fußballer in der Regionalliga eine Mammutrunde mit 42 Spieltagen. Saisonstart ist für den 1. oder 2. September geplant. Die weiteste Fahrt führt die SG Sonnenhof zum gut 330 Kilometer entfernten Hessen Kassel.

Die Regionalliga Südwest umfasst kommende Saison 22 Teams aus vier Bundesländern. Dabei sind Distanzen von fast 460 Kilometern zurückzulegen.

Die Regionalliga Südwest umfasst kommende Saison 22 Teams aus vier Bundesländern. Dabei sind Distanzen von fast 460 Kilometern zurückzulegen.

Von Uwe Flegel

Die Dritte Liga ist für die SG Sonnenhof Großaspach zumindest vorläufig Geschichte. Nach sechs Jahren müssen die Fußballer aus dem Fautenhau runter in die Regionalliga Südwest. Zum ersten Mal in seiner Geschichte muss der 1994 aus dem Zusammenschluss der Spvgg Großaspach und des FC Sonnenhof Kleinaspach entstandene Verein einen Abstieg verkraften. Eines bleibt allerdings: Hinter dem VfB Stuttgart ist die SG Sonnenhof weiterhin klassenhöchster Fußballklub der Region Stuttgart. Wie und wann geht es für die Elf von Trainer Hans-Jürgen Boysen nun aber in der vierthöchsten Liga weiter?

Saisonstart in der Regionalliga ist am Dienstag und Mittwoch, 1. und 2. September. Genaueres soll den insgesamt 22 Südwest-Vereinen bei einer Konferenz in dieser Woche noch mitgeteilt werden. Sicher scheint zu sein, dass auf die Vereine wohl wenigstens acht englische Wochen warten. Für einige Klubs könnte das eine riesige Herausforderung werden, da bei Weitem nicht alle unter Vollprofibedingungen arbeiten und Distanzen von bis zu 460 Kilometern zurückzulegen sind.

Wie viele Absteiger es nächste Saison gibt, steht noch nicht fest. Mit 22 Mannschaften sind vier Teams mehr in der Staffel als die eigentliche Sollzahl von 18 Klubs. Das bedeutet, dass es einen verschärften Abstieg gibt, diese Zahl aber wohl gedeckelt wird. Wenn nicht, dann könnten im nächsten Sommer schlimmstenfalls elf Vereine im Fahrstuhl nach unten stehen. Nämlich dann, wenn im Mai 2021 aus der Dritten Liga alle vier Südwest-Vereine (Neuling Saarbrücken, Kaiserslautern, Waldhof Mannheim und Ex-Zweitligist Wehen Wiesbaden) absteigen. Gleichzeitig kommen noch die Meister der Oberligen Südwest, Baden-Württemberg und Hessen sowie der beste Vizemeister dieser drei Oberligen dazu, während nur ein Vertreter der Regionalliga Südwest in die Dritte Liga hoch darf. Damit kommen zu den vier Teams, die ohnehin schon zu viel sind, sieben weitere Mannschaften dazu. Als sehr wahrscheinlich gilt deshalb, dass die Maximalzahl an Absteigern festgelegt wird. Zum Beispiel auf acht oder neun Teams. Klar ist schon jetzt, dass es mindestens sieben Absteiger geben muss, wenn die Regionalliga auf einen Rutsch wieder auf 18 Mannschaften gebracht werden soll. Zum Vergleich: Diese Saison gab es nur einen Aufsteiger (Saarbrücken), aber keinen Absteiger, da die sechs beteiligten Verbände Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordbaden, Südbaden und Württemberg beschlossen, die Runde im Gegensatz zur Dritten Liga abzubrechen.

Aus Baden-Württemberg sind neun Vereine in der vierthöchsten Spielklasse mit Teams aus vier Bundesländern dabei. Das Ländle vertreten Aufsteiger VfB Stuttgart, Absteiger SG Sonnenhof Großaspach, der VfR Aalen, der Bahlinger SC, die TSG Balingen, der SC Freiburg II, die TSG Hoffenheim II, der SSV Ulm und der FC Astoria Walldorf. Im Saarland sind der SV Elversberg und Ex-Bundesligist FC 08 Homburg beheimatet. Rheinland-Pfalz wird von TuS Rot-Weiß Koblenz, dem FSV Mainz 05 II, Aufsteiger TSV Schott Mainz und dem einstigen Zweitligisten FK 03 Pirmasens präsentiert. Aus Hessen sind die ehemaligen Erst- und Zweitligisten FSV Frankfurt, Kickers Offenbach und als bester Oberliga-Vizemeister der KSV Hessen Kassel sowie der TSV Bayern Alzenau, der FC Gießen, Neuling Eintracht Stadtallendorf und der Vizemeister dieser Saison, der TSV Steinbach-Haiger, dabei.

Die weiteste Fahrt steht für Großaspach mit etwas mehr als 330 Kilometern zum Auswärtsspiel bei Hessen Kassel an. Zum VfB Stuttgart II ist es mit gut 30 Kilometern vergleichsweise ein Katzensprung.

SG steht mit dem DFB auf Kriegsfuß und bleibt gegenüber dem WFV bei seinen Vorwürfen

Laut Informationen unserer Zeitung plant die SG Sonnenhof, gegen den DFB zu klagen. Nicht wegen des Abstiegs, den akzeptiert Großaspach schweren Herzens. Gestritten wird um rund 80000 Euro, die der DFB dem Drittligisten unrechtmäßig vorenthält, so die Auffassung der Schwaben. Konkret geht es um Aspachs Anteil an den 7,5 Millionen Euro, die die Champions-League-Teilnehmer Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen den Drittligisten sowie der Ersten Bundesliga der Frauen zur Verfügung gestellt haben. Damit sollten deren finanzielle Einbußen in der Coronakrise abgemildert werden. Da die U-23- und die Frauenteams der Bundesligisten bei der Verteilung außen vor bleiben sollten, hatte die SG Sonnenhof mit 300000 Euro geplant. Abtreten will der DFB an die Schwaben angeblich aber nur 221000 Euro. Der Verband zog von den 7,5 Millionen seine Kosten ab, die er hatte, um den Spielbetrieb in Liga drei und der Frauen-Bundesliga wiederaufnehmen zu können. Zum Beispiel mithilfe der umfangreichen Coronatests. Seit Wochen erklären die SG und andere Vereine nun, dass das Vorgehen des Verbands nicht korrekt sei. Nun will zumindest Aspach den hohen fünfstelligen Betrag offenbar einklagen. Auch weil führende Vertreter der vier deutschen Spitzenklubs die Auffassung Aspachs und anderer Drittligisten teilen, so heißt es aus dem Fautenhau. Klar ist, dass die SG beste Verbindungen in die Führungsebene der deutschen Topklubs hat. So war Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff vor seinem Engagement bei RB bekanntlich in Großaspach tätig. Wie erwähnt, bestätigt wurde die Klage von der SG nicht, dementiert hat sie der Verein aber auch nicht.

Auskunftsfreudiger sind Aspachs Vertreter, wenn es um ihre Kritik am württembergischen Verband geht. Jedenfalls wundert sich Vorstandsmitglied Thomas Deters über die Darstellung von WFV-Geschäftsführer Frank Thumm in Bezug auf die Terminierung der restlichen Spiele des unterbrochenen Verbandspokals. Deters hat andere Erinnerungen an die Videokonferenz, bei der besprochen wurde, wie und wann Viertel- und Halbfinale sowie Endspiel noch absolviert werden sollen. „Das Viertelfinale wurde für den 15. August avisiert“, sagt Deters und erzählt, dass er sich bereits gewundert habe, als im schriftlichen Protokoll neben dem 15. August auch der 8. und 9. August als Termin stand. Der aber wiederum sei mit dem Trainingsstart der SG am 27. Juli vereinbar gewesen. Deshalb habe er sich nichts gedacht, als bei den vom WFV an die Viertelfinalisten verschickten Durchführungsbestimmungen der Satz drinstand, dass der Wettbewerb „nicht vor dem 1. August“ fortgesetzt wird. Denn: „Wenn wir die Verträge für die Dritte Liga unterschrieben haben, stand auch, dass es nicht vor dem 1. Juli losgeht, und begonnen wurde Ende Juli.“ Deshalb unterschrieb der Verein die Teilnahmevereinbarung, „zumal wir sonst ja gar nicht hätten mitspielen dürfen.“ Als der 1. August dann plötzlich der fixe Viertelfinaltermin geworden war, „ohne uns von dieser Änderung vorab zu informieren“, fiel Deters aus allen Wolken und sagt nun: „Das ist eine Vorgehensweise, die gar nicht geht.“ Wenigstens gelang es dem Ex-Drittligisten in Absprache mit dem VfB Stuttgart II, das Viertelfinalspiel noch auf den 5. August nach hinten zu schieben. Sollte das gewonnen werden, dann geht es bereits am 8. oder 9. August beim Gewinner des Duells FV Ravensburg (Oberliga) gegen Titelverteidiger SSV Ulm (Regionalliga) weiter. Das ergab gestern die Auslosung in Stuttgart.

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Erstellt:
7. Juli 2020, 06:00 Uhr

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