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Finale Planung für Sanierung der Karlstraße

Das Konzept zur Instandsetzung der Murrhardter Wohnstraße steht, mit der auch die Infrastruktur entlang der Trasse auf Vordermann gebracht werden soll. Die Kosten belaufen sich auf rund 2,52 Millionen Euro. Über die Lage im Sanierungsgebiet bestehen aber Fördermöglichkeiten.

Die Karlstraße ist eine Wohnstraße und wichtige Verkehrsverbindung zwischen Innen- und Weststadt. Foto: Jörg Fiedler

© Jörg Fiedler

Die Karlstraße ist eine Wohnstraße und wichtige Verkehrsverbindung zwischen Innen- und Weststadt. Foto: Jörg Fiedler

Von Christine Schick

Murrhardt. Die Sanierung der Karlstraße nahe der Murrhardter Innenstadt beschäftigt Stadt und Gemeinderat schon eine geraume Zeit. Nun sieht es so aus, als könne der nächste Schritt erfolgen, der in die Ausschreibung der Arbeiten mündet. Das Vorhaben war in der jüngsten Sitzung des Murrhardter Gemeinderates jedenfalls nochmals ausführlich Thema. Bürgermeister Armin Mößner steckte erneut das Projekt und seine Rahmenbedingungen ab: den eindeutigen Sanierungsfall als die zurzeit schlechteste beziehungsweise angeschlagenste Ortsstraße in Murrhardt, wozu auch ihre Nutzung als Ausweichstrecke zurzeit des Unterführungsbaus an der Robert-Franck-Straße/Ecke Bahnhofstraße beigetragen hat. Die Aufnahme ins Sanierungsgebiet „Bahnhof/östlich Klosterhof“ bedeutet finanzielle Unterstützung für die Stadt, zudem kommt, dass für die Anwohner keine Erschließungs-, sondern nur Ausgleichsbeiträge fällig werden, die Mößner als um einiges moderater bezeichnete.

Gerd Rebmann vom Murrhardter Ingenieurbüro Riker und Rebmann stellte die mittlerweile so gut wie finale Planung im Gremium vor. Er beschrieb die Karlstraße als eine wichtige Verbindungslinie zwischen Innen- und Weststadt genauso wie zum und vom Schulareal. Schon in einer Flurkarte von 1831 erwähnt, ist sie heute als Wohnstraße inklusive Senioreneinrichtung, Handwerksbetrieben, Geschäftsräumen und Arztpraxis Straßen- und Lebensraum, den es nun in einem einheitlichen Bild attraktiv zu gestalten gelte.

Die Löschwasserversorgung soll mit

zwei Querleitungen verbessert werden

Geplant wird mit einer Straßenbreite von sechs Metern, sodass auch bei geparkten Fahrzeugen ein Lastwagen passieren kann. Vorgesehen ist aus Richtung Nägele-Platz bis auf Höhe der Burgermühle ein beidseitiger Gehweg mit Betonpflastersteinen, der auf der rechten Seite ab dort bis zur Einmündung in die Hörschbachstraße nicht weitergeführt wird. Rebmann geht davon aus, dass an manchen Grundstücken eine Höhenanpassung nötig wird. Möglichst ohne Eingriffe möchte man mit Blick auf Zäune oder Hecken zurechtkommen. Zwei weitere Details: Auf Höhe der Burgermühle und des Zebrastreifens ist eine leichte Verengung der Straßenbreite vorgesehen, damit sie vom fahrenden Verkehr besser wahrgenommen wird. Der Parkplatz an der Ecke Nägelestraße auf der linken Seite bleibt erhalten. Auf manche Grundstückseigentümer müssen die Planer zugehen, wenn Hausanschlüsse der Kanäle zu richten sind, womit Rebmann bereits bei der generellen Infrastruktur als Teil des Sanierungsprojekts angelangt war. Gleich mitbeseitigt werden soll ein Problem der Löschwasserversorgung: Zwischen Karlstraße und Murrgasse ist an zwei Stellen – in der Nähe des Schwanenstegs und des Übergangs bei der Burgermühle – vorgesehen, eine Querleitung mithilfe einer sogenannten Spülbohrung unterhalb der Murr zu verlegen. Stromleitungen, die noch über die Dächer verlaufen, werden im Zuge der Sanierung in die Erde wandern. Nahwärmerohre sind in der Planung nicht vorgesehen. Die vorläufige Kostenschätzung beläuft sich auf rund 2,52 Millionen Euro. Gerd Rebmann hofft, dass es keine merklichen Kostensteigerungen gibt, zumindest seien die beim benötigten Material aktuell kein Thema. Stadtwerkegeschäftsführer Rainer Braulik ergänzte in puncto Nahwärme, dass möglicherweise auf Höhe der Alten Post noch ein paar wenige Anschlüsse möglich sein könnten. Eine komplette Erschließung der Straße sei aber nicht vorgesehen.

In der Beratung wurden eine Reihe von Details thematisiert. Wolfgang Hess (UL) unterstrich, dass die Fraktion die Sanierung der Karlstraße sehr begrüße. Die Kosten seien allerdings auch kein Pappenstiel, bleiben doch trotz Landesförderung von etwa 690000 Euro noch 1,8 Millionen Euro an der Stadt hängen. Der Fraktionschef sprach sich dafür aus, zumindest eine Mitverlegung von Nahwärmerohren bis auf Höhe der Zügelstraße zu erwägen, wenn die Straße nun schon instand gesetzt werde.

Parksituation in der Karlstraße

lässt zu wünschen übrig

Ein echtes Problem stellt für ihn die Parksituation in der Karlstraße dar, die er als Katastrophe beschrieb und die eigentlich zum Handeln auffordere. Neben Anwohnern würden auch Leute ihr Fahrzeug dort abstellen, die in die Bahn umsteigen und beispielsweise keine Park-and-ride-Parkplatzgebühren zahlen wollten. Mößner sah in einem Eingreifen dort allerdings nur eine Verlagerung des Problems in andere Straßen oder Gebiete.

Andreas Winkle (CDU/FWV) erinnerte daran, dass schon nach dem Unterführungsbau vor rund 30 Jahren eine Sanierung der Karlstraße thematisiert worden war. Den Bypass zur Weststadt nun instand zu setzen, sei richtig und mit der Sanierung sei auch die Infrastruktur zu verbessern. Auch er sprach sich dafür aus, zu prüfen, inwieweit und bis zu welchem Punkt die Mitverlegung einer Nahwärmeleitung vielleicht doch möglich ist. Sich dies nochmals genau anzusehen beziehungsweise zu checken, stellte Braulik auch in Aussicht.

Gerd Linke (MDAL/Die Grünen) hielt fest, dass man die Maßnahme schon einige Zeit vor sich herschiebe, sie aber auch angesichts der Kosten und der Größe des Pakets eine Herkulesaufgabe sei. Elisabeth Zenker (SPD) griff das Thema Nahwärme ebenfalls mit der Bitte um Prüfung auf, sei es doch ein sehr zukunftsträchtiges. Ihre Frage, ob die Pflastersteine auch rollatortauglich seien, bejahte der Bürgermeister insofern, dass sie vergleichbar mit denen beispielsweise in der Sterngasse nahe dem Rathaus sein dürften. Fraktionschef Edgar Schäf zeigte sich zwar skeptisch, was die Fahrbahnbreite im Kurvenbereich anbelangt, wenn größere Lastwagen dort einfahren wollten, Gerd Rebmann hielt aber dagegen, dass er in Bezug auf die gängige Straßenverkehrsordnung keine Probleme sah.

Mit dem einstimmigen Beschluss kann die Verwaltung nun die sogenannte Ausführungsplanung fertigstellen und die Maßnahmen dann ausschreiben.

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Erstellt:
29. September 2022, 06:00 Uhr

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