Paralympische Winterspiele

"Genial": Forster holt erstes deutsches Gold bei Paralympics

Im Abfahrtskrimi holt Monoskifahrerin Anna-Lena Forster die erste deutsche Goldmedaille bei den Paralympics in Italien. Auch im Biathlon gibt es Edelmetall.

Gold im Ski-Krimi: Anna-Lena Forster fuhr zum Sieg.

© Emilio Morenatti/AP/dpa

Gold im Ski-Krimi: Anna-Lena Forster fuhr zum Sieg.

Von Von Martin Kloth und Jana Glose, dpa

Cortina d'Ampezzo/Tesero - Anna-Lena Forster riss im Zielraum den rechten Arm nach oben, winkte in die Kamera - und musste dann noch lange zittern. In einem Abfahrtskrimi gewann die 30 Jahre alte Monoskifahrerin zum Auftakt der Winter-Paralympics in Italien Gold auf der berühmten Tofana-Piste. Mit der Winzigkeit von 0,05 Sekunden Vorsprung siegte die deutsche Fahnenträgerin vor der Spanierin Audrey Pascual Seco. An gleicher Stelle hatte vier Wochen zuvor Emma Aicher olympisches Abfahrtssilber gewonnen.

"Einfach krass", sagte Forster, als sie mit der deutschen Fahne über den Schultern in ihren Interview-Marathon startete. Für die Zollbeamtin ist es die erste Goldmedaille in der Abfahrt, nachdem sie in Peking Silber gewonnen hatte. Insgesamt ist es bei Paralympics ihr fünfter Erfolg nach je zwei Titeln im Slalom und in der Super-Kombination. 

Erst Übelkeit, dann große Glücksgefühle 

"Es ist so geil. Es ist einfach genial, dass es geklappt hat. Ich bin erleichtert, es ist so viel von mir abgefallen, weil ich heute Morgen doch den Druck gespürt habe. Geil, dass das Knappe heute auf meiner Seite war. Umso wertvoller ist die Medaille, weil ich die mir so hart erkämpft habe. Das macht mich unheimlich stolz", sagte sie umringt von ihren feiernden Fans.

Der Tag nach der Eröffnungsfeier, die sie im Deutschen Haus im Fernsehen verfolgt hatte, begann für ihre Verhältnisse ungewohnt. "Mir war kotzübel. Ich wollte eigentlich gar nichts essen", berichtete sie, "ich hätte nicht gedacht, dass ich aufwache und so nervös bin." Am Vorabend habe sie noch gedacht, alles sei im Lot und entspannt. Auch habe sie wegen der Aufregung nicht gut geschlafen. "Aber ich denke, das gehört auch dazu."

Rennen wild, Ergebnis perfekt

Forster war als zweite Läuferin gestartet und mit ihrem Rennen alles andere als zufrieden. "Das Ergebnis ist perfekt, das Rennen selbst war sehr wild. Ich hatte ein paar Ausritte, bei denen ich dachte: Oh Gott, das darfst du dir eigentlich nicht leisten", urteilte sie. Dass die vor ihr gestartete Niederländerin Barbara van Bergen gestürzt und das Rennen unterbrochen war, hatte darauf aber keinen Einfluss. "Ich weiß, wenn Barbara vor mit startet, kann das passieren, weil sie leider so eine Sturzpilotin ist", sagte Forster.

Im Zielraum musste die nun fünfmalige Paralympicssiegerin lange warten, ehe nach der letzten Starterin ihr Erfolg feststand. "Hier unten zu stehen und zu warten, bis alle unten sind, ist echt aufregend", bekannte sie. Als die Spanierin bei den Zwischenzeiten vorn lag, habe sie Gold eigentlich schon abgeschrieben. "Aber irgendwie unten raus hat es dann doch noch gereicht. Das war ein richtiger Krimi. Ich finde es unheimlich geil, wenn solche Rennen so laufen wie heute, wenn es so, so knapp ist", meinte sie. 

Bronze für Wicker im Biathlon: "Bin froh, dass ich es gepackt habe"

Anja Wicker holte derweil im Biathlon trotz zweier Schießfehler Edelmetall. Die 34-Jährige gewann im Sprint der sitzenden Klasse Bronze. Der Sieg ging an Oksana Masters, eine US-Amerikanerin mit ukrainischen Wurzeln, vor ihrer Teamkollegin Kendall Gretsch. Beide blieben fehlerfrei. "Ich habe die letzten Wochen davon geträumt, im ersten Rennen die Medaille zu holen. Unglaublich, dass ich es noch so spannend gemacht habe. Die letzte Runde war wirklich hart, aber ich bin super glücklich, dass es gereicht hat", sagte Wicker, "mit einer Cola werde ich bestimmt mal anstoßen."

Wicker, deren untere Wirbelsäule fehlgebildet ist, unterlief bei ihrer vierten Teilnahme an Paralympischen Spielen in beiden Schießen jeweils ein Fehler. Am Sonntag hat die Bronzemedaillen-Gewinnerin von Peking 2022 im Einzel die nächste Chance auf Edelmetall. Neben den Biathlonrennen tritt Wicker zudem auch in den Langlauf-Wettbewerben an. "Ich will noch mehr und bin auch noch motiviert. Aber das Ziel war, hier eine Medaille zu gewinnen. Und die habe ich. Deswegen schlafe ich heute Nacht, glaube ich, ziemlich gut", sagte sie.

Erleichterter Einlauf auf Platz drei: Anja Wicker.

© Martin Schutt/dpa

Erleichterter Einlauf auf Platz drei: Anja Wicker.

Goldiges Lachen: Anna-Lena Forster.

© Philipp von Ditfurth/dpa

Goldiges Lachen: Anna-Lena Forster.

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Erstellt:
7. März 2026, 11:08 Uhr
Aktualisiert:
7. März 2026, 13:21 Uhr

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