Wetter

Frost in Nordost, über zehn Grad am Rhein

Das Wetter am Wochenende wird zweigeteilt. Der Januar war laut vorläufiger Bilanz außergewöhnlich sonnig und kälter als im Durchschnitt. Und die Großstädte streiten über Streusalz.

Die Sonne zeigt sich am ehesten an den Alpen.

© Sven Hoppe/dpa

Die Sonne zeigt sich am ehesten an den Alpen.

Von dpa

Offenbach - Das Wetter ist am Wochenende in Deutschland zweigeteilt: Die einen sitzen nach der Wetterdienst-Vorhersage in einem "Gefrierschrank", der sich wegen des Windes noch kälter anfühlt als er ist. Die anderen bekommen bei zweistelligen Temperaturen fast Frühlingsgefühle.

Unterdessen wird in Berlin über Streusalz diskutiert, der Deutsche Wetterdienst bilanziert den Januar und die Krankenhäuser sehen mehr Glätteunfälle.

Wie wird das Wochenende?

Der Schnee macht sich langsam rar: Am Samstag gibt es im Nordosten "letzte Flocken", sonst bleibt es bei meist starker Bewölkung trocken. Im Alpenraum zeigt sich vielfach die Sonne.

Das Niederschlagsgebiet verlagert sich bis zum Abend nach Niedersachsen. "Dort kann sowohl Regen niedergehen, der auf gefrorenem Boden zu Glatteis führt, oder es kann schneien", sagte Meteorologe Markus Eifried vom Deutschen Wetterdienst (DWD). "Was genau passiert, lässt sich noch nicht mit Bestimmtheit prognostizieren."

"Sicher vorhersagen lässt sich dagegen das zweigeteilte Temperaturniveau über der Bundesrepublik": Während es im Westen und Südwesten vergleichsweise mild bleibt, wird die Ost- und Nordhälfte "mit kalter Festlandsluft geflutet" so der Meteorologe. "Ein frischer Wind lässt dort das Ganze noch kälter wirken, dicke Winterjacken sind dort vonnöten."

Januar-Bilanz

Am vorletzten Tag des Monats zog der DWD eine vorläufige Monatsbilanz für den Januar. Nach der ersten Auswertung seiner 2.000 Messstationen zeigt sich: Im Nordwesten war es - gemessen an der Zahl der Schneedeckentage - der schneereichste Januar seit 2010. Außerdem war es außergewöhnlich sonnig und kälter als im Durchschnitt der letzten Jahre. 

Am Montag kein Glatteis

Am Montag, wenn in großen Teilen Deutschlands im öffentlichen Nahverkehr gestreikt wird, ist immerhin kein Glatteis zu erwarten: Dort, wo es ein bisschen regnet - im Westen und Südwesten - liegen die Temperaturen im Plus. Wo es kälter ist und auch im Übergangsbereich um null Grad zeigten die Modelle des DWD zumindest am Freitag keinen Niederschlag.

Und wie geht es weiter? Die Zweiteilung bleibt erst mal erhalten. "Der Nordosten bleibt temperaturtechnisch im Gefrierschrank, verbreitet liegen die Höchstwerte im mäßigen Frostbereich", sagt der Meteorologe. "Im äußersten Südwesten sind dagegen wieder zweistellige Plusgrade drin."

Mehr Stürze wegen Glatteis

Wegen Stürzen aufgrund von Glätte werden in einigen Teilen Deutschlands zurzeit vermehrt Menschen in Kliniken behandelt. "Die Krankenhäuser berichten von verstärkter Belastung der Notaufnahmen und der stationären Bereiche durch Glätteunfälle", sagte Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Streit um Streusalz

In Berlin und Hamburg wurde unterdessen über den Einsatz von Streusalz gestritten, das in den beiden Städten aus Umweltgründen weitgehend verboten ist. Nun kommt die klassische Methode doch zum Einsatz.

Nach heftiger Kritik am tagelangen Glättechaos auf Berlins Gehwegen und beißendem Spott aus anderen Ecken Deutschlands soll nun auf den Gehwegen der Hauptstadt kurzfristig Streusalz gegen das Glatteis zum Einsatz kommen. Das kündigte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) an. Rechtliche Grundlage sei eine von ihr erlassene Allgemeinverfügung.

Zuvor hatte ein X-Post von Berlins Regierungschef Kai Wegner (CDU) für Spott im Netz gesorgt. Er appellierte an das Abgeordnetenhaus, den Einsatz von Tausalz möglich zu machen. In Kommentaren wurde das als "Selbstverständlichkeit" kritisiert und mit den Worten: "Man nennt es Winter."

Auch in Hamburg ist der Einsatz von Tausalz auf Nebenflächen ab sofort wieder erlaubt. Die zuständige Verkehrsbehörde erließ eine bis zum 13. Februar gültige Allgemeinverfügung. Damit kann in der Hansestadt klassisches Streusalz verwendet werden, um vereiste Gefahrenquellen zu beseitigen.

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Erstellt:
30. Januar 2026, 06:06 Uhr
Aktualisiert:
30. Januar 2026, 16:15 Uhr

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