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Grillplatz am Römersee in neuem Glanz

72-Stunden-Aktion der katholischen Kirche: Jugendliche bauen Hütte und Sitzgruppe und bringen das Gelände in Ordnung

Der Grillplatz am Römersee soll wieder hergerichtet und zu einem Ort werden, an dem sich Jugendliche ungestört treffen können. Diese Idee setzten rund 40 junge Helfer im Rahmen der bundesweiten 72-Stunden-Aktion der katholischen Kirche in die Tat um. Die neue Grillstelle, eine Hütte und eine Sitzgruppe wurden am Sonntag mit einem Grillfest eingeweiht.

Einschwenken und -setzen des guten Stücks: Die Jugendlichen werden bei der Installation der neuen Grillstelle von Bauhofmitarbeitern unterstützt.

© Jörg Fiedler

Einschwenken und -setzen des guten Stücks: Die Jugendlichen werden bei der Installation der neuen Grillstelle von Bauhofmitarbeitern unterstützt.

Von Annette Hohnerlein

MURRHARDT. Das Projekt war bis kurz vor dem Start ein Geheimnis. Alle, die seit einem Jahr in die Vorbereitungen eingebunden waren, hatten dicht gehalten. Und so war es spannend für die rund 40 beteiligten Jugendlichen zwischen 14 und 22 Jahren, als am Donnerstagabend in Waiblingen beim Start der 72-Stunden-Aktion der Vorhang gelüftet wurde und sie erfuhren, was ihre Aufgabe für die nächsten drei Tage war. „Römergrillen 2.0“ lautete der Titel ihres Projekts, die Beschreibung: „Gestaltet den Grillplatz am Römersee mit einer Grillhütte, einer Grillstelle und Sitzgelegenheiten und organisiert für Sonntagabend ein Einweihungsfest“. „Die Überraschung ist gelungen, das Projekt wurde positiv aufgenommen“, bekräftigt Marian Eitel vom Vorbereitungsteam. Was auch nicht zu verachten war: Für die Aktion wurden die Teilnehmer am Freitag vom Schulbesuch freigestellt.

Um 9 Uhr traten die Jugendlichen zu ihrem Arbeitseinsatz an. Neben Firmbewerbern aus der Seelsorgeeinheit Oberes Murrtal waren auch Mitglieder der Stadtkapelle Murrhardt dabei, der eine oder andere hatte auch einen Freund oder eine Freundin mitgebracht.

Als Erstes begann eine Gruppe aus jugendlichen Helfern und Bauhofmitarbeitern, das Dach eines hölzernen Pavillons zusammenzubauen, der als Unterstellmöglichkeit bei schlechtem Wetter dienen soll. Eine andere Gruppe nahm sich des verwilderten Platzes an, entfernte Unkraut, sammelte Müll auf und fegte Blätter zusammen. Eine alte, vermoderte Sitzgruppe wurde entfernt, um später eine neue aufzubauen. Das Betonieren der neuen Grillstelle übernahm der Bauhof, die Bänke darum herum zu erneuern und einen langen Stehtisch zu errichten, war Aufgabe der Jugendlichen.

Für die Verpflegung der jungen Helfer gab es viele Spenden

„Cool, ein tolles Projekt“, lautet das Urteil von Kaja Seel, Jule Uras und Vivien Leimert. Die drei Firmbewerberinnen gehören zu dem Team, das für die Einweihungsparty am Sonntag zuständig ist. Morgens waren sie auf dem Murrhardter Wochenmarkt und haben die Händler um Gemüse- und Salat-Spenden gebeten. Eine andere Gruppe besuchte die Metzger und Bäcker im Ort, um wegen Würstchen und Brot nachzufragen. „Die waren voll nett“, so die Erfahrung der drei Mädchen. Ein zweiköpfiges Kochteam hatte die anspruchsvolle Aufgabe übernommen, jeden Tag ein Mittagessen für rund 40 Personen zu kochen. Spaghetti Bolognese stand am ersten Projekttag auf dem Speiseplan.

Ein weiteres Team nahm sich den Brunnen vor, der am Weg zum Grillplatz liegt, und der ebenfalls in einem jämmerlichen Zustand war. Die Jugendlichen säuberten die Umgebung des Brunnens, entfernten Unkraut und rückten mit Stahlbürsten und Spachteln dem Moos auf der steinernen Einfassung zu Leibe. „Nach sechs Stunden geht das in den Rücken“, hat Niklas Wolff am eigenen Leib erfahren. Trotz der anstrengenden körperlichen Arbeit sind die Jugendlichen mit vollem Einsatz bei der Sache, stellt Mitorganisator Laurin Strobel fest.

Der 17-Jährige hatte zusammen mit seinem Mitschüler Marian Eitel im April 2018 am Jugendforum der Stadt teilgenommen. In dem Gremium wurde der Wunsch nach einem Platz geäußert, an dem sich Jugendliche im Freien treffen und feiern können. Ein Standort im Stadtgarten wurde mit Rücksicht auf die Anwohner schnell verworfen.

Aber Bürgermeister Armin Mößner hatte einen anderen Vorschlag: „Mir ist der Grillplatz am Römersee in den Sinn gekommen, der nicht im besten Zustand war.“ Eine Instandsetzung des Platzes sei auch deshalb eine sinnvolle Sache, weil er an einem zukünftigen Premium-Wanderweg liege.

Daraufhin hatte Pastoralreferentin Martina Fuchs die Idee, dass die Jugendlichen die Instandsetzung ihres Grillplatzes selbst in die Hand nehmen, und zwar im Rahmen der Aktion „72 Stunden – Uns schickt der Himmel“. Bei dieser Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend engagieren sich rund 85000 Jugendliche in ganz Deutschland drei Tage lang für das Allgemeinwohl.

Am Sonntag zieht Martina Fuchs ein positives Fazit: „Wir kriegen alles fertig, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben super Unterstützung gehabt, manche Helfer sind einfach spontan dazu gekommen. Auch Förster Andreas Schlär hat voll mit angepackt.“ Als sich während der Arbeiten herausstellte, dass ein Gerüst benötigt wird, um die Hütte mit Dachpappe zu decken, hätten ein paar Telefonate genügt. Am Ende standen dann nicht eines, sondern drei Gerüste zur Verfügung.

Jubel: Die überdachte Grillstelle steht.

Jubel: Die überdachte Grillstelle steht.

Das komplette Team der 72-Stunden-Aktion und ihre Helfer. Fotos: J. Fiedler (2)/privat (1)

© Jörg Fiedler

Das komplette Team der 72-Stunden-Aktion und ihre Helfer. Fotos: J. Fiedler (2)/privat (1)

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Erstellt:
27. Mai 2019, 06:00 Uhr

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