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Großaspach verlängert mit Boysen

Fußball-Drittligist baut auch nach einem wahrscheinlichen Abstieg in die Regionalliga auf den 63-jährigen Ex-Profi als Chefcoach. Vor dem Auswärtsspiel in der alten Heimat einigen sich der gebürtige Mannheimer und die SG auf einen neuen Einjahresvertrag.

Gibt im Fautenhau auch in der nächsten Saison die Richtung vor: Hans-Jürgen Boysen, der seinen Vertrag um ein Jahr verlängerte. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Gibt im Fautenhau auch in der nächsten Saison die Richtung vor: Hans-Jürgen Boysen, der seinen Vertrag um ein Jahr verlängerte. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach hat der Ankündigung, diese Woche den künftigen Cheftrainer zu präsentieren, Taten folgen lassen. Hans-Jürgen Boysen hat auch nächste Saison im Fautenhau das Sagen. Der Drittliga-Vorletzte und der 63-jährige Fußballlehrer einigten sich einen Tag vor dem Auswärtsspiel beim SV Waldhof Mannheim (14 Uhr, Carl-Benz-Stadion) auf einen Vertrag, der bis zum 30. Juni 2021 läuft und ligenunabhängig Gültigkeit besitzt.

Die Partie heute in Mannheim ist für Hans-Jürgen Boysen keine ganz normale Begegnung. Schließlich ist der frühere Bundesliga-Verteidiger (Karlsruher SC, 1. FC Saarbrücken) in Mannheim geboren, hat als Jugendlicher beim dortigen SC Neckarstadt gekickt und sich beim VfR Mannheim einen Steinwurf vom Carl-Benz-Stadion entfernt seine ersten Sporen in den höheren Ligen verdient, ehe er beim KSC im Sommer 1980 Profi wurde. Da passt es durchaus gut ins Bild, dass der Kurpfälzer seinen Vertrag bei den Schwaben am Tag vor der Rückkehr in die alte Heimat verlängert hat.

Wobei solche Dinge für SG-Sportdirektor Joannis Koukoutrigas in den Gesprächen mit Boysen maximal zweitrangig gewesen sein dürften. Für den 45-Jährigen war wichtiger, dass der langjährige Zweitliga-Coach (FSV Frankfurt, SV Sandhausen, Kickers Offenbach, Stuttgarter Kickers) seit seinem Einstieg im Februar die Elf aus dem Fautenhau wieder in die Spur gebracht hat. In den acht Partien unter Boysen kam der Vorletzte zu elf Punkten und weist mit drei Siegen, drei Niederlagen sowie zwei Unentschieden eine ausgeglichene Bilanz auf. In Sachen Abstiegskampf hat das die SG zwar nicht groß vorwärts gebracht, doch die jüngsten Auftritte Großaspach passten. Koukoutrigas urteilt: „Hans-Jürgens Handschrift ist klar erkennbar und das Team liefert seit seiner Übernahme kämpferisch und spielerisch überzeugende Leistungen ab.“ Der Sportdirektor hebt zudem die fachlichen und menschlichen Qualitäten des einstigen Bundesliga-Verteidigers hervor. Für Aspachs Sportchef steht fest: „Hans-Jürgen Boysen ist genau der richtige Mann für die vor uns liegenden Aufgaben.“

Großaspach verlängert mit Boysen

Der 63-Jährige, der vor seinem Engagement im Fautenhau sechs Jahre lang nicht mehr als Trainer gearbeitet hatte, fühlt sich im Fautenhau offenbar ebenfalls so wohl, dass er wieder Blut geleckt hat. Der in Aspach lebende Coach erzählt: „Es macht unglaublich viel Spaß mit der Mannschaft und dem Trainerteam.“ Trotz der kurzen Zeit, die er im Amt sei, könne er voller Überzeugung sagen, dass alle Beteiligten mit sehr viel Eifer am Ball seien. Die Ergebnisse der jüngsten Vergangenheit seien beispielhaft für die Entwicklung in den Trainingseinheiten und in den Spielen. Hinzu kommt: „Neben der Philosophie der SG Sonnenhof, von der ich voll und ganz überzeugt bin, war für mich die Einstellung und die Arbeit mit der Mannschaft die Motivation, um zu sagen, dass ich hier gerne langfristig arbeiten möchte.“

Das wiederum kommt mittlerweile nicht mehr ganz so unerwartet, obwohl der Nachfolger des Duos Heiner Backhaus/Mike Sadlo bei seinem Einstand nur von einem „Freundschaftsdienst“ gesprochen hatte. Doch offenbar ist daraus nicht nur eine gute, sondern nun auch längerfristige Verbindung entstanden. Eine, bei der durchaus Hoffnung besteht, dass Boysens Elf heute in der alten Heimat des Trainers den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen bestätigen kann.

Noch nicht völlig geklärt ist übrigens, ob Hans-Jürgen Boysen bei seiner Arbeit weiterhin auf die Dienste von Co-Trainer Markus Lang bauen kann. Der 44-Jährige, der einst den Lokalrivalen TSG Backnang von der Landes- in die Oberliga führte, soll zwar unbedingt im Verein gehalten werden, ob er künftig aber Boysen zur Seite steht oder wieder zur A-Jugend zurückkehrt, ist noch nicht endgültig besprochen. Schließlich, so Koukoutrigas, sei für den Verein sehr wichtig, dass auch die mit Lang frisch in die Oberliga aufgestiegene U 19 einen guten Coach habe.

Die SG Sonnenhof vertraut einmal mehr auf eine fast komplett neue Anfangsformation

In den sechs bisherigen Partien seit dem Wiedereinstieg nach der Coronapause hat Coach Hans-Jürgen Boysen die Aspacher Startelf gegenüber der vorherigen Begegnung stets auf wenigstens zehn Position geändert. Eine Maßnahme, die sich positiv auswirkte, wirkte die SG Sonnenhof in den Spielen doch meist frischer und hatte in der Endphase oft mehr zuzulegen als der Gegner. Deshalb wird Boysen auch heute in Mannheim die Rotationsmaschine anwerfen und im Carl-Benz-Stadion mit einer im Vergleich zum 1:0-Heimsieg über Zwickau deutlich anderen Anfangsformation beginnen. Nicht zur Verfügung stehen dem Cheftrainer die Langzeitverletzten Michael Vitzthum (Hüfte), Timo Röttger (Knöchel), Jamil Dem und Eric Hottmann (beide Reha) sowie Matthias Morys (Adduktorenprobleme). Zudem fehlen Marin Sverko und Sebastian Bösel. Sverko hat sich gegen Zwickau einen Außenbandteilriss im rechten Sprunggelenk und Bösel eine Gelb-Rot-Sperre eingehandelt.

Damit Fußballfans heute beim SG-Auswärtsspiel in Mannheim stets aktuell am Ball sein können, gibt es im Internet unter www.bkz.de/sport/sg-sonnenhof ab 14 Uhr den Liveticker unserer Zeitung. Später kommt dort noch ein Video mit allen Toren, den besten Szenen und Stimmen zum Baden-Württemberg-Duell dazu.

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Erstellt:
20. Juni 2020, 06:00 Uhr

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