Vermisstensuche erfolgreich

Kind weg - Vermisst in Tübingen, gefunden in Stuttgart

Ein Junge verschwindet aus Tübingen, die Polizei sucht mit Hochdruck nach ihm. Tatsächlich ist der Junge da schon in sicheren Händen. Erst am nächsten Morgen wird das Rätsel gelöst.

Die Polizei suchte nach einem Sechsjährigen  aus Tübingen. Er wurde schließlich in Stuttgart gefunden (Symbolbild).

© Lino Mirgeler/dpa

Die Polizei suchte nach einem Sechsjährigen aus Tübingen. Er wurde schließlich in Stuttgart gefunden (Symbolbild).

Von red/dpa/lsw

Während ein Hubschrauber und zahlreiche Einsatzkräfte in Tübingen nach einem vermissten Sechsjährigen suchten, verbrachte der Junge die Nacht in einem Kinderheim in Stuttgart. Das Kind sei noch am Tag seines Verschwindens in einem Einkaufszentrum in der Landeshauptstadt aufgefallen und anschließend in die Obhut eines Kinderheims gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Die Tübinger Ermittler wussten davon jedoch zunächst nichts und setzten ihre Suche fort.

Kind fällt an einer Kasse auf

Laut Polizei hatte das Kind das elterliche Haus am Mittwochnachmittag gegen 14.00 Uhr mit einem Fahrrad verlassen. Später habe seine Familie eine Vermisstenmeldung aufgegeben. „Der Junge ist aber gestern Nachmittag schon in einem großen Einkaufszentrum in Stuttgart aufgelaufen“, sagte ein Polizeisprecher. Das Kind sei an einer Kasse beobachtet worden.

Mitarbeiter verständigten demnach das Sicherheitspersonal, anschließend nahm ein Kinderheim den Jungen auf. Erst am Donnerstagmorgen habe die Polizei davon Kenntnis erlangt. Eltern und Kind seien dann wieder zusammengeführt worden.

Wie der Junge nach Stuttgart kam, war laut Polizei zunächst unklar. „Vermutlich hat er sich in den Zug gesetzt.“ Die Polizei betont, alle Beteiligten hätten sich richtig verhalten. Der Fall sorgte für große Aufmerksamkeit. Nach Angaben des Landeskriminalamtes enden die meisten Vermisstenfälle mit Kindern jedoch schnell und glimpflich.

Was sagen die Zahlen über vermisste Kinder?

Laut dem Landeskriminalamt (LKA) gab es im vergangenen Jahr mehr als 1.500 Vermisstenfahndungen nach Kindern zwischen 0 und 13 Jahren und fast 6.600 nach Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren. Solche Fahndungen seien aber nicht gleichzusetzen mit der tatsächlichen Zahl an vermissten Minderjährigen, wie eine LKA-Sprecherin betonte. Denn wenn ein Minderjähriger wiederholt zur Fahndung ausgeschrieben sei, werde er in der Statistik auch mehrfach gezählt.

Zwar machten Kinder und Jugendliche über 70 Prozent der jährlichen Vermisstenfahndungen aus, sagte die LKA-Sprecherin weiter. Der überwiegende Anteil dieser Fälle sei jedoch innerhalb kurzer Zeit erledigt, da die Gesuchten selbstständig wieder zurückkämen oder - wie nun auch im Fall des Sechsjährigen - schnell gefunden würden.

Mehr als 70 Prozent der Vermisstenfahndungen nach Minderjährigen erledigten sich innerhalb der ersten drei Tage und 94 Prozent innerhalb von 56 Tagen. „Langfristig bleiben weniger als ein Prozent der Vermisstenfahndungen bestehen“, erklärte die LKA-Sprecherin. „Fälle, in denen Kinder und Jugendliche im Zusammenhang mit einer Vermisstenfahndung Opfer eines Verbrechens werden, stellen eine absolute Ausnahme dar, die nicht jährlich vorkommt.“

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Erstellt:
18. Juni 2026, 07:04 Uhr
Aktualisiert:
18. Juni 2026, 13:35 Uhr

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