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Gutachten soll Klarheit schaffen

Städte und Gemeinden entlang der Murrbahn wollen unterschiedliche Szenarien für einen Streckenausbau prüfen lassen

Der Ausbau der Murrbahn ist im vergangenen Jahr zwar im Bundesverkehrswegeplan wieder in den „vordringlichen Bedarf“ aufgenommen worden. Wann die Pläne umgesetzt werden und was dann genau passieren soll, ist aber unklar. Die Interessengemeinschaft Schienenkorridor (IGS) Stuttgart–Nürnberg will deshalb ein Angebots- und Infrastrukturkonzept erstellen lassen.

Die Bahnstrecke zwischen Backnang und Schwäbisch Hall-Hessental ist nur eingleisig. Anrainer machen sich deshalb schon seit vielen Jahren für einen Ausbau stark – bis jetzt ohne Erfolg. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Die Bahnstrecke zwischen Backnang und Schwäbisch Hall-Hessental ist nur eingleisig. Anrainer machen sich deshalb schon seit vielen Jahren für einen Ausbau stark – bis jetzt ohne Erfolg. Foto: A. Becher

Von Klaus Rieder

CRAILSHEIM/BACKNANG. Dass ein Ausbau der Murrbahn zur Verbesserung des Nah- und Fernverkehrs dringend geboten ist, davon muss in der Region wohl kaum jemand überzeugt werden. Die Forderungen stießen bisher aber in Stuttgart und in Berlin nicht auf ausreichend Widerhall. Das soll sich nun ändern, zumal beim Bundesverkehrsministerium jetzt festgelegt wird, in welcher Reihenfolge die Projekte aus dem Bundesverkehrswegeplan (BVWP) angegangen werden.

Für den Murrbahn-Ausbau gibt es bis jetzt noch keinen Termin. „Und dann ist auch unklar, welche Maßnahmen auf der Murrbahn umgesetzt werden sollen“, macht der Schwäbisch Haller Landrat Gerhard Bauer deutlich. Bei einer Sitzung des Murrtal-Verkehrsverbands in Crailsheim erinnerte Bauer jetzt daran, dass die Murrbahn schon in früheren Bundesverkehrswegeplänen als Ausbaustrecke für den Fernverkehr im „vordringlichen Bedarf“ aufgenommen war. Geschehen sei aber trotzdem nichts.

Derzeit ist die Strecke Stuttgart– Nürnberg für den Ausbau auf Neigetechnik vorgesehen. „Das könnte zum Problem werden“, befürchtet Bauer, der auch Vorsitzender des Verbands ist. Denn die Deutsche Bahn betreibt keinen Fernverkehr mit Neigetechnikzügen und plant dies auch nicht. Züge mit dieser Technik können Kurven aufgrund ihrer Schräglage schneller durchfahren, was die Kapazität der Strecke erhöhen würde. Allerdings ist die Technik auch teuer und störanfällig. Die Mitglieder des Murrtal-Verkehrsverbands favorisieren deshalb einen zweigleisigen Ausbau der Strecke zwischen Backnang und Schwäbisch Hall-Hessental.

„Wir wollen mit dem Angebots- und Infrastrukturkonzept aufzeigen, welche Investitionen nötig sind, um unsere Forderungen umzusetzen“, so Bauer, „dann haben wir konkrete Zahlen und können besser argumentieren.“ Die Federführung bei dem Gutachten hat die Interessengemeinschaft Schienenkorridor (IGS) Stuttgart–Nürnberg, die auch die Ausschreibung vornimmt. Andrzej Sielicki, IGS-Verkehrsexperte beim Regionalverband Ostwürttemberg, erläuterte in Crailsheim die „Planfälle“ des Konzepts. Beachtet werden sollen dabei auch der geplante „Deutschlandtakt“ des Bunds, die Entwicklung des Schienengüterverkehrs, die S-Bahnen und der Schienenkorridor Stuttgart–Zürich.

„Das Gutachten hat den Fernverkehr im Korridor als Grundlage und einen 30-Minuten-Takt auf der Murrbahn bei Bedienung aller Bahnhöfe durch Regionalzüge als Ziel“, unterstrich Landrat Bauer. Einen Lückenschluss bei der Elektrifizierung zwischen Hessental und Öhringen und die dadurch mögliche Verlegung des Güterverkehrs von der Murrbahn auf diese Linie über Heilbronn zum Rangierbahnhof Kornwestheim brachte Dieter Zahn ins Spiel. Dies, so der Bürgermeister von Sulzbach an der Murr, würde auf der Murrbahn für zusätzliche Kapazitäten sorgen. Nicht nur er mahnte bei der Verbandssitzung an, auch die S-Bahn von Stuttgart über Ludwigsburg nach Backnang in das Konzept einzubeziehen.

Zahn brachte außerdem eine Führung des Fernverkehrs über die Murrbahn von Stuttgart über Ludwigsburg nach Backnang ins Spiel. „Die größte Stadt entlang des Korridors mit fast 100000 Einwohnern wäre dann angebunden.“ Die Strecke würde sich dadurch nur um acht Kilometer verlängern.

Die Ausschreibung für das Angebots- und Infrastrukturkonzept soll in den nächsten Wochen erfolgen.

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Erstellt:
7. Juni 2019, 06:00 Uhr

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