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Gute Seelen für die Tourist-Info gesucht

Das Ehrenamtsteam, das an Wochenenden und Feiertagen im Naturparkzentrum in Murrhardt für Touristen und Gäste da ist und sie rund um Touren und Aktionsmöglichkeiten berät, würde sich sehr über Verstärkung freuen. Zwei Vertreterinnen erzählen, was den Job ausmacht.

Einer der Feenspuren-Wanderwege führt durchs beeindruckende Felsenmeer.

Einer der Feenspuren-Wanderwege führt durchs beeindruckende Felsenmeer.

Von Christine Schick

Murrhardt. Mittlerweile sind es immerhin rund 18 Jahre, dass es die Gruppe ehrenamtlicher Kräfte gibt, die an Samstagen, Sonntagen und an den Feiertagen das Naturparkzentrum öffnen und Besucherinnen und Besuchern mit Blick auf mögliche Ausflugsprojekte zur Seite stehen. Angefangen hat alles damit, dass Barbara Hirzel einen sozusagen folgenschweren Vorschlag gemacht hat. Die Stadt Murrhardt trug sich mit dem Gedanken, das Haus am Marktplatz 8 zu kaufen, das später Sitz des Naturparkzentrums wurde. „Ich hab dann gesagt, ihr müsst die Touristik dorthin umziehen“, erzählt Barbara Hirzel. Der Standort erschien ihr um einiges attraktiver als der bisherige, der nach ihrer Beschreibung – an einer nicht allzu modernen Theke im Erdgeschoss des Rathauses – ein ziemlich stiefmütterliches Dasein fristete. Im Jahr 2004 war es so weit, die Pläne gingen auf und das Naturparkzentrum stand kurz vor der Eröffnung.

Es war klar, dass die Tourist-Info, wie sie heute heißt, an den Werktagen von städtischem Personal versorgt werden konnte, aber Barbara Hirzel hoffte darauf, dass auch eine Präsenz am Wochenende und an den Feiertagen möglich sein würde: „Also bin ich in die Verantwortung gegangen und hab Ehrenamtliche gesucht.“ Bei der Eröffnung des Naturparkzentrums hörte sie sich um und sprach mit allen möglichen Kandidatinnen und Kandidaten. „Ich hab mir die Namen notiert, sie später angerufen und fast alle haben mitgemacht.“

Manche haben gezielte Fragen, manche interessieren sich für die Angebotspalette

Die Gruppe startete mit 17 Ehrenamtlichen, wuchs später noch an und schmeißt den Laden, salopp gesagt, bis heute. Das heißt? Besucherinnen und Besucher, die etwas in der Umgebung unternehmen möchten, mit Ideen und Tipps versorgen. „70 Prozent sind Urlauber, 30 Prozent Murrhardter, die selbst Gäste haben“, sagt Barbara Hirzel und zeigt auf eines der hinteren Regale, die mit Prospekten, Flyern und weiterem Informationsmaterial bestückt sind. Dort finden sich Anregungen zu Ausflugsideen aus der ganzen Region Stuttgart, also auch Nachbarlandkreisen und dem gesamten Naturpark, wenn die direkte Umgebung schon gut bekannt beziehungsweise abgegrast ist. Mal kommen die Gäste sehr gezielt, um sich nach einer bestimmten Tour oder einem Flyer zu erkundigen, mal möchten sie über den Strauß an Möglichkeiten informiert werden, um auszuwählen.

Weil die Hörschbachschlucht mittlerweile sehr überlaufen, in der Wegführung abgeändert, teils auch rutschig und insofern nicht immer ganz unproblematisch ist, empfiehlt Barbara Hirzel – je nach Konstellation – auch mal gerne eine Tour durchs Felsenmeer. Sie ist landschaftlich abwechslungsreich und hält mit dem Römersee und dem Aussichtsturm am Riesberg zudem zwei attraktive Stationen auch für Familien bereit. „Leute, denen ich das ans Herz gelegt hab, sind später sogar noch mal extra im Naturparkzentrum vorbeigekommen, um sich bei mir zu bedanken.“ Klar, das ist die Ausnahme, auch weil ja die meisten Ausflügler in der Regel am selben Tag noch auf ihren Touren unterwegs sind.

Aber Ruža Welsch stellt fest: „Es ist wirklich eine schöne Arbeit, man ist in Kontakt mit Menschen.“ Und wenn die dann noch zur Tür reinkommen und sagen, „das ist aber klasse, dass ihr am Wochenende da seid“, ist das für sie Bestätigung und Motivation zugleich. Dazu sollte man wissen, dass Ruža Welsch einerseits unter der Woche für die Stadt Murrhardt in der Tourist-Info Ansprechpartnerin ist, den Job aber so gerne macht, dass sie sich andererseits auch im ehrenamtlichen Team engagiert. Gerade deshalb hat sie eine wichtige verbindende Funktion: Da bei ihr neu entwickelte Flyer, Routen und weitere aktuelle Tipps auf dem Tisch landen, hat sie Veränderungen im Blick und gibt das gezielt ans Ehrenamtsteam weiter. Und beide Frauen unterstreichen, dass der Service am Wochenende und an den Feiertagen etwas Besonderes ist, selbst in größeren Städten in dieser Form oft nicht existiert und ohne die ehrenamtliche Konstellation nicht zu stemmen wäre. Nach und nach entwickle man auch ein Gespür dafür, wie sich auf die Einzelnen zugehen lässt. Manche suchen Gespräch und Beratung, manche wollen sich erst mal ganz in Ruhe bei den Broschüren und Flyern umsehen und es macht erst später Sinn, nochmals Hilfe anzubieten.

Um die Zeiten abzudecken, ist aus einem Zweier- ein Einzeldienst geworden

Das hört sich alles doch sehr gut an, hätte sich die Zahl der Ehrenamtlichen nicht deutlich reduziert. Über die knapp 20 Jahre und die lange Periode des Ehrenamts sind aus den in Hochzeiten mehr als 20 Mitstreiterinnen und Mitstreitern zehn Engagierte geworden. Zwar ist vor einiger Zeit beispielsweise ein Fichtenberger zum Team gestoßen, der so begeistert vom Service und von der Arbeit war, dass er sein Wort gab, zu Beginn seines Ruhestands mit einzusteigen, aber das ist eben nicht die Regel. Um die Zeiten aber doch noch abdecken zu können, hat sich die Gruppe entschlossen, die Dienste als Einzeleinsätze abzuleisten und nicht wie noch vor einiger Zeit im Duo. Die Hoffnung ist, wenn sich neue Freiwillige finden, dass längerfristig auch wieder der wertvolle Austausch und die gegenseitige Ergänzung bei einem Einsatz zu zweit möglich sind. „Bei der Einarbeitung ist das sowieso gegeben“, sagt Barbara Hirzel.

Naturparkgeschäftsführer Karl-Dieter Diemer und sein Team sind froh, dass sie die von Barbara Hirzel koordinierte Gruppe haben, und hoffen, dass sich neue Interessierte finden. Für Diemer zählen vor allem die Neugier und Bereitschaft, sich mit der Umgebung auseinanderzusetzen, sprich sich beispielsweise in ein neues Angebot zu vertiefen und Möglichkeiten konkret zu erkunden, um ein Gespür für die passenden Empfehlungen zu bekommen; und dabei bestenfalls auch mal auf eben nicht so ausgetretenen Pfaden unterwegs zu sein. Und wer sich als Heimatverbundener mit der Region identifiziert, bringt das auch emotional rüber, so die Überlegung von Jasmin Kotrba vom Naturparkteam. Im Idealfall entdecken die Ehrenamtlichen auch selbst noch etwas Neues für sich. Als ein Mix aus Wertschätzungsbonbon, Weiterbildung und Austausch ist künftig auch wieder eine Gemeinschaftsaktion, beispielsweise eine kleine Exkursion oder ein Essen fürs Ehrenamtsteam, geplant.

Naturparkgeschäftsführer Karl-Dieter Diemer und Jasmin Kotrba vom Naturparkteam (hinten von rechts) mit Ruža Welsch und Barbara Hirzel (vorne von rechts). Fotos: Christine Schick

Naturparkgeschäftsführer Karl-Dieter Diemer und Jasmin Kotrba vom Naturparkteam (hinten von rechts) mit Ruža Welsch und Barbara Hirzel (vorne von rechts). Fotos: Christine Schick

Dienste, Kontakt und Touren

Kontakt Das Ehrenamtsteam sucht Verstärkung. Der Dienst in der Tourist-Info des Naturparkzentrums läuft an den Wochenenden und Feiertagen. Geöffnet ist samstags, sonntags und feiertags im Sommerhalbjahr von 9.30 bis 13 Uhr (1. April bis 31. Oktober) und im Winterhalbjahr (1. November bis 31. März) samstags von 10 bis 13 Uhr sowie sonn- und feiertags von 13 bis 16 Uhr. Interessierte können sich bei Jasmin Kotrba vom Naturparkteam melden unter Telefon 07192/9789005 oder per E-Mail an die Adresse jasmin.kotrba@naturpark-sfw.de.

Infos Wer bei den Touren stöbern möchte, findet Infos auf der Homepage www.naturpark-sfw.de. Zu den neueren Zusammenstellungen gehören die Pakete „Feenspuren“ und „Wanderland Schwäbischer Wald“.

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Erstellt:
19. August 2022, 06:00 Uhr

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