Todesfall 2025

Hantavirus wurde Gene Hackman und Frau zum Verhängnis

Der Schauspieler starb einen einsamen Tod in einem Landhaus in New Mexico, nachdem seine Frau der „Sin-Nombre-Variante“ erlegen war. Sie hatte die Symptome für Corona gehalten.

Betsy Arakawa und Gene Hackman in glücklichen Zeiten.

© imago images/Landmark Media

Betsy Arakawa und Gene Hackman in glücklichen Zeiten.

Von Michael Maier

Während aktuell die Evakuierung des Kreuzfahrtschiffs Hondius wegen eines Hantavirus-Ausbruchs Schlagzeilen macht, erinnert der Fall an eine Tragödie aus dem Vorjahr: den tragischen Tod von Hollywood-Legende Gene Hackman und seiner Frau Betsy Arakawa Anfang 2025 auf ihrem Anwesen im US-Bundesstaat New Mexico.

Die Ermittlungen zum Tod des Ehepaars, das am 26. Februar 2025 in einem abgelegenen Landhaus bei Santa Fe gefunden wurde, konnten nach einigen Unklarheiten und Streitigkeiten um die Schuldfrage letztlich die Umstände klären.

Betsy Arakawa an Hantavirus gestorben

Die überraschende Erkenntnis: Die 65-jährige Arakawa starb an einer durch Hantaviren verursachten Lungenerkrankung, während der 95-jährige, an Alzheimer leidende Hackman eine Woche später einem Herzversagen erlag. Wahrscheinlich hatte der demente Hackman den Tod seiner Frau nicht bewusst wahrgenommen.

Besonders tragisch: Wie aus ausgewerteten digitalen Fußabdrücken im Internet hervorgeht, hielt Arakawa ihre Symptome zunächst für COVID-19. Sie hatte noch einen Tag vor ihrem Tod nach medizinischer Hilfe gesucht und im Internet ihre Beschwerden recherchiert – ein fataler Irrtum, der wertvolle Behandlungszeit kostete.

„Sin-Nombre-Virus“ und „Andes-Virus“

Die neun Infektionen und drei Todesfälle auf der Hondius weisen aber auch Unterschiede zum Fall Arakawa/Hackman auf: Während das Sin-Nombre-Virus, das Arakawa tötete, in der Regel nur von Nagetieren übertragen wird, kann das auf dem Schiff nachgewiesene Andes-Virus auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden.

„Sin Nombre“ (Spanisch) bedeutet „ohne Namen“. Ursprünglich wurde der Erreger nach seinem Entdeckungsort am Grenzpunkt zwischen Arizona, Colorado, New Mexico, Utah als „Four Corners Virus“ bezeichnet, dann aber umgetauft, um die lokale Bevölkerung im Grenzgebiet der vier Staaten nicht unnötig zu stigmatisieren.

Die Quelle für Arakawas Infektion fanden Ermittler schließlich in Nebengebäuden des Anwesens, wo Nagetierbefall festgestellt wurde. „Die Sterblichkeitsrate des Hantavirus-Typs im Südwesten der USA liegt bei 38 bis 50 Prozent,“ warnte die medizinische Ermittlerin Heather Jarrell damals.

In Deutschland nur harmlosere Hantavirus-Varianten

Beide Fälle sind eine Mahnung zur Vorsicht: Hantaviren können dort lauern, wo Nagetiere vorkommen – vom Landhaus bis hin zur Vogelbeobachtung in freier Natur. Die Symptome beginnen grippeähnlich und sind, wie bei Betsy Arakawa, unter Umständen mit anderen Infektionen zu verwechseln.

In Deutschland sind allerdings ausschließlich harmlosere Hantavirus-Varianten verbreitet, die nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden können – allen voran das „Puumala-Virus“.

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Erstellt:
11. Mai 2026, 12:32 Uhr
Aktualisiert:
11. Mai 2026, 15:03 Uhr

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