Der Steuerzahler muss blechen
Happige Summe: Was uns Angela Merkels Frisur kostet
Auch wenn die Altkanzlerin im Ruhestand ist, lässt sie sich hohe Friseur- und Visagistenrechnungen vom Bund bezahlen.
© Sebastian Christoph Gollnow
Angela Merkel legt offenbar Wert auf gute Frisuren.
Von Armin Käfer
Wer dem Staat in führender Rolle gedient hat, wird auch als Pensionär ordentlich versorgt. In besonderem Maße gilt das für Bundeskanzler im Ruhestand. Altersarmut ist für sie kein Thema. Angela Merkel, seit 2021 in Rente, erhält laut dem Bund für Steuerzahler ein monatliches Altersruhegeld von 15 000 Euro. Damit aber nicht genug. Die Steuerzahler kommen auch für ihre Friseurrechnungen auf.
Dabei geht es um erkleckliche Summen, wie der Bundestags-Drucksache 21/5364 zu entnehmen ist. Nach Auskunft der Bundesregierung hat Merkel seit 2024 monatlich zwischen 1309 und 4724 Euro für „Friseur- und Visagistenleistungen“ abgerechnet.
Nebenbei ist noch vermerkt: Für den Altkanzler Olaf Scholz seien „keine Kosten für Friseur- und Visagistenleistungen angefallen“. Den Ex-Kanzlern steht neben ihrer Politikerpension auch nach dem Ausscheiden aus ihrem Regierungsamt ein Büro samt Personal und Dienstwagen zu. Im Falle Merkels sind das neun Mitarbeiter, darunter zwei in der Gehaltsklasse B 6. Hier beträgt das Grundgehalt monatlich 11 372,63 Euro. Scholz hat acht Mitarbeiter, darunter nur einen dieser Kategorie.
Allein die Personalkosten für die Hilfskräfte der Altkanzler summierten sich im vergangenen Jahr auf knapp anderthalb Millionen Euro. Dazu kommen: Büromiete, der Dienstwagen und der Personenschutz. Zudem können die früheren Regierungschefs auch auf Staatskosten Spesen ihrer Mitarbeiter abrechnen, etwa für Reisen. Im Falle des Merkel-Teams beliefen sich die monatlichen Reisekosten auf 1186 bis 5064 Euro. Merkel selbst stellte zum Beispiel für einen Ausflug nach Maria Laach 1205,78 Euro in Rechnung. Anlass dieser Reise zu Lasten des Bundeshaushalts war eine „Fastenpredigt“ in der Benediktinerabtei.
