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Henning Zimmermann verabschiedet sich

Der Rektor des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums teilt bei der Eröffnung des Schulfests überraschend mit, dass er ans Regierungspräsidium Stuttgart wechselt. Er ist seit 2015 Schulleiter. Unter seiner Regie wurden beispielsweise ein bilingualer Zug und Lerncoachingsystem eingerichtet.

Beim Schulfest lebten die 1980er-Jahre auf – inklusive Discofeeling. Fotos: Elisabeth Klaper

Beim Schulfest lebten die 1980er-Jahre auf – inklusive Discofeeling. Fotos: Elisabeth Klaper

Von Elisabeth Klaper

Murrhardt. Damit hatten wohl die wenigsten gerechnet: Oberstudiendirektor Henning Zimmermann verlässt das Heinrich-von-Zügel-Gymnasium. Dies gibt der Schulleiter selbst zum Start des Schulfestes bekannt: „Die Schülerinnen und Schüler hatten richtig viel Spaß bei der Vorbereitung – es ist das letzte Schulfest unter meiner Federführung.“ Dafür nennt er einen persönlichen Grund: „Es war mein Wunsch, mich beruflich zu verändern.“ Künftig „werde ich im Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg in Stuttgart in der Abteilung zur Organisation der zentralen Prüfungen die Fachkommission bei der Entwicklung der Aufgaben für die Abiturprüfungen begleiten“. Das sei eine spannende Aufgabe, denn bis die Abiturprüfungsaufgaben aus eingesandten Vorschlägen ausgewählt, mit dem Kultusministerium abgestimmt, fertiggestellt und unter Geheimhaltung an die Gymnasien versandt werden dauere es zwei Jahre. „Bisher habe ich als Schulleiter den Start- und Endpunkt erlebt, nun begleite ich den Prozess dazwischen. Das ist für mich eine inhaltlich neue Aufgabe und Herausforderung“, verdeutlicht Henning Zimmermann.

Zimmermann startet als Lehrer an der Schule, kehrt später als Rektor zurück

Er zieht eine positive Bilanz seiner Arbeit am Gymnasium der Walterichstadt: Schon von 2001 bis 2008 war er als Mathematik- und Englischlehrer an der Schule tätig und kehrte 2015 dorthin als Schulleiter zurück. „Ich habe sehr positive Erinnerungen an diese Schule und bin dankbar dafür, hier meine ersten sieben Jahre verbracht und Berufserfahrungen gesammelt zu haben“, unterstreicht er. Und als Schulleiter habe er der Schulgemeinschaft später auch einiges zurückgeben können. „Wir haben richtig viel entwickelt und haben eine gut funktionierende Schulgemeinschaft. Ich mag die Schule, sie strahlt eine positive Atmosphäre aus, ebenso die Schülerinnen und Schüler, die sich hier wohlfühlen.“

In seiner Amtszeit erweiterte die Schule ihr Bildungsprofil um neue Unterrichtsangebote wie den bilingualen Zug mit Unterricht in englischer Sprache in Geografie in Klasse 7 und Geschichte in Klasse 8. Im neuen Schuljahr 2022/23 kommt Biologie in Klasse 9 hinzu sowie Geschichte und eine Naturwissenschaft, entweder Chemie oder Biologie, in Klasse 10. Auch startete das Lerncoachingsystem in der Mittelstufe mit Schüler-Lehrer-Gesprächen und dem Ziel, ein Stück weit mehr auf die Persönlichkeit und Entwicklung der Jugendlichen eingehen zu können. Voraussichtlich leite nun seine Stellvertreterin Annette Zickler-Maier das Gymnasium kommissarisch, bis ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden ist. Das Kultusministerium werde die Stelle im Herbst ausschreiben, erklärt Henning Zimmermann.

„Ich habe heute die für uns alle überraschende und traurige Aufgabe, die Abschiedsrede der Elternvertreter zu halten“, sagt Elternbeiratsvorsitzende Anja Trumic. „Sie haben seit 2015 sehr vieles bewegt“, hebt sie hervor; so die Entwicklung des Differenzierungskonzeptes „Schwächen schwächen, Stärken stärken“ sowie das Konflikt- und Beschwerdemanagement. „Mit sehr viel Einfühlungsvermögen und pädagogischem Geschick“ sei der Schulleiter auf die Belange der Schüler und Eltern eingegangen, „ganz besonders während der Coronapandemie mit Homeschooling und der Zeit danach“. In einigen Gesprächen mit Zimmermann habe sie eine Ahnung davon bekommen, wie sehr dieser zwischen Befindlichkeiten von Schülern, Lehrern und Eltern balancierte, um allen gerecht zu werden: „Das haben Sie hervorragend gemeistert.“ Zwar bräuchte das Gymnasium ihn noch, doch werde er „dem Vernehmen nach noch dringender gebraucht“ – im Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg. Zu dessen Kernaufgaben gehören unter anderem die Entwicklung von Konzepten, Aufgaben und Instrumenten zur Diagnose und Förderung von Kompetenzen sowie zu zentralen Prüfungen und die Entwicklung und Umsetzung von Konzepten und Instrumenten zur Auswertung der Unterrichts- und Schulqualität.

Im Anschluss wird gemeinsam gefeiert: Das Schulfest nach zweijähriger Zwangspause wegen der Coronapandemie unter dem Motto „Zurück in die 1980er-Jahre“ lädt zu einer kleinen Zeitreise ein – mit typischer Musik, einem reich geschmückten Schulgebäude und -gelände; einige kommen auch im Outfit der Dekade. Großen Zuspruch findet der Kuchenverkauf der ukrainischen Schülerinnen Polina Butova und Lada Vasylenko, die „fleißig und engagiert die Klasse 10 absolviert haben und nun in die Oberstufe kommen“, freut sich Lehrerin Martina Samociuk. „Wir haben einige Kuchen selbst gebacken“, berichten die beiden, weitere haben Mitglieder ihrer Familien und befreundete Ukrainerinnen beigesteuert.

Der Erlös einer Aktion ist für ukrainische Flüchtlingskinder in Rabka-Zdrój

„Das Thema Ukrainekrieg und unsere Solidarität mit den ukrainischen Flüchtlingen soll auch beim Schulfest und in der Schulgemeinschaft präsent sein. Mit dem Erlös des Kuchenverkaufs werden ukrainische Flüchtlingskinder und Waisen in Rabka-Zdrój unterstützt. Sie haben ein neues Zuhause in Murrhardts polnischer Partnerstadt gefunden. Deren Gymnasium dient als Anlaufzentrum für ukrainische Flüchtlinge, die dessen Lehrerin Anna Koscelniak betreut. Wir haben sie bereits vor einiger Zeit mit unserer Paketaktion unterstützt“, berichtet Martina Samociuk.

Viel Applaus heimst der große Unterstufenchor für schwungvolle Darbietungen von Welthits der Gruppen Abba und Village People ein, dirigiert von Angela Westhäußer-Kowalski und von ihrem Mann Dietrich am E-Piano begleitet. Großes Vergnügen macht Jugendlichen und Erwachsenen die in einem Klassenzimmer eingerichtete Disco – bei bunten Lichteffekten und Hits wird ausgiebig getanzt. Zudem können kleine Gäste in einem Workshop kreativ werden, Figuren oder Armbänder aus diversen Materialien gestalten sowie verschiedene Gesellschaftsspiele ausprobieren.

Für Heiterkeit sorgen zwei Filme des Teams der Theater-AG aus Mädchen und Jungen der Unter- und Mittelstufe unter der Regie von Lehrerin Linde Richter. Sie haben die Entführung und Befreiung des Schulleiters als augenzwinkernden und spannenden Krimi mit Happy End inszeniert. Mit Blick auf dessen Abschied haben die Filme Symbolcharakter: Die Schülerinnen und Schüler schätzen ihren Direktor sehr, setzen sich für ihn ein und sehen seinem Abschied mit Wehmut entgegen.

Die Schulfestplanung managten die Schülervertreterinnen Jule Uras, Tamara Trumic und Heidi Klatt von der Schülermitverantwortung (SMV). Sie berichten, dass die Vorbereitungen gar nicht so einfach waren. Doch auch dank tatkräftiger Unterstützung vonseiten des Teams der Medienwerkstatt und der SMV-Mitglieder „haben sie es trotz allem gut hinbekommen“, freut sich Verbindungslehrerin Tanja Buchholz.

An den Projekttagen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit den 1980er-Jahren: Dazu hatten sie diverse Aufgaben zu lösen und Quizfragen zu beantworten, etwa zur Musik und zu wichtigen Ereignissen. Auch gab es diverse sportliche Aktivitäten. Überdies sollten sie in die Rollen von Detektiven oder Kriminalkommissaren schlüpfen, Täter, Tatwaffe und Tatort der Entführung des Schulleiters herausfinden. Abschließend zieht Verbindungslehrer Gianluca Cannella eine positive Bilanz: „Die Gäste – es waren nur Schüler und Lehrer, Eltern und Ehemalige da – haben sich wohlgefühlt, es herrschte eine sehr gute, gesellige Stimmung, alles war heuer etwas kleiner als sonst.“

Henning Zimmermann an seinem schon recht aufgeräumten Arbeitsplatz im Gymnasium. Er ist froh, dort in seinen ersten sieben Jahren Berufserfahrung gesammelt und der Schulgemeinschaft später als Rektor wieder einiges zurückgegeben zu haben.

Henning Zimmermann an seinem schon recht aufgeräumten Arbeitsplatz im Gymnasium. Er ist froh, dort in seinen ersten sieben Jahren Berufserfahrung gesammelt und der Schulgemeinschaft später als Rektor wieder einiges zurückgegeben zu haben.

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Erstellt:
28. Juli 2022, 06:00 Uhr

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