Hoeneß macht sich für einen VfB-Block stark

Der Stuttgarter Trainer spricht sich für eine WM-Nominierung seiner Schlüsselspieler am Donnerstag aus.

Von Carlos Ubina

Stuttgart - Julian Nagelsmann hat sich viel vorgenommen für die nächsten Tage. „62 Telefonate“ will der Bundestrainer nach eigenen Angaben führen. Nun weiß man, dass der 38-Jährige in seinen Ausführungen gerne übertreibt, aber die Botschaft ist klar: Vor der Kadernominierung für die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer muss Nagelsmann noch einige Gespräche führen. Vor allem mit den Kandidaten, die er nicht für das Turnier in Nordamerika berufen wird.

55 Namen stehen auf der Liste, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) beim Weltverband Fifa hinterlegen musste. Aus diesem Kreis werden schließlich die 26 Nationalspieler benannt, die Anfang Juni die Reise über den großen Teich mitmachen. Offenbar gehört auch Manuel Neuer zur sogenannten Longlist – was zu Irritationen und Spekulationen über eine Rückholaktion des 40-jährigen Weltmeister-Torhüters geführt hat.

Sollte Neuer im WM-Kader stehen, wäre nicht nur Oliver Baumann als bisherige Nummer eins direkt betroffen, sondern ebenso Alexander Nübel. Denn der Schlussmann des VfB Stuttgart wäre dann plötzlich die Nummer drei – oder noch schlimmer: Er könnte wie unmittelbar vor der Heim-EM 2024 ganz herausfallen, weil zum Beispiel der junge Jonas Urbig ihm vorgezogen wird.

Aber abwarten, was Nagelsmann bei der offiziellen Berufung am Donnerstag auf dem DFB-Campus in Frankfurt verkündet und begründet. So übt sich Maximilian Mittelstädt in Geduld. Er gehört zu den VfB-Profis, die auf eine WM-Nominierung hoffen, sich jedoch alles andere als sicher sein können. Wie Angelo Stiller und Chris Führich. Für Deniz Undav und Jamie Leweling sieht es aufgrund ihrer Rollenprofile dagegen besser aus.

Für Sebastian Hoeneß ist allerdings klar, dass er sich für einen möglichst großen VfB-Block in der DFB-Auswahl stark macht. „Das sind die Jungs, die dafür gesorgt haben, dass wir Champions League spielen und die unter größtem Druck abgeliefert haben“, sagte Trainer nach dem 2:2 bei Eintracht Frankfurt, dass dem Bundesligavierten den Einzug in die Königsklasse gesichert hatte. „Diese Qualitäten sind sicher etwas, was du für die WM brauchst“, meinte Hoeneß, der jedoch zugab, „die VfB-Brille“ aufzuhaben.

Dennoch hadert man in Stuttgart nicht darüber, dass der Nominierungstermin kurz vor dem DFB-Pokalfinale am Samstag (20 Uhr/ARD) in Berlin angesetzt wurde. Wenngleich man sich einen größeren zeitlichen Abstand zur Begegnung mit dem FC Bayern München gewünscht hätte, um eventuelle Enttäuschungen zu verarbeiten.

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Erstellt:
18. Mai 2026, 22:06 Uhr
Aktualisiert:
18. Mai 2026, 23:58 Uhr

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