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Ideen für vier attraktive Pausenplätze

Das Backnanger Büro Roosplan hat den Vorentwurf zur Neugestaltung der Außenanlagen am Heinrich-von-Zügel-Gymnasium vorgestellt. Er sieht ein Chillplateau, einen Bolzplatz sowie Verbesserungen beim Klettergarten und Amphitheater vor.

Die Fläche rechts neben dem Gymnasium könnte ganz neu gestaltet werden. Der Vorschlag des Büroteams Roosplan ist ein Chillplateau, auf dem die Schüler sich in den Pausen entspannen können – beispielsweise auf drehbaren Himmelsliegen. Fotos: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Die Fläche rechts neben dem Gymnasium könnte ganz neu gestaltet werden. Der Vorschlag des Büroteams Roosplan ist ein Chillplateau, auf dem die Schüler sich in den Pausen entspannen können – beispielsweise auf drehbaren Himmelsliegen. Fotos: J. Fiedler

Von Elisabeth Klaper

MURRHARDT. Nachdem das Schulgebäude des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums saniert und dessen Außenoptik verbessert ist, gilt es nun auch das Schulgelände attraktiver zu gestalten. Dafür kontaktierte die Stadtverwaltung das Backnanger Stadt- und Landschaftsplanungsbüro Roosplan. Dessen Mitarbeiter Daniel Bok stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung ein vorläufiges Konzept vor.

Bürgermeister Armin Mößner erinnerte an die entsprechenden klaren Wünsche von Gymnasiasten, die sie beim Jugendforum geäußert hatten. So sei die Stadtverwaltung als Schulträger in der Pflicht, bei den Außenanlagen eine Reihe von Punkten in Angriff zu nehmen. Nachdem das Haus am Rollenberg abgebrochen ist, biete das freigewordene Gelände nun Potenzial, um eine neue, attraktive Fläche zu schaffen.

Mit einer Präsentation erläuterte Daniel Bok den Stadträten die Ideen und Vorschläge des Planungsbüroteams für insgesamt vier Umgestaltungsprojekte, die es nach zwei Besichtigungen im Februar und August des vergangenen Jahres ausarbeitete. Auf der offenen Grünfläche am Hang zwischen Schulgebäude und Parkplätzen soll ein sogenanntes Chillplateau entstehen. Der Plan: Um mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen, soll die Fläche terrassiert werden. Dafür wird das Gelände in zwei Plateaus unterteilt und der Höhenunterschied mit einer Böschung abgefangen. Der Zugang zu beiden Plateaus erfolgt von zwei Seiten. Dort können Sitzelemente integriert werden wie eine um 360 Grad drehbare Himmelsliege, Bänke sowie eine pedalbetriebene Handyladestation mit zwei Plätzen. Vorhandene Bäume dienen als Schattenspender, aus den Grünflächen sollen artenreiche Blumenwiesen werden.

Die Treppenanlage auf dem unteren Pausenhof ist in die Jahre gekommen und weist diverse Schäden auf. Darum ist es erforderlich, den Beton an einigen Stellen zu reparieren. Die schmalen Zu- und Ausgänge sind zu verbreitern, die Sitzbereiche etwas zu reduzieren und mit Holzauflagen zu versehen. Wegen des schlechten Zustands der Treppen und Sitzstufen in der unteren Hälfte schlug Daniel Bok vor, diese zu entfernen und aufzufüllen. Die verbleibenden Elemente sollen flächig mit Betonwinkelstufen überbaut werden. Der so vergrößerte Raum in der unteren Hälfte kann in den Pausen zum Spielen sowie bei Schulveranstaltungen für Aufführungen genutzt werden, wobei auch eine farbige Gestaltung in Asphalt oder Tartan möglich ist. Als Sicherung wird ein Stahlgeländer angebracht. Um die Fläche aufzulockern, können innerhalb der Sitzstufen zwei Bäume als Schattenspender gepflanzt werden. Diese benötigen indes mehr Platz für die Wurzeln, was mit einem größeren Eingriff in die bestehende Struktur verbunden ist, gab Bok zu bedenken.

Beim Klettergarten ließen sich Elemente wie Spinnennetz oder Laufseil ergänzen

Der bestehende Klettergarten wird intensiv genutzt, für den Boulderkubus ist jedoch eine Betreuung nötig. Darum empfahl Bok, dieses Kletterelement abzubauen und an eine geeignetere Stelle zu versetzen, beispielsweise ins Freibad. Das Umfeld sollte einen ausreichenden Fallschutz ohne Sicherheitsnetz bieten. Damit den Klettergarten möglichst viele Schüler gleichzeitig nutzen können, sollte dessen Bestand durch flexible Kletter- und Spielelemente wie Spinnennetz, Laufseil oder Wackerbrücke ergänzt werden, so die Überlegungen. Auf der offenen Grünfläche am südlichen Rand des Schulgeländes sieht die Konzeptstudie vor, einen Bolzplatz anzulegen mit zwei Aluminiumtoren und einem rund sechs Meter hohen Ballfangzaun auf der nördlichen und südlichen Seite als Schutz. Es wird eine ebene Fläche geschaffen, der Höhenunterschied an den Rändern zur Straße und zum Schulgebäude wird mit Sitzstufen ausgeglichen. In der nordöstlichen Ecke können zusätzliche Sitzblöcke aus Beton aufgestellt werden, und zwei neu gepflanzte Bäume bieten im Sommer Schatten.

Abschließend gab der Landschaftsplaner einen Überblick über die geschätzten Kosten: Chillplateau, Klettergarten und Bolzplatz schlagen mit jeweils etwa 30000 Euro zu Buche, die Umgestaltung der Treppenanlage mit rund 100000 Euro. Die Gesamtkosten inklusive Mehrwertsteuer betragen 226100 Euro brutto.

Die Konzeptstudie kam bei den Stadträten insgesamt gut an, indes waren sie über einige Details unterschiedlicher Meinung. Auf Ralf Nentwichs (MDAL/ Die Grünen) Hinweis, es gebe bereits einen Bolzplatz zwischen den Fahrradständern und der Trauzenbachhalle, erwiderte der Bürgermeister, dass die angrenzende Wiese sehr viel komfortabler sei. „Das sind tolle Ideen, ich hoffe, wir können uns alle leisten“, fand hingegen Nentwichs Fraktionskollege Hartmann Widmaier. „Am besten wäre es, die Projekte schrittweise umzusetzen“, verdeutlichte er. Wichtig sei auch, dass die Stadtverwaltung sich mit der SMV in Verbindung setze, um zu klären, was die höchste Priorität hat. „Die Schüler sollen mitentscheiden“, betonte Widmaier und schlug auch vor, den Boulderkubus ins Freibad zu versetzen, da es dort auch eine Aufsicht gibt.

Mößner erklärte: Vorgesehen sei, mit dem Chillplateau und dem Bolzplatz zu beginnen, da diese mit geringem Aufwand realisierbar seien, die anderen beiden Vorschläge gelte es zu prüfen. Auch müsse man die Nutzungsvereinbarung mit dem Verein Experience als ehemaligem Betreiber des einstigen Hochseilklettergartens prüfen, denn da gebe es noch einige Fragen zu beantworten, was mit dem Boulderkubus geschehen soll. Die pfiffige Idee einer Handyladestation mit Pedalen habe ihr gut gefallen, auch empfehle sie die Variante mit Bäumen für die Treppenanlage, sagte Elisabeth Zenker (SPD). „Die Stadtverwaltung steht in Kontakt mit der Schulleitung und favorisiert Grün auf dem Pausenhof. Dafür gibt’s verschiedene Möglichkeiten, eine kostengünstige Alternative wären kleine Bäume in Töpfen“, gab der Rathauschef zu bedenken.

„Es muss auf jeden Fall etwas getan werden“, auch koste die Neugestaltung nicht so viel, unterstrich Georg Devrikis (CDU-FWV). Er plädierte ebenfalls für eine schrittweise Umsetzung, machte aber deutlich: „Die Handyladestation würde unsere Fraktion gerne streichen.“ Die Nutzung von Handys sei bis auf wenige Ausnahmesituationen nicht erlaubt. Der CDU-FWV-Stadtrat forderte, unbedingt die SMV mit einzubeziehen: „Dafür wäre genügend Zeit gewesen, da die ersten Vorgespräche schon 2019 erfolgten.“ Wegen der Coronakrise und den geltenden Abstandsregeln empfahl Devrikis dazu eine Umfrage per Internet.

„Die Digitalisierung wird durch die Coronakrise stark gepusht, darum müssen wir Möglichkeiten an den Schulen schaffen, die erforderlichen Geräte auch dort laden zu können“, konterte Mößner. Schließlich beauftragte das Stadtparlament geschlossen das Büro Roosplan mit der Grundlagenermittlung und Vorplanung zur Neugestaltung der Außenanlagen am Gymnasium. Die Kosten dafür liegen bei rund 5700 Euro.

Da der Bolderkubus nicht ohne Aufsicht genutzt werden kann, soll er an einen anderen Ort wie beispielsweise das Freibad versetzt werden. So wäre auch mehr Platz für weitere Elemente.

© Jörg Fiedler

Da der Bolderkubus nicht ohne Aufsicht genutzt werden kann, soll er an einen anderen Ort wie beispielsweise das Freibad versetzt werden. So wäre auch mehr Platz für weitere Elemente.

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Erstellt:
16. Mai 2020, 06:00 Uhr

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