Prozess in Ellwangen

Islamlehrer wegen Missbrauchs von Kindern in 27 Fällen vor Gericht

Einem islamischen Religionslehrer wird schwerer sexueller Kindesmissbrauch vorgeworfen. Die Anklage umfasst 27 Fälle.

Das Landgericht Ellwangen.

© Stefan Puchner/dpa/Stefan Puchner

Das Landgericht Ellwangen.

Von red/dpa/lsw

Weil er mehrere Kinder sexuell missbraucht haben soll, steht ein islamischer Religionslehrer vor dem Landgericht Ellwangen. Der 35-Jährige soll sich laut Staatsanwaltschaft in einem Schülerwohnheim in Giengen an der Brenz in seiner Funktion als sogenannter Hoca an Jungen vergangen haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der deutsche Staatsbürger zwischen 2021 und 2024 insgesamt 27 Straftaten begangen haben. 

Laut Anklage handelt es sich um acht Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren. Die Vorwürfe reichen von schwerem sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen bis hin zu Vergewaltigung und Körperverletzung. 

Der verheiratete Mann soll die Jungen unter anderem mit gemeinsamen Filmabenden in sein Büro gelockt und dort mehrfach missbraucht haben. Er habe sie zu Massagen und sexuellen Handlungen gezwungen, bis hin zum Oralverkehr, so die Staatsanwältin. Dabei soll er seine Stellung als religiöse Autorität betont und ausgenutzt haben. Er habe die Kinder unter Druck gesetzt und so zum Schweigen gebracht. 

Kinder bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt

Angeklagt sind auch Misshandlungen der Jungen. Einzelne Kinder sollen den Vorwürfen nach teils bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden sein. Der gelernte Erzieher soll den Jungen Schmerzen zugefügt und sich daran belustigt haben, so die Anklage weiter. 

Der Mann sitzt seit Mitte Januar in Untersuchungshaft. Zum Prozessauftakt kündigte seine Verteidigerin an, dass er sich zu den Vorwürfen äußern werde - allerdings tat er dies unter Ausschluss der Öffentlichkeit. 

Für den Prozess sind acht Verhandlungstage angesetzt worden. Die Kinder werden im Verfahren vermutlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen. Ein Urteil könnte im Mai fallen.

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Erstellt:
15. April 2026, 14:18 Uhr

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