Israelische Luftangriffe
Israels Armee: Stadt Bint Dschbeil im Südlibanon vollständig eingekesselt
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben die Stadt Bint Dschbeil im Süden des Libanon eingekesselt. Die Armee habe mit einem Angriff auf die Stadt begonnen.
© Ariel Schalit/AP/dpa/Ariel Schalit
Rauch steigt nach israelischem Bombardement im Südlibanon auf (Archivfoto).
Von red/AFP
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben die Stadt Bint Dschbeil im Süden des Libanon vollständig eingekesselt. "Die Streitkräfte der 98. Division haben die Einkesselung der Stadt Bint Dschbeil abgeschlossen und mit einem Angriff auf sie begonnen", teilte der Armeesprecher Avichay Adraee am Montag im Onlinedienst X mit. In der vergangenen Woche hatten israelische Soldaten bei direkten Gefechten und bei Luftangriffen in der Stadt und ihrer Umgebung nach eigenen Angaben mehr als hundert Hisbollah-Kämpfer getötet.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte in einer Kabinettssitzung, die Kämpfe im Südlibanon konzentrierten sich seit Sonntag auf Bint Dschbeil. "Die Kämpfe gehen weiter. Sie haben nicht aufgehört – sie dauern ununterbrochen an. Gestern und heute haben sie sich auf Bint Dschbeil konzentriert", sagte er laut einem am Montag von seinem Büro veröffentlichten Video.
Die vom Iran unterstützte und mit der Palästinenserorganisation Hamas verbündete Hisbollah erklärte, sie liefere sich seit mehreren Tagen Gefechte mit israelischen Soldaten in Bint Dschbeil.
Verhandlungen über Ende der Kampfhandlungen in Washington
Die Stadt liegt etwa fünf Kilometer von der Grenze zu Israel entfernt und ist im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah von großer strategischer und symbolischer Bedeutung. Im Krieg gegen Israel 2006 hatte die Hisbollah dort die israelische Armee nach erbitterten Kämpfen zurückgedrängt.
Am Montag erklärte die israelische Armee, sie habe in den vergangenen 24 Stunden etwa "150 Ziele der Terrororganisation Hisbollah in zahlreichen Gebieten im Süden Libanons angegriffen". Bei den Zielen habe es sich laut Israel um Militäranlagen, Abschussvorrichtungen für Panzerabwehrraketen und Kommandozentren gehandelt.
Die Hisbollah hatte Israel nach Beginn des Iran-Kriegs erneut unter Beschuss genommen. Daraufhin flog Israel massive Luftangriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze. Die gegenseitigen Angriffe halten trotz der im Iran-Krieg vereinbarten Waffenruhe bisher unvermindert an. Allein bei einer massiven Angriffswelle am vergangenen Mittwoch wurden nach Angaben der israelischen Armee fünf Kommandeure und mehr als 250 Kämpfer der Hisbollah getötet. Das libanesische Gesundheitsministerium hatte von insgesamt mehr als 350 Toten gesprochen.
Am Dienstag wollen Delegationen aus Israel und dem Libanon in Washington über ein Ende der Kampfhandlungen verhandeln. Die Hisbollah lehnt die Verhandlungen allerdings ab.
