Waffenruhe zwischen Iran & USA

Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um Heizöl zu tanken?

Seit dem Beginn des Kriegs zwischen Iran und USA haben die Preise für Heizöl historische Hochs erreicht. Mit der heute beginnenden zweiwöchigen Waffenruhe fallen nun allerdings die Rohölpreise wieder. Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um Heizöl zu tanken?

Die aktuelle Lage auf dem Heizölmarkt im April 2026 zeigt eine leichte Entspannung der Preise durch die Waffenruhe zwischen Iran und USA. Die Lage bleibt jedoch aufgrund geopolitischer Unsicherheiten und anderer Faktoren angespannt.

© Tanja Esser / Shutterstock.com

Die aktuelle Lage auf dem Heizölmarkt im April 2026 zeigt eine leichte Entspannung der Preise durch die Waffenruhe zwischen Iran und USA. Die Lage bleibt jedoch aufgrund geopolitischer Unsicherheiten und anderer Faktoren angespannt.

Von Matthias Kemter

Nach der in der Nacht zum Mittwoch angekündigten Feuerpause zwischen USA und Iran reagieren die Märkte prompt und die Rohölpreise geben deutlich nach. Kostete gestern ein Barrel Öl der Marke Brent noch 111,70 US-Dollar im Tageshoch, sind es aktuell noch etwa 92 Dollar. Um knapp 18 Prozent hat sich der Preis damit korrigiert. Die Heizölpreise reagieren allerdings etwas träger. Mit aktuell 138 Euro pro 100 Liter im Schnitt gaben diese laut dem Vergleichsportal Esyoil bereits etwa 10 Prozent nach und liegen damit immer noch deutlich über dem Vorkriegsbeginn im Februar von knapp 95 Euro pro 100 Liter bei einer Abnahme von 3.000 Litern.

Nahost-Lage bleibt angespannt

Auch wenn Irans Außenminister Abbas Araghchi eine Öffnung der Straße von Hormus mit "sicherer Durchfahrt" für Öltanker ankündigte, welche US-Präsident Donald Trump zur Bedingung für eine Feuerpause gemacht hat, bleiben wichtige Kernpunkte in den am Freitag beginnenden Verhandlungen zwischen USA und Iran offen. Forderungen aus Iran beinhalten neben der Anreicherung von Uran auch die Aufhebungen von US-Sanktionen und Reparationen für erlittene Kriegsschäden. Forderungen, denen Trump bereits eine Absage erteilte. Somit bleibt auch eine nachhaltige Waffenruhe ungewiss, was an den Rohstoffmärkten und somit auch in den Rohölpreisen mit ein gepriesen sein dürfte. Denn auch wenn der Rohölpreis mit der Waffenruhe deutlich gefallen ist, liegt dieser immer noch rund 40 % über dem Vorkriegsniveau von Ende Februar.

Krieg in der Ukraine stützt den Ölpreis

Ein zusätzlicher Faktor, der die Heizölpreise weiterhin nach oben drückt, sind die erfolgreichen ukrainischen Angriffe auf russische Ölanlagen und Exporthäfen, damit Russland von der angespannten Situation am Ölmarkt nicht profitiert. Laut Schätzungen der Nachrichtenagentur Reuters hat das Land allein im März etwa 40 Prozent seiner Exportkapazitäten für Rohöl eingebüßt. Russland hat zudem Schwierigkeiten, die beschädigten Anlagen schnell zu reparieren, da die Ukraine ihre Angriffe in kurzen Abständen wiederholt. Dies führt zu langfristigen Ausfällen.

OPEC-Plus-Mitglieder sind bemüht

Eine preissenkende Wirkung haben hingegen sicherlich die Anstrengungen einiger OPEC-Plus-Mitglieder. Acht Länder, die freiwillig über die festgelegten Quoten hinaus ihre Produktion reduziert hatten, haben im vergangenen Jahr damit begonnen, ihre Förderung wieder zu steigern. Für April und Mai dieses Jahres gibt es Beschlüsse, diesen Ausbau fortzusetzen. Beschließt der Iran hingegen die Straße von Hormus wieder zu schließen, dürften die ambitionierten Fördermengen hingegen kaum Auswirkungen haben, das diese nicht transportiert werden können.

Tanken oder warten? - Preise bleiben hoch

Nach einem leichten Rückgang der Heizölpreise zum Beginn der Waffenruhe dürften die Preise allerdings nicht weiter fallen, so lange es keine fundamentalen Fortschritte in den erst am Freitag beginnenden Verhandlungen zwischen Iran und USA gibt. Bereits jetzt deutet sich die 90 Dollar-Marke im Rohölmarkt als Schallmauer an, die erst einmal durchbrochen werden will. Da der Rohölpreis damit immer noch deutlich über dem Vorkriegsniveau liegt, ist auch ein Heizölpreis von knapp 130 bis 140 Euro pro 100 Liter Heizöl bei einer Abnahme von 3.000 Liter leider gerechtfertigt. Sollten Zugeständnisse beider Seiten im Verlauf der Verhändlung in den nächsten Tagen durchsickern, dürfte das auch den Ölpreis noch einmal ein wenig dämpfen. Die aktuelle Kaufsituation für Heizöl dürfte damit zwar interessant sein, aber mehr auch nicht. Laut dem Vergleichsportal von Tescon ist auch die Bestellsituation aktuell "abwartend".

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Erstellt:
8. April 2026, 10:28 Uhr

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