WM 2026

Klinsmanns Rat an den DFB: Keine politischen Äußerungen

In Katar wühlte die Debatte um die One-Love-Binde das deutsche Team zum WM-Start auf. Ex-Bundestrainer Klinsmann rät dazu, die Thematik diesmal anders zu regeln.

Der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann

© Sven Hoppe/dpa/Sven Hoppe

Der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann

Von red/dpa

Der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat die deutsche Nationalmannschaft dazu aufgerufen, sich bei der Fußball-WM mit politischen Äußerungen zurückhalten. „Absolut nicht“ solle sich das Team um Kapitän Joshua Kimmich bei dem Turnier in Kanada, Mexiko und den USA politisch positionieren, sagte Klinsmann in der ARD-Talksendung „Maischberger“.

Klinsmann: „Gehört sich nicht“

„Du gehst nicht als Team in ein Land, um politische Botschaften zu überbringen. Das gehört sich nicht. Wenn ich das aus der Ferne mache - egal, ob Katar oder Russland, dann kreiere ich schlechtes Karma“, erklärte der frühere Weltklassestürmer. 

In Katar hatte es wegen der Menschenrechtssituation im Land beim DFB-Team tagelange Diskussionen um die sogenannte One-Love-Binde gegeben. Am Ende hatte der Weltverband FIFA die Binde verboten. Schließlich gab die Mannschaft vor dem verlorenen Gruppen-Auftakt gegen Japan ein Statement ab, indem sich die Spieler beim Mannschaftsfoto den Mund zuhielten. 

Lektion nach Katar?

Klinsmann empfand das als ziemlich unpassend. Das schlechte Karma habe man sich sowohl bei der WM 2018 in Russland als auch vor vier Jahren in dem Emirat selbst eingebrockt. „Und dann vor allem: Man hat Katar unglaublich schlechtgeredet, ohne irgendwelche Beweise vorzulegen. Dann schädigst du deine Mannschaft“, stellte der 61-Jährige fest.

Natürlich habe Sport und Politik eine Verbindung, „aber es hört dann irgendwo auch auf“, sagte Klinsmann. „Das macht man einfach nicht. Die Lektion haben wir jetzt gelernt von Russland und Katar.“

Bernd Neuendorf hatte kurz vor Beginn der WM bereits für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu Zurückhaltung in politischen Fragen gemahnt. „Wir tun als Fußballverband gut daran, in dieser hektischen Zeit nicht jedes tagespolitische Ereignis und jede Aussage reflexhaft zu kommentieren“, schrieb der DFB-Präsident in einem Gastbeitrag des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

Am Sonntag (19.00 Uhr/ARD und MagentaTV) startet die Elf von Trainer Julian Nagelsmann gegen den WM-Neuling Curaçao ins Turnier. Deutschland ist in Houston klarer Favorit. Weitere Gruppengegner sind Ecuador und die Elfenbeinküste.

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Erstellt:
11. Juni 2026, 07:06 Uhr
Aktualisiert:
11. Juni 2026, 09:11 Uhr

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