Kommentar: Trump will andere in Haftung nehmen
Kommentar: Trump will andere in Haftung nehmen
Von Guido Bohsem
„You break it, you own it“ – etwas frei übersetzt heißt das: „Wer etwas zerbricht, haftet für den Schaden.“ Mit diesen Worten warnte der damalige Außenminister Colin Powell US-Präsident George W. Bush vor einem Krieg im Irak. Bush entschied trotzdem auf Angriff, und die desaströsen Folgen beeinflussen noch immer die Geschicke nicht nur im Mittleren und Nahen Osten. Anders als Bush scheint der aktuelle US-Präsident die negativen Folgen seines Angriffs auf den Iran nicht tragen zu wollen. Nein. Donald Trump, der für Bündnisse und Partnerschaften bestenfalls Verachtung übrig hat, möchte den Schaden seines Krieges ausgerechnet mit kollektiven Mitteln begrenzen.
Wer Öl aus der Region wolle, solle dabei helfen, die Straße von Hormus freizuhalten, verkündete Trump, frei nach dem Motto: Wer etwas kaputtmacht, muss sich andere suchen, die dafür aufkommen. Zumindest die traditionellen Partner der USA werden nach der Serie von Attacken, Zumutungen und Beleidigungen durch diesen Präsidenten wenig Lust dazu verspüren, ihm aus der Klemme zu helfen, in die ihn sein eigenmächtiges Handeln gebracht hat.
„Warum eine Strategie vermuten, wenn Dummheit als Erklärung ausreicht“, ist ein anderes Bonmot aus der Politik. Man mag kaum glauben, dass die USA nicht eingeplant haben, dass die Iraner die für die Weltwirtschaft so enorm wichtige Meerenge blockieren würden. Oder ist das doch der Fall?
