French Open im Tennis
Knatsch und kein Handschlag: Hitziger Sieg von Korpatsch
Erstmals zieht Tamara Korpatsch bei einem Grand-Slam-Turnier in die dritte Runde ein. Bei ihrem Sieg bei den French Open ist aber die Diskussion mit ihrer Gegnerin das Hauptthema.
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Tamara Korpatsch (hinten) diskutiert mit ihrer Gegnerin am Netz nach Matchende.
Von dpa
Paris - Statt unbeschwert den größten Erfolg ihrer Karriere zu bejubeln, musste Tamara Korpatsch zunächst mit ihrer aufgebrachten Gegnerin Wang Xinyu diskutieren. Die beiden Spielerinnen gaben sich nicht wie im Tennis üblich am Netz die Hand, sondern argumentierten gestenreich und mit vielen Worten. Das trübte etwas den besonderen Moment für Außenseiterin Korpatsch bei den French Open in Paris.
"Eigentlich habe ich mich mit ihr total gut verstanden, wir waren keine Feinde oder so was", sagte Korpatsch bei Eurosport nach dem 6:2, 2:6, 6:3-Sieg gegen die Chinesin. Die 31-Jährige zog erstmals auf der Grand-Slam-Bühne in die dritte Runde ein, worüber sie sich mit etwas Abstand auch unbeschwert freuen konnte. "Ich bin sehr glücklich, dass ich es endlich über die zweite Runde hinaus geschafft habe bei einem Grand Slam."
Bei schwierigen Bedingungen mit Sonne pur und 30 Grad verwandelte Korpatsch nach 2:25 Stunden ihren zweiten Matchball. Nächste Gegnerin der Hamburgerin ist die an Nummer sieben gesetzte Ukrainerin Jelina Switolina.
Wang "völlig daneben"
Auslöser der Aufregung war eine Szene kurz vor Ende des ersten Satzes, als Wang eine Aus-Entscheidung nicht akzeptieren wollte. Die Chinesin diskutierte mit der Schiedsrichterin, die von ihrem Stuhl herunterkam und den Ballabdruck überprüfte. Als Wang sogar auf die Seite von Korpatsch ging und dort mit der Deutschen diskutierte, erhielt sie den Regeln entsprechend eine Verwarnung.
"Da habe ich zu ihr gesagt: Ist das nicht peinlich, dass sie hier extra rüberkommt, nur weil ihre Box so einen Alarm macht?", sagte Korpatsch. Nach Informationen von Eurosport war der Ball laut Analyse des Hawk-Eye-Systems im Aus.
Wang war gar nicht so sehr wegen der Aus-Entscheidung erregt. Sie monierte nach dem Match, dass Korpatsch der Schiedsrichterin angeblich einen anderen Abdruck gezeigt habe. Die Deutsche betonte aber: "Beide Abdrücke waren aus." Wang entschuldigte sich hinterher für die Regelverletzung, aber nicht direkt bei Korpatsch.
Die Szene stünde sinnbildlich für Wangs "ganz, ganz schlechten Tag", analysierte Ex-Bundestrainerin Barbara Rittner bei Eurosport: "Einfach völlig daneben." Wang leistete sich im gesamten Match 65 unerzwungene Fehler.
Einzelkämpferin vermisst Unterstützung vom Verband
Die schwache Leistung der Favoritin solle aber die Leistung von Korpatsch nicht schmälern, so Rittner: "Die macht das gut, die ist hellwach, die hat sich was überlegt, die spielt höhere Spinbälle, bewegt sich gut und bleibt mutig." Korpatsch spielte erneut mit einer Sonnenbrille, weil sie sehr lichtempfindlich ist.
Korpatsch ist so etwas wie eine Einzelkämpferin auf der Tour. Unterstützung erhalte sie eigentlich nur von ihrer Familie, hatte sie nach ihrem Erstrundensieg in Roland Garros erzählt. "Ich und meine Eltern haben einfach alles alleine geschafft. Ich bin wirklich sehr stolz, dass ich so gut wie die einzige Spielerin bin, die es in die Top 100 geschafft hat ohne irgendwelche Hilfe", sagte sie.
Ihr Vater sei ihr Coach, ihre Mutter auch mal ihre "Besaiterin und jetzt auch Hundesitterin", berichtete Korpatsch. Unterstützung und auch Wertschätzung vom Deutschen Tennis Bund habe sie dagegen oft "ein bisschen vermisst".
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Tamara Korpatsch überrascht bei den French Open.
