Bahnverkehr in Baden-Württemberg

Kostenloses WLAN in fast allen Regionalbahnen bis 2030?

Das Land verpflichtet Eisenbahnunternehmen, alle neuen Regionalzüge mit kostenlosem WLAN auszustatten. Bis 2030 soll dies flächendeckend sein.

Einfahrende Regionalbahn in Stuttgart. Kostenloses WLAN soll zur Standardausstattung der Züge werden.

© IMAGO/Arnulf Hettrich

Einfahrende Regionalbahn in Stuttgart. Kostenloses WLAN soll zur Standardausstattung der Züge werden.

Von Sascha Maier

Das Land verpflichtet Eisenbahnunternehmen, neue Regionalzüge in Baden-Württemberg mit kostenlosem WLAN auszustatten. Das Verkehrsministerium hofft dadurch und durch aktuelle Maßnahmen der Bundesnetzagentur, die Schienenstrecken mit Breitband auszustatten, bis 2030 eine WLAN-Abdeckung von bis zu 99,5 Prozent der Fläche des Schienennetzes gewährleisten zu können. Pro Zug bedeutet das laut Verkehrsministerium: „Je nach Verkehrsvertrag ist eine Abdeckung von 50 bis 100 Prozent der Sitzplätze als Untergrenze im Vertrag festgeschrieben.“ Dies geht aus einer Anfrage der AfD-Fraktion an die Landesregierung hervor.

Sowohl das Verkehrsministerium als auch die Bundesnetzagentur haben mit der Umsetzung nur indirekt etwas zu tun. Das Land legt lediglich im vertraglichen Rahmen mit den Eisenbahnunternehmen fest, dass neue Züge wie die Doppelstock-Züge namens Coradia Max oder die Fahrzeuge auf der Hermann-Hesse-Bahn sowie Züge im Netz Ortenau mit „zeitgemäßen Anforderungen an das WLAN-System“ ausgestattet werden, wie das Verkehrsministerium mitteilte. Über die genannten Beispiele hinaus gehe es aktuell um 162 weitere Neuanschaffungen von Fahrzeugen.

Minimum: 50 Megabit pro Sekunde

Die technische Ausstattung der Züge ist aber nur ein Faktor, von dem das Gelingen des Vorhabens abhängt. Die Bundesnetzagentur hat den Netzbetreibern im Schienenbereich die Auflage gemacht, dass knapp hundert Prozent innerhalb der nächsten fünf Jahre mit 50 Megabit pro Sekunde abgedeckt sein müssen.

Die Landesregierung unterstützt den Ausbau des Netzes in Baden-Württemberg, indem sie etwa landeseigene Flächen für den Mastenbau zur Verfügung stellt. Außerdem werde die Kommunikation des Themas mit Kampagnen des Landes begleitet. Darüber hinaus seien bereits 2023 Genehmigungsverfahren vereinfacht worden.

„Bedampfte“ Scheiben beeinträchtigen Empfang

Auch auf Strecken, auf denen noch wenige Mobilfunksendemasten vorhanden sind, soll zumindest das Surfen ohne WLAN verbessert werden. Nach Angaben des Verkehrsministeriums beeinträchtigten hierbei aktuell noch sogenannte „bedampfte“ Scheiben in den Zügen die Internetverfügbarkeit. Diese Scheiben sollen das Wageninnere vor Hitze schützen. Züge sollen laut dem Land mit Lasertechnik nachgerüstet werden, um den Empfang zu verbessern, ohne auf die Temperaturregulierung durch die beschichteten Scheiben verzichten zu müssen.

Funklöcher gibt es nach Angaben des Verkehrsministerium auf den Bahnstrecken in Baden-Württemberg kaum noch. Mindestens 2G können auf mehr als 99 Prozent des Netzes empfangen werden.

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Erstellt:
9. Januar 2026, 16:46 Uhr

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