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Kreatives Kunsthandwerk beim Januariusmarkt weckt Kauflaune

Der 16. Januariusmarkt mit mehr als 90 Ständen sowie Künstlerinnen und Künstlern aus ganz Deutschland lockt eine große Gästeschar aus der Region nach Murrhardt. Viele bummeln nicht nur durch den Stadtgarten, sondern erwerben auch dekorative Souvenirs.

Die 3-D-Pop-up-Karten von Tu Van Pham-Brözel aus Untermünkheim faszinieren viele Besucherinnen und Besucher. Fotos: Elisabeth Klaper

Die 3-D-Pop-up-Karten von Tu Van Pham-Brözel aus Untermünkheim faszinieren viele Besucherinnen und Besucher. Fotos: Elisabeth Klaper

Von Elisabeth Klaper

Murrhardt. Scharenweise strömen kleine und große Gäste in den idyllischen Stadtgarten: Endlich ist wieder Januariusmarkt! Vom Start weg herrscht eine urlaubsartige Atmosphäre, auch dank des tollen Sommerwetters. Mehr als 90 Kunsthandwerker aus ganz Deutschland präsentieren nach zweijähriger Coronazwangspause ihre handgefertigten, künstlerisch-kreativen, dekorativen Artikel und praktischen Alltagshelferlein aus Materialien verschiedenster Art auf dem Januariusmarkt.

„Da ist für jede und jeden was dabei: Märkte leben von Angebot und Nachfrage“, so motiviert Bürgermeister Armin Mößner bei der Eröffnung die Gäste dazu, auch einzukaufen, damit die Marktleute gute Geschäfte machen und gerne wiederkommen. Kurz erklärt er den Marktnamen: Januarius ist der Schutzheilige der Gold- und Silberschmiede und der Schutzpatron von Neapel. Im 3. Jahrhundert war er ein Bischof der italienischen Stadt. Das einstige Murrhardter Kloster war St. Januarius gewidmet und erhielt 839 von dessen Gründer Kaiser Ludwig dem Frommen eine Reliquie des Märtyrers. „Genießen Sie den Markt, unterstützen Sie die Händler und Künstler“, richtete sich auch die neue Waldfee Kim-Laura Rützler an die Besucher.

Maria Schetter-Fluor und ihr Mann Erwin aus Sulzbach an der Murr haben den Markt bunt gemischt zusammengestellt, aus neuen und aus seit Jahren Mitwirkenden, organisatorisch unterstützt von Uwe Mattis Team im Amt für Wirtschaft, Kultur und Tourismus. Darunter sind auch Kunsthandwerkerinnen aus der Walterichstadt und Umgebung: Erstmals präsentiert Elisabeth Langer vom kleinen Biobetrieb aus Fichtenberg-Gehrhof ihre Stutenvorzugsmilch und daraus hergestellte Biokosmetik. Ihren Stand hat eine Jury als den schönsten auf dem Markt prämiert.

Tu Van Pham-Brözel aus Untermünkheim fasziniert die Bummelnden mit attraktiver Papierkunst: Sie bietet 3-D-Pop-up-Karten mit Blumen und vielen weiteren Motiven zum Verkauf an. Treueste Januariusmarktfrau ist Irmgard Schierle-Bette aus Bad Cannstatt, die von Anfang an jedes Mal dabei war. Ihr „Glaszauber“-Stand ist ein Wunderland aus filigranem Schmuck und Figuren in allen Farben und Formen. „Die Murrhardter mögen meine Artikel. So viel Treue und Loyalität ist selten, deshalb fertige ich extra Schmuck für meine Stammkunden hier an“, berichtet sie und fährt fort: „Ich stamme aus einer thüringischen Kunstglasbläserfamilie. Mein Vater hat mich ausgebildet. Wir fertigen Schmuck und Figuren traditionell vor der Lampe an einem Brenner mit offener Flamme.“

Mitglieder der Schmiedegruppe „Eisen und Feuer“ bearbeiten Eisen auf dem Amboss.

© Elisabeth Klaper

Mitglieder der Schmiedegruppe „Eisen und Feuer“ bearbeiten Eisen auf dem Amboss.

Hauptattraktion des Januariusmarkts ist das Liveerlebnis: Gespannt schauen die Gäste zu, wie die Kunsthandwerker mit teils uralten Arbeitstechniken einzigartige Unikate herstellen. So webt Heinrich Billes aus dem Abstatter Teilort Happenbach auf seinem selbst gebauten transportablen Webstuhl einen Kissenbezug. Mitglieder der historischen Schmiedegruppe „Eisen und Feuer“ aus verschiedenen Orten Süddeutschlands gestalten kleine dekorative Objekte aus Eisenteilen mit Hämmern auf dem Amboss, die sie zuvor im Holzkohlenfeuer mit Blasebalg formbar gemacht haben. Mädchen und Jungen können in Workshops unter fachkundiger Anleitung künstlerisch und kreativ werden. So probieren beispielsweise einige Mädchen Vertikaltuchakrobatik aus im „Mystique“-Mitmachzirkus bei Zirkuspädagogin Jennifer Ochs aus Göppingen.

Viel Beifall heimsen die Künstlerinnen und Künstler mit ihren musikalischen Darbietungen ein. Die Band Bittergreen mit Barbara Gräsle und Stephan Kalinke aus Schwaikheim intoniert mit Gitarren, Banjo, Bluegrass-Mandoline und gefühlvoll-romantischem Harmoniegesang beschwingt Akustikversionen bekannter Melodien amerikanischer Singer-Songwriter, deutscher Liedermacher und originelle Kompositionen. Das Violinenduo Julia Hoover und Luisa Schwegler aus Stuttgart interpretiert bekannte Klassikwerke. Magisch verträumt klingen alte keltische Melodien und Eigenkompositionen, die Monica von Silberschatten aus Stuttgart auf ihrer keltischen Harfe unter dem Motto „Wege“ meditativ interpretiert.

Großen Zuspruch findet auch das vielseitige kulinarische Angebot. Unter anderem bieten die Landfrauen süße und pikante Kuchen an. Bei Wolfgang Bunk kann man sich mit Spirituosenspezialitäten eindecken. Familie Heinz frittiert „Kartoffelzauber“-Zapfen, und der Verein Nachhaltige Entwicklung aus Schwäbisch Hall verkauft afrikanische Spezialitäten. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag sind viele Gäste vor Ort, die in Kauflaune einiges erstehen. Und so machen etliche Kunsthandwerker gute Geschäfte, der Januariusmarkt ist ein voller Erfolg.

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Erstellt:
13. Juni 2022, 06:00 Uhr

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