Nicko Cruises aus Stuttgart

Kreuzfahrtschiff Vasco da Gama bricht Weltreise kurz vor Ziel ab

Technische Probleme beenden die 175-tägige Fahrt vorzeitig. 200 Passagiere sollen in Portugal von Bord – zuvor war das Schiff Dubai nur knapp entgangen. Was der Veranstalter jetzt sagt.

Die „Vasco da Gama“ von Nicko Cruises im Südpazifik.

© © Holger Leue / www.leue-photo.com

Die „Vasco da Gama“ von Nicko Cruises im Südpazifik.

Von Michael Maier

Die Vasco da Gama, ein Kreuzfahrtschiff des deutschen Reiseveranstalters Nicko Cruises mit Sitz im Industriegebiet von Stuttgart-Weilimdorf, muss ihre seit mehr als 150 Tagen andauernde Weltreise vorzeitig abbrechen.

Als Grund für den Abbruch werden technische Probleme am steuerbordseitigen Verstellpropeller genannt, die trotz intensiver Bemühungen nicht im laufenden Betrieb behoben werden können.

Nicko Cruises in Stuttgart bedauert Kreuzfahrt-Abbruch

Die dritte Weltreise des Schiffes, die am 7. November 2025 in Hamburg begann, sollte nach 175 Tagen am 1. Mai 2026 wieder zurück in die Hansestadt führen. Nun muss die Reise bereits einige Tage früher enden, und zwar am 25. April in Lissabon. Die rund 200 Passagiere an Bord werden mit einem Charterflug entweder nach Frankfurt oder Hamburg zurückgebracht, so das Unternehmen.

„Uns ist schmerzlich bewusst, wie sehr sich unsere Gäste darauf gefreut haben, diese besondere Reise planmäßig in Hamburg zu vollenden“, teilt Nicko Cruises mit. Die betroffenen Gäste erhalten eine den reiserechtlichen Bestimmungen entsprechende Kompensation.

Defekter Propeller der „Vasco da Gama“

Trotz des unermüdlichen Einsatzes der nautischen Crew an Bord sowie der intensiven Unterstützung zahlreicher Experten an Land sei es leider nicht gelungen, das technische Problem am steuerbordseitigen Propeller im laufenden Betrieb zu beheben. Um die Ursache schnellstmöglich und nachhaltig zu beheben, konnte die Partner-Reederei nach Angaben von Nicko Cruises aber kurzfristig einen Werftaufenthalt für die Vasco da Gama organisieren.

Nicko Cruises sagt auch Johann-Lafer-Themenkreuzfahrt ab

Durch den notwendigen Werftaufenthalt zur Behebung des Defekts muss auch die für den 1. Mai geplante Kreuzfahrt „Skandinavien intensiv mit Starkoch Johann Lafer“ abgesagt werden. „ Alle betroffenen Gäste und Reisebüros wurden bereits von uns informiert und über alternative Umbuchungsmöglichkeiten in Kenntnis gesetzt. Selbstverständlich bleiben die vereinbarten Provisionen für Reisebüros bestehen“, teilt Nicko-Sprecherin Sandra Huck mit.

Der Reiseveranstalter Nicko setzt nach eigenen Worten alles daran, dass die Vasco da Gama ab dem 9. Mai 2026 wieder planmäßig eingesetzt werden kann. Sollte sich abzeichnen, dass dieser Termin nicht eingehalten werden kann, werde man Gäste und Partner selbstverständlich umgehend und proaktiv informieren.

Vasco-da-Gama-Weltreise mit Höhepunkten

Die Weltreise 2025/2026 führte die Passagiere zu zahlreichen Zielen rund um den Globus. Nach dem Start in Hamburg ging es über die Kanarischen Inseln in die Karibik mit Stationen auf Barbados, Dominica und St. Kitts. Nach der Passage des Panamakanals verbrachten die Reisenden Heiligabend in Peru mit der Möglichkeit, Machu Picchu zu besuchen. Den Jahreswechsel erlebten sie auf der Osterinsel.

Kreuzfahrtschiff ist Dubai nur knapp entgangen

2026 ging es dann über den Südpazifik mit Stopps in Fidschi und Bora Bora nach Neuseeland und Australien. Weitere Highlights waren Singapur, Malaysia und die Malediven. Aufgrund der geopolitischen Lage im Nahen Osten musste die ursprünglich geplante Route über Dubai, Oman und den Suezkanal angepasst werden - stattdessen nahm das Schiff Kurs rund um Afrika mit Stationen in Mauritius, Südafrika, Namibia, Angola und auf den Kapverden.

„Kleine“ Weltreise bei Nicko Cruises ab 22.750 Euro

Die große Weltreise mit 175 Tagen wurde ab 34.500 Euro pro Person angeboten, während die kleine Weltreise mit 112 Tagen, die bereits am 27. Februar 2026 auf Bali endete, ab 22.750 Euro buchbar war. Beide Routen starteten am 7. November in Hamburg.

Der vorzeitige Abbruch der Reise ist ein weiterer Rückschlag in einer Reihe von Kreuzfahrt-Absagen aufgrund technischer Probleme oder geopolitischer Spannungen in den vergangenen Monaten. So war es der Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 von Tui Cruises erst nach 50 Tagen Blockade im Persischen Golf gelungen, durch die Straße von Hormus zurück in sichere Gewässer zu gelangen – ebenso wie Schiffen von MSC Cruises. Die Passagiere waren bei Kriegsbeginn im Iran nach und nach ausgeflogen worden.

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Erstellt:
23. April 2026, 14:20 Uhr
Aktualisiert:
23. April 2026, 15:39 Uhr

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