Thüringen

Lehrer manipuliert Foto mit Anti-AfD-Schriftzug

Nach einem Vorfall in Thüringen schaltet sich das Schulamt ein. Das Bildungsministerium erinnert ans Neutralitätsgebot. Auslöser ist ein Schriftzug im Hintergrund eines Fotos.

Das Bildungsministerium äußert sich.

© Martin Schutt/dpa/Martin Schutt

Das Bildungsministerium äußert sich.

Von red/dpa

Eine Schule in Ostthüringen hat eine Pressemitteilung mit einem manipulierten Foto veröffentlicht, das fälschlicherweise einen Anti-AfD-Schriftzug auf einer Schultafel zeigt. Das Bild war bei einem Termin an einem Gymnasium in Saalfeld entstanden. Ein Lehrer hatte nach Darstellung der Schule das Foto bearbeitet. Das Staatliche Schulamt Südthüringen als Schul- und Dienstaufsichtsbehörde bewerte den Fall, teilte das Bildungsministerium auf Anfrage mit.

Das parteipolitische Neutralitätsgebot an Schulen gilt unterschiedslos in alle politischen Richtungen. Parteipolitische Positionierungen – gleich welcher Art – hätten in der schulischen Kommunikation keinen Platz, hieß es in der Stellungnahme weiter. Verschiedene disziplinarische Maßnahme seien denkbar.

Das Bildungsministerium äußert sich

Bei dem Termin an der Schule ging es um Fördermittel zur Restaurierung eines historischen Instruments. „Bei der Zusammenstellung der Pressemitteilung wurde der Schulleitung versehentlich eine von einer Lehrkraft bearbeitete Bilddatei anstelle des Originals übergeben“, erklärte das Bildungsministerium.

Die ansässige „Ostthüringer Zeitung“ (OTZ) hatte am 18. Februar über den Termin berichtet und das Foto gedruckt, einige Tage später berichtete die Zeitung über die Manipulation. „Der Schriftzug ist uns bei der Prüfung des Fotos nicht aufgefallen“, sagte OTZ-Chefredakteur Nils Kawig auf Anfrage. „Nach Hinweisen, dass es sich um eine Manipulation handelte, sind wir der Sache nachgegangen.“ Der in das Bild eingefügte Schriftzug lautete: „FUCK AFD“.

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Erstellt:
6. März 2026, 18:06 Uhr

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