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Leichtgewicht hofft auf eine Medaille

Der große Moment rückt für Katharina Menz immer näher. Die Judosportlerin von der TSG Backnang startet am Samstag bei den Olympischen Spielen in Tokio. Seit knapp einer Woche befindet sich die Schwäbin in der japanischen Hauptstadt, um sich auf das Highlight vorzubereiten.

Katharina Menz blickt ihrem Start in Tokio entgegen. Foto: DJB/Marcel Haupt

© MARCEL HAUPT INFO@MARCELHAUPT.

Katharina Menz blickt ihrem Start in Tokio entgegen. Foto: DJB/Marcel Haupt

Von Heiko Schmidt

Die Strapazen der langen Anreise sind vorüber. „Wir waren einen Tag lang unterwegs“, berichtet Katharina Menz. Für sie ging es zunächst von Stuttgart nach Frankfurt. Von dort aus stieg die gesamte Mannschaft des Deutschen Judo-Bunds in den Flieger, um dann etwa elf Stunden später in Japan zu landen. Anschließend standen einige Check-ins mit Coronatestungen an, ehe die Judokas sowie ihre Trainer und Betreuer im olympischen Dorf in Tokio eintrafen. Seitdem ist inzwischen fast eine Woche vergangen, Katharina Menz und ihre Teamgefährtinnen haben sich in Japan recht gut eingelebt. „Auch den Zeitunterschied von sieben Stunden habe ich gut überstanden“, sagt die Backnangerin.

Die 30-Jährige hat dies alles auf sich genommen, um ihren Traum zu verwirklichen. Und dieser lautet: die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Seit Jahren hat sie vieles darauf ausgerichtet. Nun ist es so weit. „Ich genieße es“, erzählt das 1,53 Meter große Leichtgewicht von den Eindrücken im Land der aufgehenden Sonne. „Es ist vieles vergleichbar mit einer Universiade oder mit den European Games.“ Bei einem der Letztgenannten war Katharina Menz vor zwei Jahren in Minsk dabei. Doch die Olympischen Spiele sind weitaus größer. Das hat die TSG-Sportlerin schon bei ihrer Erkundungstour durch das olympische Dorf beobachtet. „Die Mensa und der Kraftraum sind riesig“, schildert sie. Auch das Deutsche Haus, in dem sich die deutschen Sportler und Funktionäre treffen, hat die Backnangerin mehrfach besucht. Dort hatte sie unter anderem Kontakt mit den deutschen Turnerinnen Kim Bui und Elisabeth Seitz.

Das Drumherum ist bei den Olympischen Spielen schön, aber noch wichtiger sind die Wettkämpfe. Auf diese bereitet sich Katharina Menz auch in Japan intensiv vor. „Wir trainieren jeden Tag“, so die Judosportlerin. Dazu gehören die Judokämpfe, Zirkeltraining und Laufen. Manchmal standen auch zwei Übungseinheiten an einem Tag auf dem Programm. Die Trainingsstätte befindet sich etwas außerhalb. „Die Busfahrt dorthin beträgt etwa 30 Minuten.“ Dabei hat Katharina Menz eines positiv aufgenommen: „Die Temperatur ist mit über 30 Grad sehr hoch. Da ist es schön, dass ich einen Sport in einer klimatisierten Halle habe.“ Sie will sich im Nippon Budōkan von ihrer besten Seite zeigen. „Ich möchte einen guten Wettkampf zeigen und am besten mit einer Medaille nach Hause kommen“, formuliert die 30-Jährige ihr Ziel. Sie tritt in der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm an. „Ich bin zwar nicht die Topfavoritin, aber an einem guten Tag ist vieles möglich. Ich habe schon ein gutes Gefühl.“

Zum einen könnte den Ausschlag geben, welche Gegnerin sie zugelost bekommt. Zum anderen ist wichtig, wie sie ihre Nervosität bei einem so großen Event vor laufenden Kameras in den Griff bekommt. Gekämpft wird von der ersten Begegnung an im K.-o.-System. Los geht es schon früh. Am kommenden Samstag um 4 Uhr mitteleuropäischer Zeit steht bereits der erste Kampf für Katharina Menz, die sechsfache deutsche Meisterin und Europameisterschaftsdritte von 2020 ist, an. Das ist um 11 Uhr Ortszeit in Tokio. Etwa sechs Stunden später soll das Finale im Leichtgewicht über die Bühne gehen. Die Daumen für sie werden in ihrer Geburtsstadt Backnang gedrückt. Ihr Heimtrainer Jens Holderle hat ein kurzes Video als Motivation geschickt. „Außerdem habe ich von den jüngeren TSG-Judokas ein Präsent bekommen“, erzählt Katharina Menz. Sie tritt in die Fußstapfen von Michaela Semsch, die 2008 unter ihrem damaligen Namen Baschin ebenfalls im Leichtgewicht für die TSG Backnang bei den Olympischen Spielen in Peking dabei war. Viele Sportinteressierte nicht nur aus der Region werden im Fernsehen oder per Livestream verfolgen, wie sich Katharina Menz nun im Leichtgewicht schlagen wird.

Allerdings sind nach dem Samstag für die TSG-Sportlerin die Olympischen Spiele noch nicht beendet. „Ich werde bis zum 1. August in Japan bleiben.“ Das hat auch einen Grund, denn die 30-Jährige ist als Ersatz für den erstmals stattfindenden Teamwettbewerb im Judo nominiert. Dieser findet am Samstag, 31. Juli, statt. Drei Frauen und drei Männer starten pro Nation als eine Mannschaft. Die Gewichtsklassen sind dabei aber neu festgelegt. Das Leichtgewicht bei den Frauen geht bis 57 Kilogramm. Und dort ist Theresa Stoll bislang als deutsche Starterin vorgesehen. Sollte sie ausfallen, würde Katharina Menz nachrücken. Beide Sportlerinnen kennen sich sehr gut. Sie kämpfen zusammen in der Bundesliga-Mannschaft der TSG Backnang und waren in der Vergangenheit zusammen bei internationalen Wettkämpfen und Lehrgängen dabei. Außerdem verbindet die beiden Judokas, dass sie sich in Tokio ein Zimmer teilen. Die anderen Sportlerinnen der deutschen Judonationalmannschaft wohnen bei den Olympischen Spielen im gleichen Apartment. Vielleicht gelingt den deutschen Judokas und auch Katharina Menz der ganz große Wurf. Ausgeschlossen ist nichts, gerade im Judo, bei dem Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entscheiden.

Weitere TSG-Sportlerinnen mit guten Medaillenchancen

Der Deutsche Judo-Bund wird mit sechs Frauen und sieben Männern und zusätzlich zwei Alternativathleten bei den Olympischen Spielen dabei sein. Das Team wird angeführt von der Weltmeisterin Anna-Maria Wagner, die zum Kader des Bundesliga-Teams der TSG Backnang zählt und als Weltranglisten-Dritte der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm startet. Ihr werden große Chancen auf den Titelgewinn eingeräumt.

Von der Backnanger Bundesliga-Mannschaft sind neben Katharina Menz zwei weitere Sportlerinnen dabei. Theresa Stoll (bis 57 Kilogramm) könnte es durchaus aufs Podest schaffen. Das trifft auch auf Martyna Trajdos (bis 63 Kilogramm) zu. Als Reserve hält sich in Japan die TSG-Sportlerin Luise Malzahn (bis 78 Kilogramm) bereit.

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Erstellt:
22. Juli 2021, 06:00 Uhr

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