Staatschef Venezuelas
Maduro nach Gefangennahme zum zweiten Mal vor US-Gericht
Das US-Militär nahm den damaligen Staatschef Maduro mitten in Caracas gefangen und flog ihn in die USA. Kritiker sagen zu unrecht. Jetzt gibt es einen zweiten Gerichtstermin.
© Kyle Mazza/Zuma Press/dpa/Kyle Mazza
Der durch US-Streitkräfte gefangen genommene venezolanische Präsident Nicolas Maduro (Archivbild).
Von Annika Sophie Mayer
Fast drei Monate nach seiner Gefangennahme durch US-Spezialkräfte wird der abgesetzte venezolanische Präsident Nicolás Maduro am Donnerstag (16.00 Uhr MEZ) zum zweiten Mal vor Gericht erwartet. Während seiner ersten Anhörung im Januar hatte sich der 63-Jährige vor dem Bundesgericht in New York zu den von den USA erhobenen Vorwürfen für „nicht schuldig“ erklärt und im Gegenzug den Vereinigten Staaten vorgeworfen, ihn entführt zu haben. Der Termin am Donnerstag ist ebenfalls Teil des Vorverfahrens vor einem eigentlichen möglichen Prozess.
In der Nacht zum 3. Januar nahmen US-Spezialkräfte den Staatschef, der sein Land an der Spitze einer sozialistischen Regierung über Jahre autoritär geführt hatte, sowie seine Ehefrau in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gefangen und brachten beide in die USA. Seither sitzen sie im Gefängnis. Die USA haben Maduro unter anderem wegen des Vorwurfs des „Drogenterrorismus“ angeklagt. Er soll demnach sein Amt dazu genutzt haben, um den Schmuggel von Tausenden Tonnen Kokain in die USA zu ermöglichen. Dafür soll Maduro sich mit Drogenhändlern verbündet und selbst persönliche Vorteile daraus gezogen haben. Mitangeklagt ist seine Frau Cilia Flores. Auch sie sagte beim ersten Gerichtstermin, dass sie unschuldig sei.
Kritiker betrachten das US-Vorgehen in Venezuela als Verstoß gegen das Völkerrecht. Eine zentrale Frage ist auch, ob Maduro als Staatschef nicht besondere Immunität genoss - und entsprechend nicht hätte außer Landes gebracht und angeklagt werden dürfen.
