Zweidrittelmehrheit

Milka Alpenmilch ist „Mogelpackung“ des Jahres

Einen zweifelhaften Titel sahnt die Milka Alpenmilch-Schokolade ab. In einer Online-Abstimmung der Verbraucherzentrale Hamburg wurde sie zur „Mogelpackung“ des Jahres gewählt.

Milka Alpenmilch ist die „Mogelpackung“ des Jahres.

© Jan Woitas/dpa/Jan Woitas

Milka Alpenmilch ist die „Mogelpackung“ des Jahres.

Von Matthias Kapaun, Michael Maier

“Mogelpackung“ des Jahres aus Verbrauchersicht ist die Milka Alpenmilch Schokolade. In einer Online-Abstimmung fielen zwei Drittel der Stimmen auf das Produkt aus dem Hause Mondelez, wie die Verbraucherzentrale Hamburg am Mittwoch mitteilte. Die Schokoladentafel wurde Anfang des Jahres 2025 dünner und gleichzeitig teurer: Die Füllmenge pro Tafel sank von 100 auf 90 Gramm, der Preis stieg von 1,49 auf 1,99 Euro.

Lesen Sie auch: Aldi, Lidl und jetzt Kaufland – Milka-Preisschlacht immer absurder (von Michael Maier)

An der Abstimmung beteiligten sich laut Verbraucherzentrale so viele Verbraucherinnen und Verbraucher wie seit sechs Jahren nicht mehr - 34.731 Menschen gaben ihre Stimme ab. Noch nie in der zwölfjährigen Geschichte der Wahl habe ein Produkt einen derart hohen Stimmenanteil erreicht. „Das Abstimmungsergebnis ist ein Denkzettel, wie man ihn deutlicher kaum geben kann“, erklärte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Mogelpackungsabstimmung bis 20. Januar

Die Abstimmung hatte am 5. Januar begonnen, zur Auswahl standen die Milka-Schokolade, eine Backmischung von Dr. Oetker, ein Müsli von Kölln, ein Nudel-Fertiggericht von Knorr und Kaffeesticks von Jacobs. Die Auswahl basiert auf der „Mogelpackungsliste“ der Verbraucherzentrale, die Produkte auflistet, bei denen Hersteller oder Händler den Preis intransparent erhöht haben, meist durch geringere Füllmengen bei gleichbleibendem oder sogar steigendem Preis.

Mogelpackung des Jahres - die Milka-Konkurrenten im Finale

  • Milka Alpenmilch Schokolade (Mondelez): Die klassische 100-Gramm-Tafel schrumpfte auf 90 Gramm, während der Preis gleichzeitig von 1,49 auf 1,99 Euro stieg - ein Preisanstieg von mehr als 48 Prozent. Die Verbraucherzentrale kritisiert besonders, dass die Verpackung nahezu unverändert blieb und lediglich die Schokolade einen Millimeter dünner wurde. Dies empfinden die Verbraucherschützer als so irreführend, dass sie Klage gegen Mondelez eingereicht haben.
  • Käse-Streusel Backmischung (Dr. Oetker): Hier wurde die Füllmenge drastisch reduziert - von 730 auf nur noch 370 Gramm. Gleichzeitig präsentiert Dr. Oetker das Produkt in neuem Design, obwohl sich an der Rezeptur kaum etwas geändert hat. Bezogen auf die Füllmenge bedeutet das einen Preisanstieg von etwa 90 Prozent.
  • XXL Schoko-Hafer-Müsli (Kölln): Aus einem "Vorratspack" mit 1.700 Gramm wurde ein "XXL Pack" mit nur noch 1.050 Gramm. Zwar sank der Preis von 9,99 Euro auf 7,99 Euro, doch unterm Strich kostet das Müsli rund 30 Prozent mehr.
  • Penne Pomodoro Mozzarella (Knorr): Bei diesem Nudelgericht wurde die Füllmenge von 163 auf 181 Gramm erhöht. Der Preis stieg jedoch überproportional von 1,39 Euro auf 1,99 Euro - eine versteckte Preiserhöhung von 29 Prozent.
  • 3in1 Classic Kaffeesticks (Jacobs): Die Anzahl der Sticks blieb gleich, aber der Inhalt pro Stick wurde von 18 auf 12 Gramm reduziert. Gleichzeitig erhöhte sich der Preis vielerorts von 2,69 Euro auf 2,79 Euro. Bezogen auf die Füllmenge bedeutet das eine Preissteigerung von 56 Prozent.

 

Mogelpackung und Windbeutel des Jahres für Milka

Die Verbraucherzentrale hatte Anfang September wegen der Milka-“Mogelpackung“ gegen den Hersteller Mondelez auch Klage vor dem Landgericht Bremen eingereicht und argumentiert, dass ein „deutlicher“ Hinweis auf die Reduzierung des Inhalts fehle. Verhandelt wird darüber im April. Die Verbraucherzentrale will juristisch geklärt wissen, ob die Füllmengenreduzierung „nicht nur ärgerlich, sondern auch irreführend“ war.

Zuvor war Milka bereits mit dem "Windbeutel des Jahres" ausgezeichnet worden. Was die "Mogelpackung des Jahres" betrifft, so kann übrigens jeder Verbraucher Vorschläge einreichen.

Zum Artikel

Erstellt:
21. Januar 2026, 09:54 Uhr
Aktualisiert:
21. Januar 2026, 10:24 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen