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Mit Khedira, Ulreich und Didavi im Team

Fußballer Andreas Grimmer hat einiges erlebt. Bei der U 19 des VfB Stuttgart spielte er mit späteren Profis zusammen. Trotz der prominenten Stationen feierte er nach seinen eigenen Worten den größten sportlichen Erfolg mit der TSG Backnang.

Mittelfeldspieler Andreas Grimmer (blaues Trikot) gehört beim Bezirksligisten SV Unterweissach zu den Leistungsträgern. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Mittelfeldspieler Andreas Grimmer (blaues Trikot) gehört beim Bezirksligisten SV Unterweissach zu den Leistungsträgern. Foto: A. Becher

Von Andreas Ziegele

Der Start in die Saison lief optimal. Beim Saisonabbruch belegt der SV Unterweissach den ersten Platz in der Bezirksliga und muss nun damit klarkommen, nicht aufsteigen zu können und einen neuen Anlauf auf die Landesliga zu nehmen. Der spielende Co-Trainer Andreas Grimmer, der schon einiges in seiner Fußballerlaufbahn erlebt hat, blickt aber dennoch optimistisch in die Zukunft.

„Sportlich sehr, sehr ärgerlich“, so bezeichnet Andreas Grimmer den Saisonabbruch für den SV Unterweissach in der Bezirksliga. „Wir sind mit acht Siegen in Folge in die Saison gestartet und damit souveräner Tabellenführer“, erzählt der spielende Co-Trainer. Die Gründe für den Abbruch sind auch für ihn nicht von der Hand zu weisen. „Der Verband hat sich schon etwas dabei gedacht und das Infektionsgeschehen spricht schon dafür, dass man die Saison nicht mehr beenden kann“, zeigt Grimmer Verständnis für die Entscheidung. „Es klingt vielleicht hart, aber solange man die Einschränkungen im privaten Bereich hat und auf viele Kontakte verzichten muss, ist sicherlich der Amateurfußball nicht die wichtigste Sache der Welt, wenn man das so sagen darf.“

„Vor einigen Wochen hatten wir noch die Hoffnung, dass es wieder losgeht, und begonnen, die Fitnessaktivitäten mit der Mannschaft hochzufahren“, erzählt Grimmer. Aber mittlerweile beschränkt sich der Kontakt zu seinem Team auf eine WhatsApp-Gruppe. Ab sofort beschäftigt sich das Trainerteam mit der neuen Runde. „Stand heute gehen wir davon aus, dass die Saison Ende August, Anfang September starten kann“, sagt er. „Die Saisonvorbereitung wird dann allerdings anders sein als die Jahre davor“, glaubt der Co-Trainer und Spieler des SV Unterweissach. Nach einem halben Jahr Pause ist es nach seinen Worten nicht möglich, gleich wieder mit Vollgas durchzustarten. Das Scouting ist ein weiteres Problem mit Blick auf die neue Runde. Mit dem aktuellen Kader sind die Gespräche – ligaunabhängig – bereits geführt. „Wir haben eine wirklich intakte Truppe und die wollen wir auch zusammenhalten“, so Grimmer. Trotzdem wird geschaut, wo man den einen oder anderen neuen Spieler herbekommt.

Seit dem Sommer 2019 ist Andreas Grimmer für den Bezirksligisten

SV Unterweissach am Ball.

„Man kann sich eben derzeit nicht mal an einem Sonntag auf einem Fußballplatz einen Spieler anschauen, sondern muss sich darauf verlassen, was vor einem halben Jahr der Leistungsstand war“, beschreibt er die Situation. In der längeren Vorbereitung wird es dann auch darum gehen, mögliche Fitnessdefizite wieder aufzuholen und in Wettkampfform zu kommen. Dass Andreas Grimmer auch mit einem Saisonabbruch, den er selbst noch nie erlebt hat, umgehen kann, liegt mit Sicherheit auch daran, dass der 32-Jährige in seiner langen und bewegten Fußballerlaufbahn schon viel erlebt hat. Begonnen hat er im Nachwuchs bei der TSG Backnang. Nach der C-Jugend wechselte Grimmer zum VfB Stuttgart und spielte dort vier Jahre zunächst in der B-Jugend und dann in der U-19-Bundesliga. Sami Khedira, Sven Ulreich, Andreas Beck und nicht zuletzt Daniel Didavi waren zu dieser Zeit die Mannschaftskameraden von Andreas Grimmer unter Trainer Hansi Kleitsch. Auch ein Unterweissacher zählte in dieser Zeit zum Team: Julian Schieber, neuer Co-Trainer der TSG Backnang.

Dass es für Grimmer dann nicht zu einer Profilaufbahn gereicht hat, beschreibt er im Rückblick sehr sachlich, auch wenn es zunächst nicht einfach war. „Das hat man nicht immer selbst in der Hand und die Spitze wird dann immer enger“, erinnert sich der Fußballer. Er wechselte zur Saison 2007/2008 in die Oberliga zum SGV Freiberg, wo er unter anderem mit Marco Grüttner (später unter anderem beim Zweitligisten Jahn Regensburg am Ball) spielte. „Es war im Nachhinein die absolut richtige Entscheidung, die ich auch dank meiner Eltern so getroffen habe, um auch meinen Schulabschluss zu machen“, so Andreas Grimmer. Trotz dieser prominenten Stationen feierte er nach seinen eigenen Worten den größten sportlichen Erfolg mit der TSG Backnang, bei der er sechs Jahre spielte. „Der Aufstieg von der Landes- in die Verbandsliga war mit Sicherheit mein größter sportlicher Erfolg“, sagt er und erzählt weiter: „Das war eine Supertruppe, die nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz funktioniert hat.“ Darüber hinaus fehlt ihm nur eine Erfahrung, auf die jeder gern verzichtet: „Ich musste noch nie mit einer Mannschaft absteigen.“ Was ebenfalls mittlerweile selten ist: „Ich bin von Verletzungen verschont geblieben und hoffe, dass das auch in der Zukunft so bleibt.“

Heute wohnt und lebt Andreas Grimmer in Oppenweiler und arbeitet in Schwäbisch Hall. Seine fußballerische Zukunft hat er auch schon geplant. „Die kommende Saison wird voraussichtlich die letzte sein, in der ich aktiv spielen werde.“ Als Trainer möchte Grimmer dann weitermachen. Erste Erfahrungen mit dem Trainerjob machte er an der Seite vom ehemaligen Fußballprofi Michael Hägele beim FV Wüstenrot. Nach seiner Rückkehr zur TSG Backnang II im Jahr 2019 war Grimmer auch schon als spielender Trainer tätig. Im Sommer 2020 hat er unter erschwerten Bedingungen die Fußballtrainer-B-Lizenz erworben. „Das war coronabedingt nicht ganz einfach“, wie Grimmer sagt. Auf jeden Fall will er ab der übernächsten Saison seinen Fokus auf die Trainertätigkeit legen und möglicherweise als Coach bei einem Verein Verantwortung übernehmen.

Andreas Grimmer

Am 5. August 1988 wird Andreas Grimmer geboren. Nach seiner Zeit im Nachwuchs bei der TSG Backnang wechselt er im Jahr 2005 zum VfB Stuttgart, spielt dort unter anderem in der U-19-Bundesliga.

2007 zieht es den Mittelfeldspieler zum Oberligisten SGV Freiberg. Vier Jahre später kehrt der Fußballer zur TSG Backnang zurück. 2016 schließt er sich den Sportfreunden Schwäbisch Hall an. Dort bleibt Andreas Grimmer ein halbes Jahr, ehe es ihn dann zum FV Wüstenrot zieht.

Anfang 2019 schließt sich Grimmer der TSG Backnang II an. Die Mannschaft wird aber sechs Monate später aufgelöst. Seit dem Sommer 2019 ist als spielender Co-Trainer beim SV Unterweissach am Ball.

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Erstellt:
28. April 2021, 06:00 Uhr

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